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Rote Rarität: Manuel Raspa auf seinem Schlüter AS 18. Mit dabei: Vater Raffaele Raspa (r.) und Opa Josef Schindlbeck (l.).

Oldtimertreffen in Neufinsing

Der 1955er Schlüter: 18 PS-starkes Familienhobby

Neufinsing - Glänzend polierte Eicher-Traktoren, gepflegte Motorrad-Oldies, farbenfrohe VW-Busse, ein Alfa 2000 Spider Quadrifoglio Verde, das Drehleiter-Fahrzeug der Ismaninger Feuerwehr, das bereits 1971 im Einsatz war: Beim Oldtimertreffen des Burschenvereins Neufinsing anlässlich seines 30-jährigen Bestehens gab es viele Schätzchen zu entdecken – darunter auch das von Manuel Raspa.

Von Kemoding über Grafing bis rauf auf den Großglockner: Der 25-Jährige war schon auf vielen Oldtimer-Treffen. Die Gelegenheit, sein Prachtfahrzeug in seiner Heimatgemeinde zu präsentieren, ließ er sich freilich nicht entgehen. Seit zehn Jahren besitzt Raspa den seltenen Schlüter AS 18. Im Jahr 1955 wurde er als einer von lediglich 1500 Stück gebaut. „Ich habe ihn als meinen ersten Traktor überhaupt bekommen, und seitdem begleitet er mich“, erzählt Raspa. Gemeinsam mit seinem Vater Raffaele Raspa und seinem Opa Josef Schindlbeck hat er den Schlüter in zahlreichen Arbeitsstunden ordentlich aufgemotzt.

Die grüne Farbe wich einem tiefen Rot, eine Sitzbank wurde zusätzlich angebaut und schließlich hat Raspa den alten Anhänger, in dem früher eine Feuerwehrpumpe enthalten war, dazu gekauft. „Mein Vater und mein Opa haben mich immer unterstützt. Sie sind beide Oldtimer-Liebhaber“, erzählt Raspa. So war auch Vater Raffaele mit seinem Eicher Königstiger und Opa Josef mit dem Eicher 3048 beim Treffen in Neufinsing dabei.

„Die Geschichte und die alte Technik ist an diesen Fahrzeugen einfach so interessant. Das ist für uns ein Familienhobby“, erzählt Manuel Raspa. Seinen Oldtimer hat er sich jedoch nicht angeschafft, um ihn nur hin und wieder für Oldtimer-Treffen aus der Garage zu holen. Als er zwischen 16 und 20 Jahre alt war, war der rote Schlüter sein Verkehrsmittel Nummer eins. Einen Abstecher zu McDonald’s oder ein Zeltausflug mit Freunden – der AS 18 war die beste Anschaffung überhaupt, wie der 25-Jährige weiß: „Nachdem wir die alte Pumpe aus dem Anhänger ausgebaut hatten, war der Platz dort perfekt für ein paar Kästen Bier und Feuerholz für ein Lagerfeuer.“

Zwar führt Raspa sein 18 PS starkes Schätzchen mittlerweile nicht mehr so häufig aus, da ihm die Zeit dazu fehlt. Hergeben würde er den Schlüter jedoch niemals: „Meine Frau und ich haben beschlossen, dass wir alles tun werden, um ihn behalten zu können, um ihn später unseren Kindern zu geben.“

Ähnlich stolz ist Konrad Haindl auf seinen Cadillac Fleetwood, Baujahr 1977. Der 78-jährige Lohkirchener (Gemeinde Fraunberg) hat sich das 185 PS starke und sechs Meter lange Auto 2004 gekauft. „Ich fand diese Autos schon super, als ich jung war. Als ich dann in Rente gegangen bin, musste ich einfach die Gelegenheit nutzen, einen zu kaufen“, erzählt Haindl. Mit seinem schwarzen Flitzer ist er regelmäßig bei Oldtimer-Treffen im Umkreis zu finden, wo der Cadillac schon wegen seiner Größe Aufsehen erregt.

Julia Adam

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