Primaballerina Irmgard Anger (4. v. r.) feierte bei bester Gesundheit ihren 100. Geburtstag. Es gratulierten zum Jahrhundertjubiläum (v. l.): Cäcilia Huber, Leni Kastl, Rosmarie Plaschek, Gloria Hempfling, Landrat Martin Bayerstorfer, Bürgermeisterin Cornelia Vogelfänger und Werner Hempfling. Foto: Vogel

Geburtstag von Irmgard Anger 

100 Jahre – und sie tanzt immer noch

Reithofen – Eine Primaballerina hat ihren 100. Geburtstag gefeiert: Bei bester Gesundheit erreichte Irmgard Anger aus Reithofen dieses Jahrhundertjubiläum, zu dem sogar Bundespräsident Joachim Gauck per Glückwunschschreiben gratulierte.

Tanz hält offensichtlich jung, zumindest wenn man ihn so ambitioniert betrieben hat wie die Jubilarin, die 20 Jahre lang als Balletttänzerin an der Berliner Staatsoper gearbeitet hat. „,Das kann ich nicht‘, das hat’s mein ganzes Leben nicht gegeben“, erzählt die hellwache Jubilarin. Ihr Credo ist: „Das schaffe ich schon.“

Bereits als kleines Kind sei der Tanz ihre Leidenschaft gewesen. Wenn ein Leierkasten in der Nähe spielte, „habe ich getanzt“. So sei ihr Talent bald erkannt worden. Man habe gesagt: „Der ganze Körper ist Musik.“ So kam es, dass die kleine Irmgard, die sich einfach zu den Klängen bewegen musste, schon mit sechs Jahren auf Spitze tanzte, was heutzutage erst viel später gelehrt werde, um die Füße zu schonen.

Am liebsten ist die leidenschaftliche Ballerina im Spitzentanz zu klassischer Musik über die Bühne geschwebt. Sie hat ein ganz spezielles Lebenselixier: „Man muss immer Energie aufbringen und darf sich nicht hängen lassen.“ Außerdem habe sie stets diszipliniert und gesund gelebt. So hat sie es geschafft, dass sie selbst mit 100 Jahren noch die steile Treppe zu ihrer Wohnung alleine bewältigt. Wie? „Ich habe da einen Trick“, erklärt die jung gebliebene alte Dame schmunzelnd. Es gehe darum, die Füße richtig zu setzen.

Und auch sonst ist Anger sehr selbstständig. Sie erledigt den Haushalt alleine und kocht. Zu ihrer hilfsbereiten Vermieterin Cäcilia Huber, die parterre wohnt, habe sie ein enges Verhältnis. Sie bekomme von ihr jeden Morgen die Zeitung vor die Tür gelegt. Andere Freundinnen gehen mit ihr einkaufen. Sehr gerne sieht sie sich Musiksendungen an und bedauert es sehr, dass davon nur so wenige im Programm seien.

Aufgewachsen ist Anger in Westberlin. An der Staatsoper lernte die Tänzerin ihren Mann Otto kennen, der im Kostümwesen tätig war. Mit ihm war sie 47 Jahre lang verheiratet. Nach seinem Tod zog die Witwe nach Reithofen, wo sie ihren Lebensgefährten Josef Hartlmaier kennenlernte, mit dem sie bis zu seinem Tod zwölf schöne Jahre verlebte. Beide Männer habe sie bis zum Schluss gepflegt, als diese altersbedingt krank wurden.   Vroni Vogel

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