Gerontopsychiatrisches Zentrum

Bessere Hilfe für psychisch kranke Senioren

Taufkirchen - Deutschlands Bevölkerung wird immer älter. Mit dem demografischen Wandel ändern sich auch Anforderungen der medizinischen und pflegerischen Versorgung. Das Isar-Amper-Klinikum Taufkirchen reagiert mit einem verbesserten Profil des Gerontopsychiatrischen Zentrums.

Alter bedeutet nicht gleich Krankheit, dennoch treten vermehrt Erkrankungen auf. Mit psychischen Erkrankungen jenseits des 60. Lebensjahres, wie etwa Depression oder Alzheimer, beschäftigt sich die Gerontopsychiatrie. Um kommende Herausforderungen der medizinischen, therapeutischen und pflegerischen Leistungen zur Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten, hat das Isar-Amper-Klinikum Taufkirchen das Profil seines „neuen“ Gerontopsychiatrischen Zentrums (GPZ) gestärkt. Am Mittwoch wurden beim Tag der offenen Tür mit Infobörsen, Vorträgen und Führungen die Leistungen des GPZ vorgestellt. „Sicher, nah, vielfältig“, seien Werte und „Grundlage des Selbstverständnisses“ der kbo-Kliniken, sagte die stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dr. Margitta Borrmann-Hassenbach. Das „neue“ GPZ am kbo-Standort Taufkirchen sei ein Paradebeispiel dafür und ein „Leuchtturm-Projekt“. Psychische Erkrankungen führten oft zu großer Verunsicherung, erklärte Borrmann-Hassenbach, besonders bei älteren Menschen. Erkrankungen würden häufig als nicht behandelbar empfunden, sondern mehr als Zeichen von Schwäche und Alter. Entsprechend sei „die Angst sozialer Ausgrenzung und Stigmatisierung bei psychiatrischer Behandlung groß“.

Der Schritt für Ältere, sich professionell behandeln zu lassen, sei „besonders groß, wenn nicht gar unmöglich“, sagte Borrmann-Hassenbach. Sicherheit und Nähe seien daher bei kbo-Kliniken für das Vertrauen dieser Patientengruppe „von besonderem Wert“. Mit der Angebotsvielfalt im ambulanten, tagesklinischen und stationären Bereich sowie die Vielfalt der Kompetenzen, Berufsgruppen und fachlicher Spezialisierungen sei man „bestens gerüstet, um auf die komplexen, gerontopsychiatrischen Erkrankungen und ihre engen Verknüpfungen mit körperlichen Erkrankungen und sozialen Lebensumstände einzugehen“. Das GPZ könne „den Herausforderungen der Zukunft mit Zuversicht und Selbstvertrauen entgegentreten“.

Von psychischer Erkrankung bedrohten oder erkrankten Menschen ab 65 Jahren biete das GPZ individuelle Beratung und Behandlung durch ein berufsübergreifendes Team, erklärte kbo-Chefarzt Dr. Ralf Marquard. Ziel sei „die Erhaltung und Förderung der Selbstständigkeit unter Berücksichtigung der Wahrung der Würde und Willens sowie Eigenverantwortlichkeit der Patienten“. Das GPZ habe zwei Stationen. Eine könne beschützend behandeln, die andere sei eine Fachambulanz mit individueller Demenzdiagnostik. Ziel sei Patienten und Angehörigen „lösungsorientierte Hilfestellungen für das tägliche Leben zu geben“. Besonderen Wert legen man auf Einbeziehung und Beratung der Angehörigen. Dass die „Anstrengungen“ des GPZ Früchte tragen, zeigten auch „die positiven Rückmeldungen der Patienten, deren Familien oder Einweiser“. Das reiche vom Behandlungsangebot, sehr freundlichem Personal bis zur „Qualität der Küche“. Die Bemühungen sollen weiter verstärkt werden, kündigte Marquard an. Angedacht seien eine Ausweitung der tagesklinischen Versorgung gerontopsychiatrischer Patienten und eine zusätzliche Station im geplanten Neubau.
Hermann Weingartner

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