Bahnausbau und B 15 neu

SPD: Stadt darf sich nicht über den Tisch ziehen lassen

Dorfen – Zwei einschneidende Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen stehen an. Für den zweigleisigen Bahnausbau und eine mögliche Nachmeldung einer B 15 neu Westtrasse für den neuen Bundesverkehrswegeplan werden 2015 die Weichen gestellt. Für die Dorfener SPD steht fest: „Da müssen wir höllisch aufpassen.“

Wachsamkeit sei geboten bei diesen verkehrspolitischen Projekten, dass man „nicht über den Tisch gezogen wird“, forderte Stadträtin Michaela Meister bei einem Pressegespräch der örtlichen SPD-Spitze. Eine komplette Tieferlegung der Gleise beim Bahnausbau im Gemeindebereich wäre aus Lärmschutzgründen wünschenswert, ist aber nicht zu realisieren. Die SPD fordert daher eine längere Troglösung als bisher geplant. Besonders aufpassen müsse man bei dem Brückenbauwerk in Kloster Moosen, für das das Planfeststellungsverfahren laufe. Ohne Tieferlegung der Gleise dort würde diese Straßenüberführung ein „Monstrum“ und bedeute möglicherweise auch einen „Fixpunkt“ für die Absenkungstiefe des Gleistroges insgesamt.

Nicht akzeptabel ist für die Genossen ist, dass es für Wasentegernbach von der Bahn derzeit noch gar keine Planung gebe und es womöglich bei dem beschrankten Bahnübergang im Ort bleiben soll, sagte Meister. Bei dem künftig deutlich höheren Zugverkehr würden die Schranken dann kaum noch aufgehen. „Schockierend“ findet Ortsvorsitzende Simone Jell diese Situation. Man dürfe „die Wasentegernbacher da nicht im Stich lassen“. Zudem fordert Meister, dass von den Kosten, die der Stadt durch Beteiligungen an Brückenbauwerken entstünden, „möglichst viel auf diejenigen verlagert werden, die den Nutzen haben“. Das sei vor allem der Gütertransport Richtung Chemiedreieck und die Entlastung des Brennerbasistunnels.

Mit der Planung einer B 15 neu Westtrasse ist die Dorfener SPD auch nicht einverstanden. Einen Ausbau der bestehenden Osttrasse im Mühldorfer Landkreis nach dem Floriansprinzip werde man dennoch nicht fordern. Die aktuellen Verkehrszahlen gäben weder einen vier- noch dreispurigen B 15-Ausbau her, betonte Stadtrat Jakob Baumgartner. Das Problem sei der „viele unnütze Verkehr, wenn etwa Butter aus Schleswig-Holstein nach Bayern gekarrt“ werde. Verkehrsvermeidung anstatt Straßenneubau sei geboten.

Ortsvorsitzende Jell befürchtet, dass der bestehende Ausbau der B 15 neu von Regensburg bis Landshut künftig noch mehr Verkehr auf die B 15 lenken werde. Wenn es dann keine Ost-Trasse gebe, „bleibt der Verkehr dauerhaft bei uns“. Nun sei Umweltministerin Ulrike Scharf gefordert, nachdem es Staatskanzleichef Marcel Huber (beide CSU) geschafft habe, „die Trasse aus seinem Wahlkreis rauszubekommen“.  prä

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