Planen für die Zukunft der Dörfer: Die Bürger konnten in Wambach ihre Vorstellungen einbringen. Foto: Lang

BÜRGERWERKSTATT

Dorfbewohner wollen unter sich bleiben

Wambach - Große Veränderungen wünschen sich die Bewohner von Gebensbach, Geislbach, Hubenstein und Wambach nicht. Das ist das Fazit der ersten Bürgerwerkstätte. Ein Ergebnis zog sich aber wie ein roter Faden durch den Abend: Keine weiteren Baugebiete in den Dörfern.

Die Gemeinde Taufkirchen hat im Rahmen des Gemeindeenwicklungskonzeptes die Anwohner ins Gasthaus Kronseder nach Wambach eingeladen, um deren Vorstellungen und Wünsche für ihre Heimatdörfer zu erfahren. Bei diesem Prozess gehe nicht nur um Wohnbebauung, sondern auch um Nahversorgung, Gewerbe oder Straßenbau, erklärte Bürgermeister Franz Hofstetter. Moderator Andreas Raab erläutere die Aufgabenstellung noch detaillierter. Auf dem ersten Blick scheine die Welt noch in Ordnung zu sein. „Entscheidend ist der zweite Blick, was ist in den Gebäuden, wie werden sie genutzt.“ Ziel sei es die Dörfer zu erhalten, sie zu beleben, neue Nutzungen und räumliche Perspektiven zu finden, damit sie nicht zu reinen Wohndörfern verkümmern. „Wo soll sich das Dorf hin entwickeln. Wohin mit der Landwirtschaft? Welche prägende Ortsstruktur soll erhalten werden? Wie viel Mischstruktur ist möglich?“ verdeutlichte er den Anwesenden die Problematik des Strukturwandels. Beratend standen er und und Pauline Kurzmüller vom Amt für Ländliche Entwicklung den Teilnehmern bei der anschließenden Gruppenarbeit zur Verfügung.

Nach gut zwei Stunden wurden die Ergebnisse vorgetragen. „Wambach ist bunt“, freute sich Markus Tremmel und verwies auf die stabile Landwirtschaft, Gewerbetreibende und Handwerksbetriebe im Dorf. „Eine gute Mischung“, die zwar keine Arbeits- und Ausbildungsplätze anbiete, aber erhaltenswert sei. „Wir brauchen kein weiteres Baugebiet, wir wollen aber Baulücken nutzen für Bauwillige aus dem Raum Wambach.“ Ein dörflicher Treffpunkt könnte am Kirchvorplatz und Pfarrhof entstehen und eine Fußwegeverbindung von der Brücke zum Dorfplatz wäre wünschenswert.

Auch, wenn die meisten Landwirte schon vor Jahren ihren Betrieb aufgegeben hätte, würden die Leerstände alle genutzt, sagte Josef Stummer über Geislbach. Zwei Landwirte und eine Friseurin gebe es noch im Dorf, dass seinen Charakter behalten sollte. Deshalb seien auch „keine Sechs- oder Achtfamilienhäuser“ und kein neues Baugebiet gewünscht.

Mit sehr viel Leerständen hat Gebensbach zu kämpfen, meinte Sprecher Alois Maier. Außer einem Ein-Mann-Betrieb gebe es kein Gewerbe mehr. Probleme gebe es auch mit der Siedlung, da sich viele Zugezogene nicht ins Dorf- und Vereinsleben integrierten. Gewünscht werde Baugrund für Einheimische, betreutes Wohnen im Alter möglicherweise in der Einrichtung Giglberg, die erweitert werde könnte und ein Dorfladen mit Paketannahmestelle. Der Außenbereich und das Vereinsheim sollten gesichert bleiben, betonte Maier. Die Leerstände im Altdorf könnten für Familienhäuser genutzt werden. Wohnbebauung sollte nicht zu nah an Gemeindeflächen grenzen, um Probleme zu vermeiden.

Für das Straßendorf Hubenstein fasste Raab zusammen, dass bei der baulichen Entwicklung sensibel vorgegangen werden sollte, um Konfliktpotenzial im Innenbereich zu vermeiden. Wenn Bebauung, dann für den Eigenbedarf und durch eine Ortsabrundungssatzung. Ein Dorftreffpunkt schien nicht allen notwendig, wenn, dann sollte dieser in der Ortsmitte liegen, die es zu definieren gelte. Wie die Zukunft für Weiler aussieht, dass soll in einer eigenen Bürgerwerkstatt erarbeitet werden.

Birgit Lang

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