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Kaffee Heimat nennen Ines Lerch (l.) und Simone Hensel ihr Geschäft, das sie am 1. November im Herzen Pastettens eröffnen wollen.

Neueröffnung in Pastetten

Eine Heimat für den Kaffee

Pastetten - Ein trendiges Café mit dem Konzept von Starbucks & Co. wollen Ines Lerch und Simone Hensel in Pastetten etablieren – aber doch ganz individuell und fernab der Kaffee-Ketten-Mentalität.

Es rührt sich was in der Pastettener Ortsmitte. Nachdem kürzlich der neue Dorfladen eröffnet hat, wird es ab November ein Café an der Hauptstraße geben. Simone Hensel (45) und Ines Lerch (48) werden es dort eröffnen, wo bis März 2015 die Bäckerei Wimmer ihre Backwaren hergestellt und verkauft hat.

„Kaffee Heimat“ nennen sie ihr Projekt, das am 1. November an den Start gehen soll. „Es war schon immer mein Traum, ein Bistro, eine Pension oder ein Café zu eröffnen“, erzählt Lerch, die mit Mann und drei Kindern in Markt Schwaben lebt. Als gelernte Hotelfachfrau hat sie Erfahrung in der Gastronomie. „Aber zu zweit ist es lustiger“, sagt Lerch, die in Hensel die ideale Geschäftspartnerin gefunden hat. Sie lebt mit Mann und ebenfalls drei Kindern in Zeilern und kommt ursprünglich aus der Finanzbranche.

Inspirationen für ihr Kaffeehaus haben sich die beiden auf der ganzen Welt geholt. Sie sind Flugbegleiterinnen bei der Lufthansa – und haben sich vor Jahren über ihren Job kennengelernt.

Kaffee-Ketten à la Starbucks kennen sie zur Genüge. Doch gerade von dieser Masse wollen sich Lerch und Hensel abheben. „Wir sind einfach enttäuscht, weil es nichts Individuelles mehr gibt, wo man zum Kaffeetrinken hingehen kann“, sagt Lerch. Dennoch soll ihr Café nach einem ähnlichen Prinzip der großen Ketten funktionieren: An der Theke bestellt man Speisen und Getränke, die man selbst zu seinem Platz trägt oder mitnimmt. Freilich bedienen die beiden auch, wenn jemand zum Beispiel nicht gut zu Fuß ist. Denn das Café soll Schüler ebenso ansprechen wir junge Mamas mit Kinderwagen und die ältere Generation.

Auf der Speisekarte werden unter anderem belegte Brote, Müslis und Panini sowie hausgemachte Kuchen und Gebäck stehen. „Wir backen selbst, aber wir werden auch bei uns im Laden backen lassen“, erklärt Hensel und betont: „Wir sind keine Gaststätte.“ Darum wird auch kein Alkohol ausgeschenkt. Dafür aber Bio-Kaffee aus Herrmannsdorf.

Weit weg vom Backshop-Ambiente richten die beiden Frauen ihr Café ganz heimelig ein. Außerdem werden Accessoires wie Gläser, Geschirr und Geschenkkörbe verkauft. Offiziell heißt dieses Konzept etwas sperrig: „Backwaren- und Lebensmittelverkauf sowie Cafébetrieb mit Verkauf von Wohnaccessoires“. Und auch kleinere kulturelle Veranstaltungen, vom Minikonzert bis zur Lesung, soll’s geben.

Dass dieses Konzept in Pastetten ankommt, davon sind Lerch und Hensel überzeugt. Und falls doch nicht? „Dann orientieren wir uns eben weiter“, sagt Hensel.

Die Idee für ein eigenes Café treibt die beiden schon seit Jahren um. Doch erst der ehemalige Bäcker-Laden hatte es ihnen angetan. „Wir stehen auf das Objekt. Die Lage ist super, das hat so was Gemütliches. Und obwohl wir beide Großstadtkinder sind, wollten wir keinen unpersönlichen Neubau in einer Metropole“, sagt Hensel.

Gut ein Jahr haben die Recherchen und Gespräche mit Familie Wimmer gedauert. Es wurde vieles umgebaut. Unter anderem haben die Verpächter die Toiletten vom Gastraum aus zugänglich gemacht und den Durchgang zur Backstube verschlossen.

Das Konzept der Heimat beginnt schon beim Logo des neuen Cafés. Den Schriftzug mit dem Herz und der Kuh hat Hensel entworfen. Zusammen mit Familie und Freunden wurde es in einer nächtlichen Malaktion mit Hilfe eines Beamers auf die Hauswand gepinselt. Der Lila-Ton mit dem weißen Emblem fällt auf.

„Heimat ist für uns überall“, sagen die beiden Globetrotterinnen, die weiterhin als Flugbegleiterinnen arbeiten wollen. Doch eine von ihnen soll immer vor Ort sein. Denn wenn der Inhaber nicht da ist, sagen Hensel und Lerch, merkt man das dem Geschäft meist an.

Kaffee Heimat

eröffnet am Dienstag, 1. November. Alle Infos gibt’s online auf www.kaffee-heimat.de.

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