Eig’schnappt, und keiner weiß warum: Bella C. (Isabella Czech) und Egon M. (Egon Martin Mittermaier), im wahren Leben Geschwister, präsentieren sich als streitbares Paar. Foto: Huber

Kabarett beim Schex

Der ewige Beziehungskampf von Bella und Egon

St. Wolfgang – Volles Haus und begeisterte Zuschauer: Für Isabella Czech (Bella C.) und Egon Martin Mittermaier (Egon M.) war die erste Aufführung ihres Beziehungszwistes „A jeder kämpft“ ein überwältigender Erfolg.

Mal getrennt, mal zusammen gaben die beiden auf der Bühne des Gasthauses Schex in St. Wolfgang Einblicke in Ehekämpfe, wie sie auch den Zuschauern nicht fremd sein dürften. Da beklagt sich Bella C. über die „Mode-Legasthenie“ ihres Mannes, der „a Riesenfreid hat, wenn a Jack’n wos ko“, wie Wasser abweisen oder Wind stoppen, und den Trennungsängste packen, wenn sie sein uraltes AC/DC-T-Shirt zur Altkleidersammlung geben will. Oder sie rät den Zuschauerinnen, vor dem Spiegel einen „entsetzten Schockblick“ zu üben, um überzeugend abstreiten zu können, für den Kratzer am Auto verantwortlich zu sein. In solchen Szenen, wenn sie die Augen aufreißt, die Hände vor den Mund schlägt – bei großen Kratzern empfiehlt sie beidhändig zu arbeiten – kann Czech zeigen, dass sie nicht nur ein schnelles Mundwerk, sondern auch komödiantisch was drauf hat.

Gegenpart im Ehekrieg ist Mittermaier, der sein Phlegma kultiviert, um vor seiner penetrant goscherten Ehefrau Ruhe zu haben. Er hat sich nach reiflichem Überlegen, an dem er das Publikum ein wenig zu akribisch teilhaben lässt, für die Ehe als „geregelten Ärger“, entschieden. Das aber nur, weil das Beispiel seiner diversen Spezln zeigt, dass der „ungeregelte Ärger“, also die lose Bindung an eine Partnerin, auch nicht besser ist.

Geregelten Ärger, das beweist die Szene im Wald, hat er genug. Denn sie ist beleidigt, will ihm aber nicht sagen warum. „Wennst a bissl einfühlsam wärst, dann hättst des scho lang selber spürt“, lässt sie ihn schnippisch wissen. Um herauszufinden, welche Laus ihr über die Leber gelaufen ist, redet sich Mittermaier um Kopf und Kragen. Da kommt dann ans Tageslicht, dass er dem Sohn Geld gegeben hat, damit der der Mutter nicht verrät, wer die kunstvoll auf selbst gebacken präparierte, aber beim Bäcker erworbene Torte mit den Fußball platt geschossen hat, oder dass er der gebotoxten Doreen nicht unbedingt aufs Hirn schaut.

Am Schluss erfährt das erheiterte Publikum, dass sie „a g’schlagene Woch“ eingeschnappt war, ohne sich an den Grund zu erinnern, während er die Woche „schee ruhig und harmonisch“ fand. Es sind Klischees wie Stehpinkeln oder Rumbröseln mit denen Czech und Mittermaier gekonnt spielen und sie so überspitzen, dass die Zuschauer immer etwas zu lachen haben.

Dass Egon M. mit „Durchzug, betroffen schauen und nicken“ am besten fährt, glaubt man dem bequemen Typen, den Mittermaier überzeugend verkörpert, aufs Wort. Czech, die mit „ich hab mir dacht, i heirat’ an netten, sympathischen Kerl, der woa?, was si g’hört, und den Rest bieg i mir scho hi“, dagegenhält, gibt virtuos den Beziehungstypen „Ehefrau hat die Hosen an“.

Die Ankündigung, dass der Abend in St. Wolfgang für die Geschwister, die bereits beim Isener Kappenabend mit kürzeren Sketchen aufgetreten sind, nicht der letzte Soloauftritt war, freute das Publikum. Im Frühjahr wollen Czech/Mittermaier in Dorfen ein neues Programm zeigen.

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