Infoabend

AZV: Regen darf nicht in den Schmutzwasserkanal

Ottenhofen – Um den Hochwasserschutz drehte sich die erste offizielle Veranstaltung im neuen Ottenhofener Sitzungssaal.

Neben zahlreichen Gemeinderäte und Bürgern waren dazu auch Josef Schmittner und Michael Wrobel vom Abwasserzweckverband (AZV) Erdinger Moos gekommen, um auf die Probleme mit dem Regenwasser im Schmutzwasserkanal hinzuweisen. Wegen dieses Problems aber auch wegen des Hochwasserschutzes im Gemeindebereich war zudem Josef Höschl dabei. Er war lange Jahre für das Wasserwirtschaftsamt tätig. Wenn er auch inzwischen einen Posten bei der Regierung bekleidet, wollte er seine Erfahrungen und sein Wissen um die Hochwasserprobleme im Ottenhofener Bereich einbringen.

Kaufmännischer Leiter Schmittner kam darauf zu sprechen, dass am 25. Juni dieses Jahres vor allem im Bereich Unterschwillach große Probleme mit dem Schmutzwasserkanal aufgetreten seien. Der Kanal komme mit seinem Inhalt von Hohenlinden über Forstern, Reithofen und Pastetten über Grund nach Unterschwillach und nehme dann Kurs über Erding nach Eitting. Er sei von der Größe ausgelegt auf einen Abfluss von 40 Litern Schmutzwasser pro Sekunde. Bei dem zwei Stunden anhaltendem Starkregen an besagtem Tag kamen aber nicht die 40 weiteren Liter Regenwasser hinzu, die den Pumpen und dem Kanal zugemutet und üblicherweise problemlos bis zum Klärwerk transportiert werden können. Stattdessen seien es mehr als 90 zusätzliche Liter gewesen. Zudem war an diesem Tag eine der drei Pumpen ausgefallen, sodass ein Stau nicht zu vermeiden gewesen sei.

Zu diesem Zeitpunkt seien die Kanaldeckel alle noch offen gewesen. Das müsse bei gutem Wetter auch sein, so Schmittner, damit die Korrosion der Betonrohre vermieden werden kann. Eine Sofortmaßnahme nach dem Hochwasser von 2013 war es, die besonders wasserbedrohten Deckel auszutauschen. 80 waren geplant, ausgetauscht wurden aber 132 – Kostenpunkt pro Deckel: 600 bis 700 Euro.

Der Technische Leiter Wrobel bat die Bewohner, Gullys mit großem Wassereinfall zu melden. Es könnten weitere bis zu 30 Deckel getauscht werden. Der Experte machte aber auch klar, dass das Regenwasser, das durch die Kanaldeckel eindringen kann, nicht das größte Problem darstelle. „Viele Gebäudeeigentümer lassen ihr Traufwasser, obwohl es verboten ist, immer noch in ihren Abwasserkanal einfließen“, so der Experte. Hier sei die Gemeinde gefordert, darauf hinzuweisen und auch zu überprüfen, wer sich hier strafbar macht. Auch Wrobel betonte, dass Regenwasser, egal ob von der Straße oder von den Dächern, anders und nicht vom AZV entsorgt werden müsse. Die Kanaldeckel dürften nicht geöffnet und Wasser aus vollgelaufenen Kellern nicht in den Kanal gepumpt werden.

Bürgermeisterin Nicole Schley hob immer wieder hervor, dass für die Gemeinde das Hochwasserschutzkonzept von enormer Bedeutung sei und schnellstmöglich vorangetrieben werde. Die Planungen müssten nicht nur das Hochwasser, sondern auch die Schmutzwasserkanäle mit ihren Zuflüssen beinhalten.

Die Bewohner sind angehalten, ihre Gebäude so zu entwässern, dass Regenwasser nicht in den Schmutzwasserkanal gelangen kann. Gleichzeitig sollten alle Wohnhäuser großzügig und ausreichend mit einer Rückstausicherung ausgestattet werden, so sie es nicht schon sind. Das allerdings sei Sache der Eigentümer. Randolf Gänger

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