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Schwindkirchen will mehr Schallschutz

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Lärmschutz gibt es nur bis zu den gesetzlichen Grenzwerten, erklärten die Autobahn-Planer Frank Frischeisen und Robert Köhl (v. r.) den Zuhörern. foto: prä
Lärmschutz gibt es nur bis zu den gesetzlichen Grenzwerten, erklärten die Autobahn-Planer Frank Frischeisen und Robert Köhl (v. r.) den Zuhörern. foto: prä

Schwindkirchen - Künftig ist Schwindkirchen von der A94 betroffen. Wie in der Bürgerversammlung deutlich wurde, beschäftigt die Menschen dort vor allem der Schallschutz.

„Die Messe ist gelesen, jetzt geht es nur noch um das Wie beim Bau der A 94“, betonte Bürgermeister Heinz Grundner in der nur für Schwindkirchen einberufenen Bürgerversammlung. Über 80 Bürger aus dem künftig von der A 94 betroffenen Raum Schwindkirchen äußerten vor allem ihre Sorgen und Befürchtungen zum Verkehrslärm und forderten maximalen Lärmschutz.

Für aktuelle Infos und Aufklärung hatte Bürgermeister Grundner die zuständigen A-94-Planer, Frank Frischeisen und Robert Köhl, von der Autobahndirektion Südbayern mitgebracht. Der Wunsch nach noch mehr Lärmschutz sei verständlich, so Sachgebietsleiter Frischeisen. Die abgeschlossenen Bauplanungen seien im Rahmen rechtlicher Vorgaben erfolgt, geprüft und genehmigt. Grenzwerte würden überall eingehalten. „Wir würden gerne noch mehr machen“, aber Lärmschutz über maximale Grenzwerte hinaus, würden vom Auftraggeber „Bund“ nicht bezahlt und gestrichen.

Der A 94-Abschnitt zwischen Pastetten, Dorfen und Heldenstein werde im noch laufenden ÖPP-Verfahren von einem privaten Unternehmen gebaut, informierte Frischeisen. Bei dem öffentlich-privaten Finanzierungsmodell seien noch „zwei Bewerber im Rennen“. Die Auftragsvergabe für Bau und Betrieb für 30 Jahre erfolge noch heuer. Im Frühjahr 2016 können die Baumaßnahmen beginnen, Ende 2019 soll dann die A 94 von Pastetten bis Heldenstein fertig sein. Die Verkehrsfreigabe erfolge definitiv „auf einmal“, versicherte Frischeisen. Ende August werde die neue B 15-Brücke über die A 94 südlich von Dorfen unter Verkehr genommen“ und damit die „lästige Umleitung“ beseitigt.

Frischeisen wies darauf hin, dass im ganzen A 94-Bereich Schwindkirchen „Flüsterasphalt“ eingebaut werde, der den Lärm um drei dBA (Schalldruck) gegenüber dem Referenzwert mindere. „Das bringe schon etwas“. Für die PWC-Anlage (Parkplatz) bei Kaidach forderte die BI weitere Lärmschutzverbesserungen als den nachträglich geplanten, drei Meter hohen Gestaltungswall mit Bepflanzung. Das sei nicht möglich, weil dort die Grenzwerte sogar ohne zusätzliche Maßnahmen eingehalten würden, so die Planer. Wenn man nach Ampfing blicke, sehe man, was alles möglich sei beim Lärmschutz, sagte ein Teilnehmer, wo die A94 im rund 900 Meter langen Tunnel verschwinde und bei Heldenstein die Lärmschutzwälle sechs Meter hoch seien. Dort wohne halt auch ein Minister (Marcel Huber, CSU; Anm. d. Red.), wurde vermutet.

Eine Ausnahme sei der nachträglich geforderte, zusätzliche Lärmschutz an den Lücken bei den Übergängen der A94-Goldachtal-Brücke, so Frischeisen. Möglicher „Schlaglärm“ könne als störend wahrgenommen werden, räumte der Sachgebietsleiter ein. Die Lärmschutz-Grenzwerte seien aber auch dort eingehalten - trotz kleiner Lücken. Dennoch werde nun ein Lückenschluss mit Lärmschutzwänden und Wällen errichtet, aber nur, weil die Stadt Dorfen die Kosten dafür von rund 300 000 Euro übernehme. prä

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