Halten die Fahne hoch: Die Schützen aus dem Gaus Wasserburg-Haag auf ihrem Zug durch Isen (Foto links). Den gut besuchten Gottesdienst unter freiem Himmel (Foto rechts) zelebrierten am Altar Dekan Josef Kriechbaumer (r.) und Diakon Willibald Greinsberger (l.). Fotos: huber

Schützengedenktag ein lebendiges Stück Brauchtum

Isen - Fahnen, Tracht und Schützenketten: Ein beeindruckendes Bild bot am Sonntag der Schützengedenktag des Schützengaus Wasserburg-Haag in Isen der im Rahmen des Volksfestes stattfand.

Rund 500 Teilnehmer aus 50 Vereinen hatten sich bei strahlendem Sonnenschein und weiß-blauem Himmel an Kirchenzug und anschließendem Gottesdienst am Marktbrunnen beteiligt. Begleitet wurden die Schützenvereine aus der Haager und Wasserburger Region von der Blaskapelle Isen.

Schützengedenktag in Isen

Schützengedenktag in Isen

Mehr als zufrieden mit dem prächtigen Umzug war Josef Rott, Schützenmeister der Feuerschützen Isen, die zusammen mit Festwirt Michael Badmann den Gedenktag ausgerichtet hatten. Rott hatte die Ehre, Gauschützenmeister Helmut Wagner bei der symbolischen Kranzniederlegung, mit der an die verstorbenen Mitglieder erinnert wurde, zur Seite zu stehen.

„Es ist schon etwas Besonderes, dass dieser Schützengedenktag im Rahmen unseres Volksfestes stattfinden darf“, sagte Isens Bürgermeister Siegfried Fischer. Denn Schützenvereine bereicherten durch ihre Teilnahme weltliche und kirchliche Feste. „Und zwar nicht als folkloristisches Fotomotiv oder aus frömmelnder Gläubigkeit heraus, sondern als ehrliche, selbstbewusste Vertreter bayerischer Tradition und Lebensweise“. Dabei verkörperten sie , so der Bürgermeister weiter, bodenständig und ohne „Schnickschnack“ gutes, altes Brauchtum. Für Isen sei der Gauschützentag auch deswegen besonders, weil er eine „der wenigen, aber starken“ gelebten Erinnerungen an die Zugehörigkeit des Marktes zum ehemaligen Landkreis Wasserburg sei.

Als „ausdrucksstarkes Zeichen der Schützenbewegung“, bezeichnete Landrat Martin Bayerstorfer den Gauschützentag. Dass sich rund jeder zehnte Bürger in seinem Landkreis in einem Schützenverein engagiere, zeige, welche gesellschaftliche Bedeutung die Schützen hätten. Sie seien weder eine Minderheit, noch „ideologisch verblendete Waffennarren“, stellte Bayerstorfer fest und bemühte sich, „mit zwei verbreiteten Vorurteilen aufzuräumen“.

Dekan Josef Kriechbaumer wünschte sich in seiner Predigt schließlich von den Schützen, dass sie sich neben dem sportlichen Wettkampf nach dem Vorbild Jesu der Sorgen ihrer Mitmenschen annehmen.

(ahu)

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