Vor Gericht

Steinewerfer-Prozess verlängert

Taufkirchen/Landshut – Der Prozess gegen den irakischen Steinewerfer Mohammad A. (25) vor der Schwurgerichtskammer des Landshuter Landgerichts geht in die Verlängerung: Auf Antrag der Verteidiger will das Gericht versuchen, den serbischen Fahrer des damals von einem Stein getroffenen Kleintransporters als Zeugen zu laden.

Wie zum Prozessauftakt berichtet, wird dem 25-jährigen Iraker versuchter Mord vorgeworfen. Er soll am 29. Dezember vergangenen Jahres auf der Landshuter Straße in Taufkirchen vom Gehweg aus mit zwei zwischen 600 und 800 Gramm schweren Steinen auf fahrende Pkw geworfen zu haben. Einer der Steine prallte gegen die Windschutzscheibe eines Kleintransporters. Die Scheibe zersprang, ging aber nicht zu Bruch, sodass die Insassen unverletzt blieben.

Bei seinen Vernehmungen – darauf basiert der Vorwurf des versuchten Mordes – hatte der Iraker angegeben, er habe die Steine aus Hass auf Deutschland und alle Deutschen geworfen, da sein Asylantrag abgelehnt worden sei. Er habe sich erhofft, nach dieser Tat für psychisch krank erklärt zu werden und dann in Deutschland bleiben zu können. So jedenfalls habe es ihm ein Rechtsanwalt in Aussicht gestellt. Die Tat als solche hatte der 25-Jährige eingeräumt, allerdings bestritten, in Tötungsabsicht gehandelt zu haben.

Das unterstrichen auch seine Verteidiger Tim Fischer und Gunther Haberl: Ihr Mandant habe seine ursprüngliche Absicht, Steine von einer Autobahnbrücke auf fahrende Pkw zu werfen, aufgegeben, statt dessen die Ortsstraße gewählt, wo die Gefahr für die Insassen, verletzt zu werden, gering sei. Außerdem, so machten die Anwälte geltend, leide der 25-Jährige seit Jahren an paranoider Schizophrenie, habe zur Tatzeit einen „Schub“ gehabt.

Am gestrigen zweiten Verhandlungstag waren bereits die Plädoyers und die Urteilsverkündung geplant. Allerdings stellten die Verteidiger einen neuen Beweisantrag, und zwar, die Insassen des getroffenen Kleintransporters als Zeugen zu laden. Von der Vernehmung versprechen sich die Anwälte die Bestätigung, dass der Fahrzeuglenker den am Straßenrand stehenden Iraker mit den Steinen in den Händen wahrgenommen habe. Damit, so die Anwälte, würde das Mordmotiv „Heimtücke“ entfallen. Die Schwurgerichtskammer entschloss sich, dem Beweisantrag nachzukommen. Fortgesetzt werden soll der Prozess jetzt frühestens am 19. Oktober.   

Walter Schöttl

Rubriklistenbild: © dpa/dpaweb

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