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Familienglück: Nicky und Andrea Keller mit den Kindern Alexandra und Valentin.

Spezialeinsatz für Feuerwehr-Sanitäter 

Papa als Geburtshelfer in der Not

Reithofen - Bei der Geburt seines Sohnes war Nicky Keller aus Reithofen mittendrin statt nur dabei: Valentin hatte es plötzlich sehr eilig. Mama Andrea brachte den Buben ungeplant zu Hause auf die Welt – mit der Hilfe ihres Mannes. Gut, dass der Polizist auch Sanitäter bei der Feuerwehr ist.

Erst hat sich der kleine Valentin Zeit gelassen, dann hatte er es plötzlich sehr eilig: Der Bub kam noch in seinem Elternhaus in Reithofen auf die Welt. Geplant war das nicht, erzählen die Eltern Andrea und Nicky Keller. „Weil der Geburtstermin schon seit fünf Tagen überfällig war, waren wir an diesem Sonntagvormittag noch im Krankenhaus“, berichtet der 37-jährige Polizist. „Uns wurde gesagt, dass alles in Ordnung ist, der Kleine sich noch Zeit lässt und wir in zwei Tagen wieder kommen sollen.“ Also hat die Familie das schöne Wetter genutzt, daheim gegrillt, Töchterchen Alexandra (5) gebadet und bettfertig gemacht, als plötzlich doch die Wehen einsetzten und es auf einmal ganz schnell ging.

Die Tasche fürs Krankenhaus war längst gepackt, Alexandra wurde von der Oma abgeholt, und die Kellers wollten gerade nach Erding starten, als die 33-jährige Mama im Hausflur merkte: Das Baby kommt. „Um 18.52 Uhr habe ich den Rettungsdienst angerufen, fünf Minuten später war Valentin schon auf der Welt“, erzählt der zweifache Papa, der so kurzerhand zum Geburtshelfer seines eigenen Sohnes wurde.

Schon Schwesterchen Alexandra war vor fünf Jahren recht flott gekommen, erzählt ihre Mama, aber Valentin toppte sie mit gerade einmal 20 Minuten noch mal um Längen. „Im ersten Moment war es einfach ein Schock, dass das so schnell ging“, sagt die Pharmazeutisch-technische Assistentin. „Im Nachhinein war ich aber sehr froh, dass es keine Komplikationen gab.“

Dass ihr eigener Mann ihrem 3990 Gramm schweren und 50 Zentimeter großen Sohn auf die Welt geholfen hat, habe sie gar nicht richtig realisiert, sagt Andrea Keller: „In dem Moment war es mir eigentlich egal, wer da ist – Hauptsache, jemand hilft mir und nimmt das Kind in Empfang.“ Sie selbst habe ganz intuitiv gehandelt: „Als Frau machst du das, was die Natur dir sagt. Von der Geburt meiner Tochter weiß ich, wie sich Presswehen anfühlen, und wie ich mich dann verhalten muss.“

Vor allem war Andrea Keller froh, dass sich ihr Valentin nicht noch mehr Zeit gelassen hat. Denn wäre er nur einen Tag später gekommen, wäre sein Papa gar nicht da gewesen. Der Polizist absolviert derzeit das Studium für Ämter der 3. Qualifikationsebene an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Fürstenfeldbruck und hatte just in der Woche nach der Geburt seines Sohnes Prüfungen.

„Während der Entbindung habe ich überhaupt nichts gedacht. Man macht, was man für richtig hält oder vielleicht einmal gelernt hat. Ich habe nicht daran gedacht, dass es um meine eigene Frau geht – ich habe einfach funktioniert“, beschreibt Nicky Keller die Minuten, in denen er zum Geburtshelfer wurde. „Die ganze Sache überrissen habe ich erst am späten Abend. Das war eigentlich doch eine ganz schön coole Sache.“

Als Polizist sei er von Arbeitswegen „in Einsatzlagen ein bisschen stressstabil“, und dank seiner Ausbildung zum Sanitäter konnte er seine Frau fachmännisch unterstützen, bis Rettungswagen und Notarzt wenig später eintrafen. Seit seiner Jugend ist Nicky Keller bei der Feuerwehr, war lange Jahre in Aßling (Kreis Ebersberg) aktiv. Als junger Mann ist er zudem bei Notarzteinsätzen mitgefahren, hat sich später zum Sanitäter in der Feuerwehr ausbilden lassen und besucht regelmäßig Fortbildungen.

Im vorigen Herbst etwa ging es im Erdinger Fliegerhorst zwar nicht um Geburten, aber um den Umgang mit verletzten Kindern. „Man merkt einfach, dass man viel intuitiver agiert, wenn man so etwas regelmäßig macht“, sagt Nicky Keller, der betont, wie wichtig First Responder in einer Feuerwehr sind – gerade, weil Rettungsdienste nicht immer schnell genug sein könnten.

Er selbst ist seit dreieinhalb Jahren bei der Feuerwehr Reithofen-Harthofen auch als Sanitäter aktiv. Dort soll irgendwann einmal auch Valentin Mitglied werden – den passenden Strampler mit dem Logo der Wehr hat er schon mal.

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