Podiumsdiskussion

Umwelt zwischen Papstwort und Politik

Wartenberg - Eine Podiumsdiskussion zur Umweltenzyklika des Papstes – klar, dass die Zuhörer das Thema Luftverkehr besonders interessiert.

Wartenberg – Ein hochkarätig besetztes Podium diskutierte am Mittwochabend im überfüllten Pfarrsaal von Wartenberg über die Enzyklika „Laudato Si“ von Papst Franziskus. Das Werk wird auch „Umweltenzyklika“ genannt und hat auch die Weltklimakonferenz in Paris maßgeblich beeinflusst.

Der Veranstaltung des Katholischen Bildungswerks war ein von Dekan Michael Bayer gehaltener Gottesdienst in der Pfarrkirche Mariä Geburt vorangegangen. Darin ging der Dekan bereits auf wesentliche Inhalte ein.

Neben der Umweltministerin Ulrike Scharf, die sich auch als Mitglied im Diözesanrat vorstellte, saß dessen Vorsitzender Hans Tremmel auf dem Podium sowie der Physiker und Vorsitzende des Bundesverbandes Geothermie Erwin Knapek, zugleich ehemaliger Bürgermeister von Unterhaching.

Sie alle waren von gut 50 Aufgemuckt-Aktivisten empfangen worden, die mit Transparenten vor das Pfarrheim gezogen waren. Dass sie bei der Umweltministerin offene Türen einrennen würden war allen klar, und Ulrike Scharf bezog auch klar Stellung: Sie bleibe erklärte Gegnerin der dritten Startbahn. „Zur Wahrheit gehört aber auch, dass alle anderen 17 Kabinettsmitglieder da anderer Meinung sind.“

Das Werk des Papstes, das sich an alle Menschen gleichermaßen richtet, verfolgt nach den einführenden Worten des Moderators Martin Schneider einen ganzheitlichen Ansatz, macht deutlich, dass alles zusammenhängt. Die Verbindung von Umweltproblematik und Armut werde unmissverständlich herausgearbeitet.

In den Stellungnahmen von Knapek und Tremmel wurden unterschiedliche Aspekte beleuchtet. So stellte Tremmel einen Zusammenhang mit den Flüchtlingsströmen her und ließ deutlich werden, dass diese unkontrollierbar anschwellen, wenn sich eine Milliarde Menschen auf die Suche nach Wasser macht. Knapek verwies auf die Rolle der Kommunen in dem Papier des Pontifex. „Hier kann viel gemacht werden.“

Die Ministerin berichtete, dass sie die Einrichtung eines weiteren Nationalparks auf der Agenda habe. Bei der Frage aus dem Publikum nach einem Tempolimit zur Begrenzung des Ausstoßes von Treibhausgasen wich sie allerdings aus.

Bedingt durch den Tagungsort stand das Thema Mobilität ganz oben. Die Wortmeldungskarten, die der Moderator verteilen ließ, konzentrierten sich zunächst darauf. Dass der Luftverkehr nach wie vor massiv steuerlich begünstigt wird, stieß etlichen Teilnehmern sauer auf. Der Luftverkehr sei die Verkehrsart, die die Umwelt am meisten belaste. Dem wollte in der großen Runde auch niemand widersprechen, und die Ministerin zeigte sich dankbar für die Präsenz von Aufgemuckt. Es sei wichtig, dass immer wieder deutlich werde, dass es Menschen gebe, die das anders sehen, meinte sie.

Klaus Kuhn

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