Alternative abgelehnt: Das alte Schulhaus in Schönbrunn kommt als Bürgerhaus nicht infrage. Foto: Weingartner

Schützenheim/Bürgerhaus Schönbrunn

Standort ist gefunden

St. Wolfgang - Das geplante Projekt Schützenheim/Bürgerhaus in Schönbrunn kommt voran. Endgültig klar ist nun auch der Standort: Der Neubau soll wie von den Dorfvereinen ursprünglich geplant am westlichen Ortseingang auf gemeindlichem Grund errichtet werden.

Hintergrund der Diskussion im St. Wolfgang Gemeinderat um einen alternativen Standort für das Schützenheim/Bürgerhaus war die Klärung eines bereits 2014 in Aussicht gestellten gemeindlichen Zuschusses für das Bauvorhaben. Bürgermeister Ullrich Gaigl (FW) machte nun noch einmal den Vorschlag, das alte Schulhaus neben der Kirche zum Bürgerhaus umzubauen.

Der Schützenverein ist seit der Schließung des früheren Wirtshauses Pfaller vor zwei Jahren heimatlos und bei den Armstorfer Schützen zu Gast. Deshalb will man möglich schnell in Schönbrunn bauen. Ein Bauantrag wurde bereits eingereicht. Die Schützen haben Anfang September auch einen Antrag auf 100 000 Euro Zuschuss sowie ein Darlehen über weitere 100 000 Euro an die Gemeinde gestellt.

Grundsätzlich war der Gemeinderat bereit, die Baumaßnahme finanziell zu unterstützen. Josef Stierstorfer (FW) gab zu bedenken, dass alle Vereine bei Zuschüssen gleich behandelt werden müssten. Vizebürgermeister Konrad Bernhard (WG Gatterberg-Schönbrunn) erklärte dazu, dass das Projekt in Schönbrunn anders zu sehen sei, als etwa die Vereinsheime der St. Wolfganger Gartler und Schützen. In Schönbrunn werde ein Bürgerhaus entstehen, das das Dorfleben wieder beleben soll. Beteiligt sei das „ganze Dorf und die Pfarrei“ und die Nutzer „acht Dorfvereine und Gruppierungen“. Für die Vereine gebe das Bürgerhaus die Möglichkeit, dass sie „wieder dahoam was machen können“. Bernhard klärte zudem auf, dass der Schützenverein Schönbrunn stellvertretend für alle Dorfvereine rechtlich als Bauherr für die Baumaßnahme auftrete.

Das Argument überzeugte den Gemeinderat. Zuschuss und Darlehen wurden einstimmig bewilligt. Nicht überzeugt hatte der Vorschlag von Gaigl. Es sei rein seine „Intention“ gewesen mit dem ehemaligen Schulhaus eine innerörtliche Alternative zu dem geplanten Bürgerhaus-Standort noch mal in die Diskussion zu bringen. Das ortsbildprägende Gebäude gehöre der Gemeinde. Ein Abbruch sei nicht vertretbar, sondern eine Renovierung und Umnutzung „wünschenswert und vertretbar“. Und es müssten keine landwirtschaftlichen Flächen für das Vereinsheim verbaut werden.

„Die Überlegungen sind gut“, betonte Bernhard zum Vorschlag des Bürgermeisters. Deshalb habe man das Schulhaus „intensiv“ vor Ort begutachtet. Das Fazit sei: „Was wir planen, wünschen und realisieren wollen, ist in dem Gebäude nicht umsetzbar“. So sei etwa der Zuschnitt der Räume „schwierig“. Der Einbau von geplanten elf Schießständen auch für Zimmerstutzen auf 15 Meter- und auch Bogenschießen sei nicht möglich.

Anton Daumoser (WG Gatterberg-Schönbrunn) war „ein Verfechter des Schulhauses gewesen“. Mittlerweile habe sich seine „Sichtweise geändert“. Ein Bürgerhaus mitten im Ort mit der geplanten gastronomischen Bewirtung sei „schwierig“, etwa wegen des Lärms. Er regte an: „Das Schulhaus mit rund 500 Quadratmetern ist super als Wohnraum“. Dort könnte ja dann familienfreundlicher Geschosswohnungsbau entstehen.

Hermann Weingartner

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