Mit Kitteln und Mundschutz ging es in den Badbereich. Katja Reinhard (l.), Mitarbeiterin im Seniorenzentrum, beschrieb den Schülern anschaulich, wie die Kollegen den Senioren bei der Körperpflege helfen. foto: albrecht

Berufstag im Seniorenzentrum 

„Das muss man mit ganzem Herzen wollen“

Wartenberg – Es ist kein normaler Job, sondern ein Beruf, der Leidenschaft erfordert: die Altenpflege. Werbung dafür machte nun das Seniorenzentrum Wartenberg. Es hatte 100 Schüler zu Gast.

Vier Klassen aus der Marie-Pettenbeck-Schule und eine aus der Heimvolksschule Wartenberg haben am Mittwoch die Informationsmöglichkeiten des Berufstags „Altenpflege“ genutzt. Er wird seit Jahren regelmäßig im Seniorenzentrum in Wartenberg angeboten wird. Heuer kamen 100 Schüler.

Für sie hatte die Einrichtung viele Mitarbeiter aufgeboten, um ihnen auch wirklich etwas zeigen zu können. Für Einrichtungsleiterin Ramona Scherer war es beispielsweise wichtig zu vermitteln, dass ein solcher Beruf enorm viel Vertrauen erfordert. „Das geht schon mit dem richtigen Schieben eines Rollstuhls los“, sagt sie. Dafür hatte das Seniorenzentrum in einem der Flure eigens einen Parcours aufgebaut. „Es ist wichtig, dem Menschen, der im Rollstuhl sitzt, immer zu sagen, was man tut“, sagt Scherer – etwa wenn eine Schwelle kommt, die es zu überwinden gibt.

Die Schüler teilten sich in Gruppen auf, begleitet von den Schulleitern Michael Braun und Christoph Marschoun. Scherer war es wichtig, dass bei den jungen Menschen so viel wie möglich „hängen bleibt“. Sie machte auch ein konkretes Angebot für die Nachbereitung: „Ich komme gerne mal in die Schule“, bot sie Braun an. Er griff das sofort auf und meinte, dass man vielleicht früher mit der Berufsorientierung in diesem Bereich anfangen und Schüler in Praktika vermitteln sollte. Das könnte sich lohnen, denn: „Wir haben 15 Praktikanten im Jahr, auch von der FOS“, sagte Scherer.

Auch wenn die Bezahlung nicht üppig und der Beruf anstrengend ist, für Scherer steht fest: „Das muss man mit ganzem Herzen wollen.“

Um diese Liebe zu diesem Beruf möglich zu machen, tut das Haus einiges: „Wir gehen auch sehr behutsam mit unseren Praktikanten um“, betonte die Leiterin, wissend, dass nicht jede Pflegetätigkeit angenehm ist. Umgekehrt sei es aber auch so, dass die Menschen, die in diesem Berufsfeld arbeiten, enorm viel Dankbarkeit erfahren. „Es ist wichtig, auch das Schöne an diesem Beruf herauszustellen.“ Dass es ihr gelungen ist, vier Ausbildungsplätze im Haus in Wartenberg zu besetzen, freut Scherer besonders. Sie rührt weiter die Werbetrommel: „In der Altenpflege stehen so viele Türen offen, das wissen viele nicht.“

Klaus Kuhn

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