Aus dem Gemeinderat

Kein „Schlafbunker“ statt Autohaus Bauer

Ottenhofen – Der Ottenhofener Gemeinderat macht sich Gedanken, wie das Grundstück, auf dem das ehemalige Autohaus Bauer steht, genutzt werden kann.

Was wird aus dem Grundstück Autohaus Bauer? Mit dieser Frage befasste sich der Ottenhofener Gemeinderat in jüngster Sitzung. Bürgermeisterin Nicole Schley (SPD) eröffnete die Diskussion darüber schon während der Bauausschusssitzung – und zwar mit guten Nachrichten. Ein Programm der Regierung von Oberbayern würde der Gemeinde 30 Prozent Zuschuss und bei zehn Jahren Laufzeit ein zinsfreies beziehungsweise bei 20 oder 30 Jahren Laufzeit ein zinsgünstiges Darlehen garantieren. „Damit könnten wir einen Neubau auf dem Autohaus-Areal selbst gut stemmen“, so Schley.

Eigentümer und Bauherr müsse die Gemeinde sein, Gewerbe würde nicht gefördert. „Bevor wir irgendwelche Planungen in Auftrag geben, sollten wir uns erst selber Gedanken machen, was und wie wir bauen wollen“, sagte Renate Bertram (SPD).

Erhard Huber, Leiter des Bauamts in der Verwaltungsgemeinschaft Oberneuching, entgegnete: „Hier kommt es erst einmal nicht darauf an, wie es ausschaut, sondern was man aus dem zur Verfügung stehenden Grundstück macht.“ Georg Lippacher erklärte, dass man neben dem wirtschaftlichen Gesichtspunkt nicht vergessen dürfe, dass das Grundstück „mitten im schönen Ottenhofen liegt“. Deshalb sei der Anblick schon wichtig. „Grundsätzlich sollten wir auch noch mal nachdenken, ob wir alles selbst behalten. Und wir sollten diskutieren, ob wir Gewerbe, vor allem aber möglichst einen Arzt, mit in die Anlage bringen können“, meinte der FW-Rat.

Mit den Fördergeldern sei man in der Lage, „etwas für die Gemeinde zu schaffen. Gewerbeeinheiten müssten notwendigerweise mit eingeplant, aber von der Gemeinde zuschussfrei finanziert werden“, erklärte Schley.

Heinrich Schwanzer (CSU) fand, dass Wohnbeschaffung für die Gemeinde momentan das Wichtigste sei. „Nur ein Schlafbunker sollte sicher nicht aus dem Projekt entstehen. Wir brauchen einfach eine Skizze, die unsere Fantasie weckt“, meinte Alfred Greckl. Dieter Effkemann (beide FW) sprang auf den Zug auf: „Eine Planung ist zu früh. Wir sollten einen Check mache, was überhaupt möglich ist.“ Bertram konnte sich hier eine Machbarkeitsstudie vorstellen.

Laut Bauamtsleiter Huber sind alle Planungen über die Regierung deutlich kostengünstiger als private Vergaben von Architektenaufgaben. „Ich möchte auf keinen Fall eine europaweite Ausschreibung“, meinte Georg Lippacher. Wie Schley erklärte, liegt die Grenze für eine europaweite Ausschreibung bei fünf Millionen Euro. „Da werden wir sicher drüber kommen“, sagte die Rathauschefin.

Zunächst will das Ottenhofener Gremium aber erneut über die mögliche Nutzung des Grundstücks sprechen und verschob deshalb diesen Punkt in die kommende Sitzung.

Randolf Gänger

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