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Positive Zwischenbilanz zur Flüchtlingsarbeit in der Gemeinde Wörth: Zum Ortstermin traf man sich mit einigen syrischen Bewohnern vor der Hörlkofener Unterkunft (vorne, v. l.): die Helferinnen Martina Stangl, Maria Gaigl und Karin Herold sowie (stehend, ab 2. v. l.) Kirchenpfleger Bernd Jocham, Gemeindechef Thomas Gneißl und Vizebürgermeisterin Ulla Dieckmann (r.).

Zwei Jahre Flüchtlingsarbeit in Wörth

„Ein Job, der fordert und berührt“

Wifling/Hörlkofen – In der Gemeinde Wörth leben seit zwei Jahren Flüchtlinge. Nun ziehen die Helferkreise Bilanz.

Seit zwei Jahren werden Flüchtlinge in einem Anwesen in Wifling betreut, seit Anfang des Jahres auch in der Ortsmitte von Hörlkofen in einem Wohncontainer. Nachdem die Gemeinde Wörth sehr früh mit der Thematik konfrontiert worden war, hat sie eine Vorreiterrolle übernommen und in enger Abstimmung mit den Ehrenamtlichen viele Strukturen schnell und umsichtig geschaffen.

Zwei Helferkreise sind für die Asylsuchenden tätig – und sie leisten laut Thomas Gneißl ganze Arbeit: „Wir kriegen relativ wenig mit“, sagte der Bürgermeister zur aktuellen Flüchtlingsarbeit. Schließlich sei Integration eine komplexe Aufgabe. In Wifling koordiniert Verwaltungsbeamtin Maria Gaigl den Helferkreis, in Hörlkofen Ulla Dieckmann. Beide zogen in der Sitzung eine Zwischenbilanz.

„Es sind viele Stunden, die man da verbringt“, sagte Gaigl und verwies auf den ehrenamtlichen Deutsch- und Matheunterricht, die Begleitung zu Behörden und Ärzten, die Unterstützung bei amtlichen Schreiben und Anträgen, die Vorbereitung auf die Anhörung und diverse Fahrdienste. Ganz besonders dankte Gaigl den örtlichenm Firmen für ihre Kooperation bei der Arbeitssuche wie das Bauunternehmen Mayer, die Bäckerei Schauer, die Therme Erding und eine Zeitarbeitsfirma in München.

Einen besonderen Betreuungsaufwand gebe es bei traumatisierten Flüchtlingen. Da kämen öfter Nachteinsätze vor, zumal es kaum möglich sei, für Asylsuchende mit psychischen Problemen einen Behandlungsplatz zu erhalten. Gaigl: „Es ist ein Job, der einen fordert und berührt.“ Sehr schwierig sei es, für anerkannte Flüchtlinge auf dem Wohnungsmarkt eine Bleibe zu finden. Man bekomme bei allen Problemen und Kraftaufschwüngen aber auch viel zurück: „Es sind die lachenden Gesichter, es ist das Dankeschön, es sind die Freundschaften und die Gastfreundschaft.“

Derzeit werden in Wifling 25 Menschen von zwei bis 35 Jahren aus Eritrea, Somalia, Pakistan und Syrien betreut. In Hörlkofen wohnen 26 Asylsuchende aus Syrien zwischen 18 und 52 Jahren. „Sie sind dankbar, dass sie hier sein dürfen“, und fleißig dabei, Deutschkenntnisse zu erwerben, erzählte Dieckmann. Ein junger Mann arbeite inzwischen sogar als Dozent bei der Volkshochschule und gebe Arabisch-Unterricht.

Die Syrer hätten aktiv mitgewirkt, einen strukturierten Alltag zu schaffen. Dieckmann: „Es konnte Verantwortung an die Flüchtlinge übergeben werden.“ Um etwa Radständer aufzubauen, hätten die Bewohner selbst Hand angelegt, ebenso bei der Begrünung des Containergeländes, bei dem sie Kirchenpfleger Bernd Jocham unterstützt hat. Die Flüchtlinge haben den Platz schön hergerichtet, Gemüsebeete angelegt und mit ihrem eigenen Geld den Rasen gepflanzt.

Insgesamt sei es ein „gutes Miteinander“ im Dorf. Vizebürgermeisterin Dieckmann dankte für die Spendenbereitschaft, die Unterstützung der ortsansässigen Arztpraxis und die Hilfe der Vereine. Dank des Hörlkofener Sportvereins etwa könne eine eigene Fußballmannschaft trainieren – die syrischen Löwen.

Über den Sommer hatte es bei den verschiedenen Dorffesten schöne Begegnungen zwischen Flüchtlingen und Ortsansässigen gegeben. „Bei vielen ist das Eis gebrochen“, so Dieckmann.

Vroni Vogel

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