Blick zurück auf 60 Jahre bei der DLRG: Josef Kobeck wurde in Lain am See für seine großen Verdienste mit dem Ehrenzeichen in Gold geehrt. Foto: Lang

Ehrung Josef Kobeck

60 Jahre lang als Lebensretter aktiv

Taufkirchen - Mehr als einmal hat Josef Kobeck sein Leben für andere aufs Spiel gesetzt. Anderen Menschen zu helfen war dem 81-Jährigen schon in jungen Jahren wichtig. Für 60 Jahre Mitglied in der DLRG wurde der Taufkirchener jetzt geehrt.

Josef Kobeck ist 1956 der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) beigetreten, als er einen Sportlehrgang beim Bundesgrenzschutz in Hof absolvierte. Für seine 60-jährige Mitgliedschaft hat der Taufkirchener nun das Ehrenzeichen in Gold und eine Urkunde vom Erdinger DLRG-Kreisvorsitzenden Jürgen Hartmann und von Bürgermeister Franz Hofstetter überreicht bekommen. Die Ehrung wurde ihm in Lain vor einer großen Kulisse zu teil.

Hartmann erinnerte an Kobecks Werdegang bei den Rettungsschwimmern, wie er in seinen Anfangsjahren schon als Lebensretter aktiv war, wenn auch nicht im Wasser so doch bei der damaligen Besitzerin der Porzellanfabrik in Selb. Er sei als Notfall-Blutspender eingesetzt worden, weil die werdende Mutter bei der Geburt viel Blut verloren hatte. „Fast bis auf den letzten Tropfen wurde damals abgesaugt – beide haben überlebt und später wurde Kobeck als Pate für das Kind ernannt.“ 1968 leitete Kobeck im Taufkirchener Waldbad den Stützpunkt des DLRG Ortsverbandes. Noch im gleichen Jahr wurde unter seiner Leitung der Ortsverband Taufkirchen gegründet, den er 17 Jahre lang erfolgreich als Vorsitzender führte und den er in dieser Zeit „zu einer anerkannten Institution in Taufirchen und weit über dessen Grenzen hinaus aufbaute“.

Kobeck sei auch lange im DLRG-Vorstand des Bezirks Oberbayern und im Kreisverband Erding als Vorsitzender tätig gewesen, sagte Hartmann. Der Kreisversitzende berichtete, dass Kobeck zur Finanzierung des Aufbaus sowie zum Erhalt des Ortsverbandes Bälle, Spendenaktionen sowie Altpapier- und Altkleidersammlungen realisiert habe. Letztere werden bis heute durchgeführt. Auch das Ferienlager sei seit 1970 eine im Ortsverband fest verankerte Veranstaltung für Kinder und Jugendliche, die auf sein Wirken zurückgehe. Viele Ehemalige würden immer wieder gerne an die schöne Zeit des Lagerlebens zurückdenken.

Mit Mut und Energie engagiert

Hartmann betonte, dass diese Möglichkeit zur Jugendarbeit bestimmt auch in den nächsten 50 Jahren genauso viele Begeisterte finden werde, wie bis dato. Der Kreisvorsitzende bedankte sich für den Mut und die Energie, die für einen solchen Organisationsaufbau und Erhalt dieser Einrichtung notwendig seien. Er würdigte auch, dass sich Jugendliche ausprobieren, selber organisieren und führen könnten. „Wir sehen hier eine Mannschaft aus vielen Jugendlichen und Heranwachsenden, Rettungsschwimmer, die selber einmal in einem solchen Lager ihre ersten Kontakte zur DLRG fanden und die durch ihre Aktivität die Gedanken des Helfen und Retten weiter tragen.“ Sie würden damit auch ein Stück Gemeinschaft pflegen und dazu beitragen, dass dieses „Erbe“ als selbstständiger e.V. übernommen werden konnte. „Dass es diese Organisation heute noch in Taufkirchen gibt, zeigt von dem guten Beispiel, das du als vorausgegangene Generation hinterlassen hast“, meinte er.

Hofstetter: Es lohnt sich, sich einzusetzen

Bürgermeister Hofstetter dankte dem Ortsverband für die aktive, hervorragende Jugendarbeit und den Riesenaufwand, der dafür betrieben werde. „Was Josef geleistet und initiiert hat, war nicht nur für den Betrieb des Waldbades und den Lainer See hervorragend.“ Er habe immer wieder gezeigt, dass es sich lohne, sich einzusetzen, den Hilfsdienst und die Kameradschaft zu pflegen. Er sei „ein großes Vorbild“ und das schon seit 50 Jahren. Hofstetter sagte, er wisse, wie viel Kraft es koste, eine solche Gruppe zu führen.

Der Jubilar freute sich, dass mit Sohn Harald als Vorsitzender und Enkel Manuel als Stellvertreter der DLRG-Ortsverband Taufkirchen schon in dritter Generation von den Kobecks geführt werde. „Ich hoffe, dass der Fortbestand gesichert ist“, der Verein in seinem Geist vorgeführt und weitergelebt werde. Kobeck erinnerte an die Ursprünge der Wasserrettungsgesellschaft, die 1913 ins Leben gerufen wurde. „Leben retten ist unser oberstes Gebot.“ Bereits bei seinem ersten Einsatz 1955 an der Elbe rettete er eine Frau vor dem Ertrinken. Danach war er selber bewusstlos und musste zwei Tage ins Krankenhaus, erzählte er. Bürgermeister Hofstetter dankte Kobeck, dass dieser immer ein offenes Ohr für die DLRG habe. Er habe seine Tätigkeiten bei der DLRG immer gerne ausgeführt und wünsche sich nichts sehnlicher als es immer Ehrenamtliche gebe, die in seine Fußstapfen treten, meinte Kobeck sichtlich gerührt.

Birgit Lang

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