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Jung, erfolgreich, neugierig und sozial eingestellt ist Luisa Berger aus St. Wolfgang.  

FREIWILLIGENDIENST

Kleine Schritte für eine bessere Welt

St. Wolfgang – Luisa Berger ist eine taffe junge Frau, die weiß was sie will. Die 18-jährige St. Wolfgangerin ist gerade dabei, sich zu orientieren. Ihr Weg führt sie erst einmal ins Ausland.

Die St. Wolfgangerin hat heuer das Abitur am Gymnasium Gars mit einem hervorragenden Notendurchschnitt von 1,1 bestanden und mehrere beachtliche Ehrungen für ihre Arbeiten bekommen. Nach der Schule ist die 18-Jährige jetzt dabei sich zu orientieren und ihren Platz fürs spätere Berufsleben zu finden. Erst will sie aber noch andere Kulturen und Lebensweisen kennenlernen und engagiert sich im Rahmen eines Freiwilligendienstes in einem Mariphil-Kinderdorf auf den Philippinen.

Die Leistungen der 18-Jährigen sind deutlich mehr als beachtlich. So lieferte Berger am Gymnasium die beste Seminararbeit (Latein) ab und wurde dafür vom Deutschen Altphilologen-Verband für Latein mit der „Goldene Ehrennadel“ ausgezeichnet. „Latein mag man oder eben nicht. Ich mag’s“, erzählt sie trocken. Im Rahmen ihres Projektseminars führte Berger Regie und drehte selbst den Experimentalfilm „4 Minutes“ mit dem Titel „Zwischen Glück und Verzweiflung liegen oft nur wenige Minuten“ (im Internet zu sehen unter www.youtube.com/watch?v=PVDoRqrAn_E).

Zukunft endet, bevor sie begonnen hat

Darin greift sie filmisch das Thema Suizid junger Menschen auf im Spannungsfeld zwischen, feiern, mit Freunden das Leben genießen, sich verlieben, gemobbt werden. Mit klaren Sequenzen kommt der Kurzfilm ohne Sprache aus. „Das Filmen, Regie führen, das hat mir richtig Spaß gemacht“, schwärmt Berger. „Wichtig war mir aber vor allem den Inhalt zu transportieren“ – und sagt traurig: „Es ist unglaublich schade, dass so viele Talente verloren gehen.“ Die Zukunft endet, bevor sie begonnen hat, heißt treffend der Filmuntertitel. Der Kurzfilm brachte Berger den Bundespreises beim 46. Internationalen Jugendwettbewerb der Volks- und Raiffeisenbanken (Kategorie Kurzfilm) ein.

Im Rahmen eines weiteren Projekt-Seminars am Gymnasium war Berger Mitgründerin der Schülerfirma „Traveliscious.net“. Das Team aus 13 engagierten Schülerinnen und Schülern machte ein Kochbuch mit Rezepten aus aller Welt. Auch da war die St. Wolfgangerin begeistert dabei, diesmal auch vor der Kamera. Bereits 2014 war „Eat & Travel – in 25 Minuten um die Welt“ als Buch und Internet-Video veröffentlicht worden (www.youtube.com/watch?v=CL7B7FtzJaM). Der Film hat beim Landeswettbewerb der Schülerfirmen den 1. Platz „Bestes Junior Unternehmen Bayern 2015“ abgesahnt. „Wir hatten jede Menge Spaß bei der Produktion des Kochbuchs“, erinnerte sich Berger. „Film interessiert mich sehr“. Deshalb habe sie jetzt ein Praktikum in dem Metier absolviert, das „total spannend war“.

Wie viele junge Abiturienten, weiß auch Berger noch nicht so ganz genau was sie studieren will. Kreatives arbeiten soll es sein, vielleicht Kulturmanagement Bereich Marketing, aber „Filmregisseur wäre cool“. Ihr großer Traum wäre es, einen Spielfilm zu machen mit einer Enthüllungsstory, die im politischen, sozialen Milieu angesiedelt ist. Der Film sollte die Menschen zum Nachdenken anregen.

Jetzt geht es aber erst einmal darum, die Welt kennenlernen, freut sich Berger. Dazu hat sie sich ein Projekt in Fernost ausgesucht. Schon lange habe sie den Wunsch gehabt, nach dem Abitur etwas sozial Sinnvolles zu leisten. Dieses Gefühl kombinierte sich mit dem Wunsch, einen Eindruck zu bekommen von philippinischer Kultur und Lebensweise. Ab Februar 2017 wird sie ein halbes Jahr auf den Philippinen als Freiwillige im Kinderdorf „Atong Pinuy Anan“ der Organisation „Mariphil e.V.“ schwerpunktmäßig im Bereich Marketing/Fundraising mitarbeiten. Mit ihrem eigenen Beitrag möchte die St. Wolfgangerin „den philippinischen Kindern und Jugend-

Kindern zu besserer Zukunft verhelfen

lichen einen Schritt in eine bessere Zukunft ermöglichen“. Gerne würde Berger noch mehr Menschen über ihr Vorhaben und vor allem über das Mariphil Kinderdorf informieren. Nicht unüblich für die jungen Leute von heute, lässt die 18-Jährige deshalb die ganze Welt an ihrem Leben teilhaben und will regelmäßig über das Leben in dem Kinderdorf bei Panabo auf ihrem Philippinen-Blog berichten.

Infos über das Projekt gibt es im Internet auf dem Blog von Luisa Berger unter www.luisainthephilippines.wordpress.com.

Hermann Weingartner

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