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Schwungvoll: Die Verantwortlichen, mit Bürgermeister Franz Hofstetter (l.) an der Spitze, beim Spatenstich. 

Spatenstich

Beim Hofkirchener Bürgerhaus bauen alle mit

Hofkirchen - Wenn die Hofkirchener etwas anpacken, dann aber richtig. Im April haben die ehrenamtlichen Helfer den östlichen Teil des alten Schulhauses entkernt, Anfang Mai die marode östliche Hälfte abgerissen. Jetzt war der offizielle Spatenstich für das dort entstehende Bürgerhaus.

Zu diesem Anlass eingeladen waren neben Taufkirchens Bürgermeister Franz Hofstetter mit seinem Gemeinderat die Organisatoren und die beiden Planer Stefan Storde und Korbinian Otter vom Büro Baupunkt8- Ingenieure aus Urtlfing.

Auch dabei zeigten die Hofkirchener, dass sie alles pragmatisch anpacken und kein großes Brimborium machen. Der symbolische Spatenstich wurde neben der bereits gegossenen neuen Bodenplatte vorgenommen.

Nach kurzem Fotoshooting konnten Interessierte den Baufortschritt mit den Bauleitern Gottfried Schraufstetter und Martin Weber begutachten. Michael Kronseder, der Dritte im Bunde und treibende Kraft des Bauvorhabens, war aus persönlichen Gründen verhindert.

Bauherr ist der Schützenverein Hubertus Hofkirchen. Weitere beteiligte Vereine und spätere Nutzer des Bürgerhauses sind die Theatergruppe Hofkirchen, der Obst- und Gartenbauverein Hofkirchen, der Kegelverein Permering, der Krieger- und Soldatenverein Hofkirchen und der Schützenverein Gemütlichkeit Großköchlham. Sie waren durch ihre Vorsitzenden vertreten.

Das Bürgerhaus soll gemeinschaftlich genutzt werden für Veranstaltungen und Aktivitäten der örtlichen Vereine, Gesellschaften und privater Personen, erklärte Bürgermeister Hofstetter im Gespräch mit der Heimatzeitung. Die Baukosten betragen rund 800 000 Euro, der Gemeindezuschuss 400 000 Euro. Ausgezahlt werde er in zwei Raten, dieses und nächstes Jahr. Weitere Zuschüsse gebe es vom Bayerischen Sportschützenbund und dem Landkreis.

Der abgebrochene westliche Gebäudeteil soll durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt werden, der östliche Teil umgebaut und saniert werden. Im Erdgeschoss sollen ein Saal mit Bühne, ein Aufenthaltsraum mit Schänke und Küche, Toiletten und Lager entstehen. Im Obergeschoss sollen Schießstände, ein Mehrzweckraum, Lager und Technik untergebracht werden.

Die Nutzfläche umfasst laut Hofstetter insgesamt 538 Quadratmeter. Das Grundstück wurde dem Bauherren auf Erbbaurecht für 75 Jahre übertragen, der Erbbauzins beträgt null Euro, so lange die Zweckbestimmung erfüllt werde.

Wichtig war es Hofstetter, dass sich die Hofkirchener bei ihrem lange ersehnten Bürgerhaus selber stark einbringen. Dies ist bereits geschehen durch Eigenmittel, Sach- und Geldspenden sowie ein Bankdarlehen. Auch in Eigen- beziehungsweise Vorleistung sind sie schon stark gegangen. „700 Stunden in 16 Arbeitstagen“ sind es bis jetzt, listete Weber auf. Pro Tag seien es immer zehn bis 15 Helfer gewesen, ergänzt Schraufstetter, alias „Vorreiter Sixt“. So wird er auf der Baustelle genannt, angelehnt an eine früherer Theaterfigur, die er gespielt hat.

Von der Bausubstanz sei er positiv überrascht gewesen, sagt der Maurermeister. Er verrät auch, das beim Abriss beziehungsweise beim Entkernen des Gebäudes zwei alte Bodenbretter gefunden wurden. Das eine datiert auf 1876, das andere auf 1899. Diese wurden ebenso aufbewahrt und eingelagert, wie die wunderschöne, alte Eingangstür, die künftig die Saaltür werden soll. Auch altes Mobiliar, Überbleibsel vom Schulbetrieb und Teile der Requisite, die sich im Speicher des alten Schulhauses befanden, werden aufgehoben. Die alten Balken haben auch schon einen Abnehmer gefunden, soweit sie nicht morsch sind. Der neue Besitzer will daraus Laternen basteln.

mel

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