Hochwasserschutz in Ottenhofen

Größere Rohre entlasten die Ortsmitte

Ottenhofen - Im kommenden Jahr will die Gemeinde Ottenhofen in Sachen Hochwasserschutz nachrüsten.

Göran Brandhorst vom Ingenieurbüro Sehlhoff stellte dafür in der Gemeinderatssitzung die aktuellen Ergebnisse des interkommunalen integralen Hochwasserschutz- und Rückhaltekonzeptes vor.

In seinem Plänen waren die bei der jüngsten Überschwemmung besonders betroffenen Ortsteile gut erkennbar. Dies war in Ottenhofen nur in der Ortsmitte. Der Abwasserkanal hier soll künftig erst 800, später 1000 Millimeter Durchmesser haben. Damit könnte man den Innenbereich entlasten.

Heinrich Schwanzer (CSU) empfahl eine Kamerabefahrung aller Kanäle, um sicher zu gehen, dass keine Verstopfungen, Brüche oder Einwachsungen an anderen Stellen neue Risiken hervorbringen. Brandhorst stimmte dem zu und bat um Infos von Gemeinderäten und Anliegern über weitere Schäden oder Merkmale während der letzten Hochwasser.

Auch in Unterschwillach vom Ortsteil Grund her wird’s immer wieder brenzlig. Der Kanal zur Schwillach hat kein Gefälle, sodass bei sehr starken Regenfällen das Wasser aus dem geplanten Rückhaltebecken kaum abfließen könne. So komme das Überlaufwasser über die Straße in den Abflussgraben. Von dort aus laufe es aber nie in die Schwillach, weil die letzten Meter bis dorthin ansteigen. So ergieße es sich über die Wiesen und Felder, später in die Höfe und Gärten.

Renate Bertram (SPD/Parteifrei) meinte, dass der Graben wesentlich vergrößert werden sollte. Andreas Lippacher (FW) forderte, das Rückhaltebecken größer zu gestalten und noch vor Grund ein zweites Becken einzurichten. Brandhorst meinte dazu, der Graben wäre ausreichend. Ein zweites Becken sieht er als überflüssig.

Schwanzer berichtete noch, dass ein Kanal durch den Ort geht, der einen Durchmesser von nur 300 Millimetern hat und schon lange nicht mehr gereinigt wurde. Außerdem wären hier aufgrund von Neubauten mindestens fünf 90-Grad-Winkel eine starke Behinderung für den Abfluss. Hier sollte man überdenken, ob nicht ein neuer, größerer Kanal im Straßenverlauf ohne starke Kehren die Situation verbessern könnte. Brandhorst wies darauf hin, dass er bisher nur die Ergebnisse der Untersuchung aufgelegt habe und eine Planung erst nach Auftragserteilung beginnen könne.

Bürgermeisterin Nicole Schley (SPD) bat ihn um ein neues Angebot. Das bisherige umfasste Schätzungen von 65 000 Euro, davon 14 000 Euro für die Planung. Nach Vorlage des neuen Angebots soll in der nächsten Sitzung der Auftrag vergeben werden. Dann kann man die Maßnahmen 2017 in Angriff nehmen.

rg

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