Vertrag ist unterzeichnet: (v. l.) Bürgermeister Ullrich Gaigl, Telekom-Regiomanager Erhard Finger und Verwaltungsleiter Christian Miksch. Foto: Weingartner

Breitbandausbau in St. Wolfgang

Schnelles Internet bis Herbst 2017

St. Wolfgang - Startschuss für schnelles Internet im Großteil der Gemeinde St. Wolfgang. Der Vertrag zwischen Kommune und Telekom Deutschland GmbH für den Breitbandausbau ist unterzeichnet. Im Herbst 2017 soll im Ausbaugebiet schnelles Internet mit mindestens 30 MBit/s zur Verfügung stehen.

"Für die Kommune ist heute schnelles Internet ein klarer Standortvorteil“, betonte Bürgermeister Ullrich Gaigl (FW) bei der Vertragsunterzeichnung im Rathaus. Deshalb nehme die Gemeinde viel Geld in die Hand, um den Ausbau voranzutreiben. Der Vertreter der Telekom, Regiomanager Infrastrukturvertrieb Region Süd, Erhard Finger, versprach unmittelbar nach dem Vertragsschluss „jetzt das Projekt zügig anzugehen“.

Im April wurde im Gemeinderat die Auswertung des Markterkundungs- und Auswahlverfahrens für die Breitbandversorgung in den geplanten Ausbaugebieten vom Planungsbüro IK-T aus Regensburg vorgestellt. Einstimmig ging dann der Auftrag für 900 000 Euro an die Telekom als wirtschaftlichster Bieter. In den Breitbandausbau wird die Gemeinde St. Wolfgang dann nach Abzug der bayerischen Breitbandförderung (80 Prozent) noch rund 180 000 Euro aus eigener Kasse investieren.

Ab Herbst 2017 bekommen 955 Haushalte Breitband-Anschlüsse „mit Geschwindigkeiten von bis zu 50 MBit/s, manche sogar bis zu 100 MBit/s“, erläutere Finger. Der Ausbau erfolgt in noch unerschlossenen Teilen St. Wolfgangs und allen größeren Ortsteilen. Je nach Entfernung vom Verteiler können auch Anwesen außerhalb der Ausbaugebiete noch etwas vom Ausbau profitierten. Teile von St. Wolfgang und Armstorf sind bereits mit schnellem Internet versorgt. Diese Bereiche sind nach den Förderrichtlinien der bayerischen Breitbandinitiative nicht mehr förderfähig.

Mit der Telekom habe man „einen starken Partner für den Breitbandausbau“, betonte Bürgermeister Gaigl. Schnelles Internet sei nicht nur für Privatanwender wichtig. „Auch für Arbeitnehmer mit Home Office und Selbstständige ist eine schnellere Anbindung ans Netz entscheidend und ein Mehrwert für die Immobilie. Breitband ist ein wichtiger Standortfaktor.“

Nach dem der Ausbau-Auftrag vertraglich gesichert sei, wolle die Telekom, „das Projekt zügig anzugehen,“ versicherte Finger. „Wir wissen, wie wichtig ein schneller Internetanschluss ist. Deshalb wollen wir so vielen Menschen wie möglich einen solchen Anschluss zur Verfügung stellen. Wir versorgen die Kommune mit der neuesten Breitbandtechnologie und machen St. Wolfgang und die betroffenen Ortsteile damit zukunftssicher.“

Zum Ablauf des Projekts erklärte Finger, sein Unternehmen steige „nun in die Feinplanung für den Ausbau ein“. In der Regel dauere es zwischen Vertragsabschluss und Buchbarkeit der Anschlüsse „zwölf Monate“.

Aber erst wenn alle Kabel verlegt und Multifunktionsgehäuse aufgestellt seien, erfolge auch der Anschluss ans Telekom-Netz. Ist vor Ort alles abgeschlossen, dauere es intern noch mal „vier bis acht Wochen“, bis die Technik die IT-Umsetzung und Probeläufe abgeschlossen habe, betonte Finger. „Vorher macht es keinen Sinn, einen schnellen Anschluss zu beantragen.“ Der Termin werde rechtzeitig bekannt gegeben.

Auch nach dem Ausbau werde nicht jedes Anwesen mit schnellem Internet versorgt sein, sagte Gaigl. Dennoch werde ein lückenloser Breitbandausbau angestrebt. In einem weiteren Schritt sollen die Restmittel (rund 280 000 Euro) aus der bayerischen Förderung und dann die Bundesfördermittel genützt werden, um letzte nicht erschlossene Flecken zu versorgen. Letztlich sei das dann aber eine Frage der vertretbaren „wirtschaftlichen Argumente“ im Umgang mit Steuergeldern. Eine Pflichtaufgabe der Kommune sei schnelles Internet nicht.

Hermann Weingartner

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