Stufenweise Renovierung: Nach der Sanierung des Sockels ist jetzt der Kirchturm dran. Foto: Birgit Lang

Renovierung der Pfarrkirche Taufkirchen

Turm wird herausgeputzt

Taufkirchen - In Zentrum von Taufkirchen ist derzeit einiges an Baumaßnahmen geboten: Der Sparkassenneubau erinnert an ein Werk von Künstler Christo in seinem Schutzmantel, und der Kirchturm ist in ein beeindruckendes Stahlkorsett gehüllt.

70 000 Kilo Material hat Gerüstbauermeister Franz Westermaier aus Mauggen mit seinem Team an der Kirche verbaut, auch noch die Zwiebel des insgesamt 38,6 Meter hohen Turms einschließlich Turmkreuz eingerüstet. Mit einem Aufzug wurde der ganze Stahl nach oben befördert. Zum Überbauen des Kirchenschiffdaches wurden sechs Schwerlastkonsolen verwendet, sagt Johann Güth, Bauleiter der Firma Westermaier. Dazu musste das Mauerwerk durchbohrt werden, um die Gewindestangen zu befestigen.

So konnten endlich die Experten den Zustand der Fassadenputze auch von oben genau begutachten, um das Ausmaß der Schäden zu beurteilen. Das war bis dato nur vom Boden aus mit dem Fernglas möglich. Mit dabei waren Martin Gasteiger, Abteilungsleiter der Erzdiözese, der die Bauaufsicht hat, Architekt Udo Rieger und sein Mitarbeiter Gerd Wapler aus Isen, Pater Dominik, Kirchenpfleger Norbert Radeck und Mesner Robert Pitz aus Taufkirchen. Sie konnten aufatmen. „Es gibt keine großen Schäden“, sagt Radeck. Nur partiell müsse das Mauerwerk erneuert werden.

Nun können die Putz- Maurer- und Malerarbeiten vergeben werden, erklärt Rieger. Die Ausschreibung erfolgt im September. Je nach Witterung können die ersten Maßnahmen noch im Spätherbst beginnen, bei einem milden Winter vielleicht sogar bis Dezember fortgeführt werden. Wenn nicht, dann wird es nächstes Frühjahr weitergehen.

Bauende dieser ersten Sanierungsmaßnahme am Turm und der Westfassade ist für Juni 2017 anvisiert, sagt Rieger. „Das hängt von der Witterung ab. Wir arbeiten mit Materialien, die keine kalten Temperaturen erlauben.“ Mindestens sechs Grad Plus müsse es haben, um diese Materialien verarbeiten zu können. Die Fassade hinter der Gerüstplane aufzuheizen sei wirtschaftlich nicht sinnvoll. „Wir hoffen auf milde Temperaturen“, sagt der Architekt.

Parallel dazu werden bereits jetzt die Zimmererarbeiten von der Firma Grabrucker aus Kirchberg ausgeführt. Im Turm sind einige Aufgänge mit Podesten versehen, bei denen die Tragkonstruktionen repariert werden müssen. Und „bei der Turmzwiebel muss eine Sogsicherung eingezogen werden, damit sie nicht abhebt“, erklärt der Architekt. Die bisherige Konstruktion ist zu „windig“, habe der Statiker erkannt und eine Verbesserung gefordert. Aufgrund des starken Windes in diesen Höhen sei es schon öfter vorgekommen, dass eine Turmzwiebel abgerissen wurde und in die Tiefe gestürzt sei, erzählt Rieger. Um die Turmhaube zu sichern, werden vom Turmfuß aus Spannstähle in den Turm nach unten gezogen.

Baubeginn war bereits vergangenes Jahr. Da wurde der komplette Sockelputz abgeschlagen, der durch das Salz der Bundesstraße in arge Mitleidenschaft gezogen worden war. Die Baukosten für den ersten Abschnitt belaufen sich auf 350 000 Euro, erklärt Kirchenpfleger Radeck. 110 000 Euro werden von der Pfarrgemeinde Taufkirchen finanziert, der Rest von der Erzdiözese München. Spenden gab es auch schon. Peter Keilhacker habe von der Stiftung Komunitas 5000 Euro und die Frauengemeinschaft 1500 Euro überwiesen. Radeck lobt die gute Zusammenarbeit mit dem Architekten, der mit ihm alles abspreche.

Die Pauli-Bekehr-Kirche wurde um 1870 gebaut und das letzte Mal 1974, also vor über 40 Jahren renoviert. Damals wurden ein neuer Verputz und eine neue Bemalung angebracht. Für den zweiten Bauabschnitt, die Renovierung des Schiffs, sei der Antrag schon bei der Erzdiözese gestellt worden. „Hier schaut es gar nicht so schlecht aus“, meint Radeck und schätzt die Baukosten auf 400 000 bis 500 000 Euro. Aber bis dahin werden noch viele Monate vergehen. Jetzt können sich die Taufkirchener und der Durchgangsverkehr erst einmal an der Gerüstkonstruktion erfreuen, die das unansehnliche Kirchengemäuer hinter sich versteckt.

Birgit Lang

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