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Signierte ihren aktuellen Roman: Tanja Kinkel (r.) mit Bücherei-Leiterin Britta Schild bei der Lesung.

Tanja Kinkel in der Bücherei Taufkirchen

Ein Buch über die Tochter der Terroristin

Taufkirchen – Die Bestseller-Autorin Tanja Kinkel stellte ihren Roman „Schlaf der Vernunft“ vor. Für die Recherche las sie Gesprächsprotokolle von Brigitte Mohnhaupt.

Mit acht Jahren begann sie Geschichten und Gedichte zu schreiben. Mit neun Jahren gewann sie einen Jugendliteraturpreis, und mit zehn schrieb sie ihren ersten Roman. Heute zählt Tanja Kinkel, die in München lebt, zu den renommiertesten deutschen Autoren. In der Bücherei Taufkirchen las sie aus ihrem jüngsten Buch „Schlaf der Vernunft“ und stellte sich den gut 30 Zuhörern in einer lebhaften Diskussion vielen Fragen.

17 Romane hat Kinkel veröffentlicht. Erfolgreich wurde sie durch ihre historischen Romane „Säulen der Ewigkeit“, „Schatten der Königin“ oder „Die Puppenspieler“, der auch verfilmt wurde und Ostern 2017 ausgestrahlt werden soll, wie sie dem Publikum verriet.

Während die meisten ihrer gut recherchierten und fundierten Bücher in weit entfernten Epochen spielen, greift „Der Schlaf der Vernunft“ deutsche Zeitgeschichte auf, die Zeit des deutschen Herbstes, als RAF-Mitglieder Terroranschläge verübten. Kinkel erzählt von den Langzeitauswirkungen nicht nur auf die Täter, sondern auf die Angehörigen und die Opfer. In einer Mutter-Tochter-Beziehung beschreibt sie die schlimme Jugend von Angelika Müller.

Ihre Mutter Martina war Terroristin, sie wuchs bei den Großeltern auf – geplagt von Schamgefühl.

Klaus, ein weiterer Charakter, ist der Sohn des ermordeten Chauffeurs des Staatssekretärs. Auch er ist geplagt von Albträumen, Trauer und Unsicherheit, aber nicht von Rache. Er, der Journalist, sucht die Konfrontation mit dem Thema, mit den Mördern, will aber seine Mutter vor weiterem Leid schützen.

„Ich wollte nicht die Ermordung eines geliebten Menschen schildern“, sagt Kinkel. Deshalb seien die Personen in ihrem Roman ebenso fiktiv wie das Attentat. Inspiriert habe sie das Buch „Patentöchter“, in dem sich Corinna Ponto, Tochter des ermordeten Jürgen Ponto, und Julia Albrecht, die kleine Schwester der Täterin Susanne Albrecht, gemeinsam Gedanken über die Geschehnisse machen, sie aus den unterschiedlichen Hintergründen zu verarbeiten suchen. Beide Familien waren befreundet bis es zum Attentat kam.

Kinkel hat in ihrem Freundeskreis einen Staatssekretär, der ihr bei der Recherche zu „Der Schlaf der Vernunft“ ebenso half, wie ihr Namensvetter Klaus Kinkel, ehemaliger BND-Chef, Justiz- und Außenminister. Er gewährte ihr sogar Einblicke in seine Gesprächsprotokolle mit Brigitte Mohnhaupt. Schon immer habe sie ein latentes Interesse für die 68er Jahre gehegt. Das Thema Terrorismus habe mittlerweile wieder sehr an Aktualität gewonnen, meinte die Schriftstellerin.

Zum Titel des Buches wurde sie durch ein Bild von Goya angeregt, erzählte sie. Pro Buch brauche sie ungefähr zwei Jahre, eineinhalb Jahre für die Recherche, ein halbes zum Schreiben. Bis in die Mongolei führten sie Recherchen für Bücher, nur so könne man glaubwürdig die Eigen- und Begebenheiten schildern. „Man braucht viel Glück und Talent“, um als Schriftstellerin leben zu können. Sie erhielt bereits bei ihrem ersten Roman vor über 20 Jahren eine Zusage und hatte besagtes Glück.

Birgit Lang

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