Können an ein Aus für das Kinderheim nicht glauben: Schwester Elvira und Erzieher Florian Übler mit zwei der sieben Kinder, die derzeit in Kloster Moosen leben. Foto: Weingartner

Schwester Elvira hofft auf einen Neuanfang

Kloster Moosen - Die Nachricht von der Schließung des Kinderheims Kloster Moosen wird in der Bevölkerung mit Bedauern aufgenommen. In einem Gespräch mit der Heimatzeitung erzählten Schwester Elvira und Erzieher, wie es ihnen und den Kindern mit der Entscheidung geht, und dass sie die Hoffnung noch nicht aufgeben.

Den Beteiligten liegen vor allem die Kinder am Herzen, die in Kloster Moosen eine neue Heimat gefunden haben. Da das Heim neben dem Jugendamt Erding auch mit Traunstein und vor allem München zusammenarbeitet, leben dort derzeit sieben Kinder im Alter von sieben bis 14 Jahren, vier davon sind minderjährige Flüchtlinge. Sie werden von vier Erzieherinnen und zwei Erziehern betreut. Einer davon ist Florian Übler. Ihn habe die emotionale Reaktion der Kinder mitgenommen, als ihnen gesagt wurde, dass sie ihre Heimat verlieren: „Ein Junge hat abwechselnd gelacht und geweint, weil er nicht wusste, wie er das begreifen soll.“ Erzieherin Bettina Wenrich bestätigt: „Die Kinder haben sich hier gut eingelebt, haben in der Schule, im Fußball- und Trachtenverein Anschluss gefunden. All das verlieren sie wieder. Und in den meisten Fällen zum wiederholten Male.“ Die Kinder werden jetzt auf verschiedene Heime aufgeteilt.

Das Erzieher-Team verstehe sich sehr gut, freut sich Schwester Elvira, die vom Orden der Armen Schulschwestern - dem aktuellen Träger - als Kontaktperson zum Heim eingeteilt wurde. In Kloster Moosen sei nach einer schwierigen Zeit wieder Ruhe eingekehrt. Nachdem kurz hintereinander zwei Schwestern, die das Heim geleitet hatten, vor rund drei Jahren in einem anderen Aufgabenbereich eingesetzt wurden, hatte es viele Wechsel bei den Erziehern gegeben, so dass zuletzt nur drei Kinder betreut werden konnten, auch, weil andere entweder dem Heim entwachsen waren oder aus pädagogischen Gründen eine andere Einrichtung brauchten. Diese Zeit wurde aber genutzt, um zu renovieren. So zeigt sich das Heim jetzt in einem gepflegten Zustand. Die Zimmer sind großzügig und der Außenbereich ist - auch dank der vielen Spenden der Bevölkerung - ein kleines Paradies mit Klettergerüst, Schaukeln und Rutschen. Schwester Elvira sagt: „Ich finde es schade, wenn das hier alles aufgegeben wird. Ich war schon in vielen Heimen, aber unseres ist eines der Schönsten weit und breit.“ Mit dem Ende von Kloster Moosen würden laut Schwester Elvira nicht nur die jetzigen Heimkinder ihr Zuhause verlieren. „Wir haben doch so viele Ehemalige, die die Schwestern besuchen und für die Kloster Moosen eine Heimat ist.“

Wenrich sieht mit der Schließung des Heims auch ein Problem auf den Landkreis zukommen. „Gerade in Fälle von Inobhutnahmen, wo die Jugendämter auf eine schnelle Unterbringung der Kinder angewiesen sind, war Kloster Moosen zur Stelle, und es hat stets gut geklappt. Wenn wir die Möglichkeit bekämen, eine heilpädagogische Einrichtung zu werden, könnten wir den Bedarf noch besser abdecken.“

Das Erzieher-Team und Schwester Elvira können Peter Stadick, Leiter des Jugendamts Erding, bestätigen. In einem Interview mit der Heimatzeitung sagte dieser: „Durch die Schließung der Einrichtung entsteht eine Lücke in der Jugendhilfe-Landschaft.“ Auch aus Stadicks Sicht wäre es sinnvoll, wenn ein anderer Träger das Heim übernähme und es von einer sozialpädagogischen Einrichtung in eine heilpädagogische umwandle, da hierfür mehr Bedarf bestünde. Und genau darin sehen die Betroffenen eine Möglichkeit. Alle Beteiligten hätten Verständnis für die Argumentation des jetzigen Trägers, dass der Verwaltungsaufwand für ein einziges Heim - der Orden verwaltet ansonsten Schulen, Kindergärten und Horte - zu groß ist. „Ein Verbund von Heimen macht die Verwaltung einfacher und kostengünstiger. Ein neuer Träger mit Erfahrung wie die katholische Familienpflege oder die Innere Mission könnten leichter bei der Ausweitung unseres Angebots helfen.“ Auch Erzieherin Wenrich sieht hier eine Chance: „Die Räume für Gespräche und Therapien sind vorhanden, wir haben sogar einen Werkraum.“ Ein neuer Träger hätte die Möglichkeit, externe Fachkräfte wie Sozialpädagogen und Psychologen für die Kinder in Kloster Moosen zur Verfügung zu stellen. „Vielleicht findet sich ja doch noch ein Träger“ sagt Schwester Elvira, denn: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ (and)

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