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Viel Potenzial: Einer der alten Schulsäle, der für öffentliche Nutzung vorgesehen ist.

Start der Umbauarbeiten

Altes Schulhaus komplett entkernt

Wartenberg - Das frühere Wittelsbacher Jagdhaus am Nikolaiberg in Wartenberg wird derzeit entkernt. Wir haben uns auf der Baustelle umgesehen.

In Langenpreising wird das alte Schulhaus abgerissen. In Wartenberg bleibt zumindest die Hülle stehen: Am Nikolaiberg wird derzeit das frühere Wittelsbacher Jagdhaus entkernt. So wie es aussieht, wird ein Rohbau mit Dach übrig bleiben, mehr aber auch nicht.

Der Innenputz ist schon fast vollständig abgeschlagen. Was dahinter zutage tritt, macht deutlich, warum die Behörden solche Probleme hatten, das alte Schulhaus als Denkmal anzusehen: Unendlich viele Umbauten werden hier sichtbar. Vielfach sind Türen oder Fenster wieder zugemauert worden, an anderer Stelle hat man dafür neue Maueröffnungen geschaffen. Holzbalken und Stahlträger liegen einträchtig parallel nebeneinander, wurden also mit Sicherheit nicht zur selben Zeit verbaut.

Ein Maurermeister heute würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn er das sehen würde: Die Mauern wurden teilweise so schlampig geschlossen, dass man durch die Lücken zwischen Steinen durchschauen kann, wenn der Putz auf beiden Seiten weg ist. An anderer Stelle wurde ein Sturzbalken so nachlässig verbaut, dass er keine zehn Zentimeter in das Mauerwerk einbindet. „Pfusch am Bau“ würde man das heute nennen.

Die elektrischen Leitungen und die Sanitärinstallationen wurden entfernt, die Böden herausgerissen. Das macht ein unbefugtes Herumsteigen in der Baustelle objektiv gefährlich: Die Löcher im Boden gestatten völlig neue Durch- und Ausblicke.

Der Dreck ist unbeschreiblich. Und der muss erst einmal heraus. Eimerweise. Vor dem Haus stehen Container dafür, und zwei Bauarbeiter sind damit beschäftigt, diese zu füllen. Was sorgfältig mit Grobspanplatten abgedeckt und damit wirksam geschützt ist, sind die schönen alten Holztreppen. Hier haben die Sanierer viel Liebe und Material investiert.

Bekanntlich wird das alte Schulhaus nach jahrelangem kommunalpolitischem Streit jetzt einer in Teilen öffentlichen Nutzung zugeführt. Nach dem kompletten Ausräumen der Zimmer wird aber zugleich deren Potenzial sichtbar: Die ehemaligen Schulsäle sind enorm groß und haben eine ansprechende Höhe. Gebaut werden hier Wohnungen mit Sozialbindung und Räume für öffentliche kulturelle Nutzung. Der Freistaat Bayern fördert die Arbeiten.

Norbert Hartmann ist bekanntlich der, der das Nutzungskonzept maßgeblich entwickelt und damit den Bann gebrochen hat. Seine Vorstellungen haben sich, wenn auch in abgewandelter Form, im Marktrat als mehrheitsfähig erwiesen. Der Verein Wittelsbacher Jagdhaus steht mit der beginnenden Sanierung vor der Erfüllung eines zentralen Punkts unter „Vereinszweck“ in der Satzung und hat ernsthaft vor, das Haus mit Leben zu erfüllen.

Klaus Kuhn

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