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Die Sanierung des brandgeschädigten Innenraums der Wörther Kirche schreitet zügig voran: Darüber sind Kirchenpfleger Stephan Schletter (l.) und Pfarrer Dr. Guy-Angelo Kangosa erleichtert wie erfreut.

Sanierung der Wörther Kirche

Die Uhr geht, die Zeit läuft

Wörth – „Die Wörther haben wieder eine Zeit“, sagt Kirchenpfleger Stephan Schletter, denn die Kirchturmuhr, die beim Brand von St. Peter am Abend des Ostersonntags um zehn vor sieben stehen geblieben war, funktioniert wieder.

Die Uhr läuft zwar derzeit nur dank eines Provisoriums wieder, aber es ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass bei den Sanierungsarbeiten viel in Bewegung gekommen ist. Die Bürger werden beim Blick aufs Zifferblatt nun nicht mehr unmittelbar an das Feuer erinnert.

Beim Wörther Kirchenpfleger Schletter laufen derzeit alle Fäden zusammen. „Die Sanierung geht gut voran“, freut er sich bei einem Pressegespräch, bei dem er über die Arbeitsfortschritte informiert.

In regelmäßigen Treffen mit den Baufachleuten, darunter der zuständige Architekt Udo Rieger aus Isen, Handwerker und Versicherungsfachverständige, werden jeweils die aktuellen Sanierungsschritte besprochen und festgelegt. Schletter, der als selbstständiger Energieberater ein eigenes Ingenieurbüro hat, investiert als Kirchenpfleger in die Sanierung des Wörther Gotteshauses sehr viel Freizeit und nimmt diese Aufgabe als ehrenamtlicher Bauherr engagiert wahr.

Der Hochaltar wurde inzwischen in eine Restaurierungswerkstatt abtransportiert. Die Wände im Langhaus sind gereinigt. Im Chorraum ist das Gerüst aufgestellt, um dort die Wände und die Decke zu säubern. Man habe „Glück im Unglück“ gehabt, da der Putz nicht abgeschlagen werden musste. So könne man die etwa 300 Jahre alten Deckengemälde erhalten und zudem einen Schönheitsfehler beheben. Als nämlich 1890 das Gewölbe im Langhaus einzustürzen drohte, seien unters Gewölbe sichtbare Eisenstangen zur Stabilisierung eingebaut worden. Man versuche diese nun unsichtbar zu machen, „damit sie nicht mehr in den Gemälden stören“, erläutert der Wörther Kirchenpfleger.

Die Hochaltarsanierung und die gesamten Wandreinigungen seien jetzt die „großen Aufgaben“. Auch die Kirchenfenster sollen restauriert werden. Im Herbst werden sie ausgebaut und in einer Restaurierungswerkstatt hergerichtet. Während dieser Zeit dient eine Bauverglasung als Übergangslösung. Bei der finanziellen Abwicklung sei es eine entscheidende Aufgabe, mit den Experten die durch den Brand verursachten Schäden von den Altschäden zu trennen, die ebenfalls im Rahmen der Gesamtsanierung behoben werden, beispielsweise die Trockenlegung des durchfeuchteten Sockels.

Ein genaues Kostenvolumen kann Schletter noch nicht nennen. Doch werde sich die Versicherungssumme, die rein auf die unmittelbaren Brandursachen bezogen sei, wohl auf mehrere Millionen Euro belaufen. Die Kosten, die durch die Beseitigung von Altschäden entstehen, seien aus eigener Kraft zu finanzieren. Vor einigen Wochen sei Weihbischof Bernhard Haßlberger zu Besuch gewesen. „Er war begeistert, dass wir ihn eingeladen haben und unterstützt den Gedanken, eine umfassende Sanierung zu machen“, berichtet Schletter. Er hofft, seitens der Diözese einen Zuschuss von 85 Prozent zu bekommen.

Die Sanierungsarbeiten sollen im Laufe des nächsten Jahres abgeschlossen sein. Dann läuten die Kirchenglocken wieder, die ganz zum Schluss dran kommen. Wenn sie erklingen, um die Kirchenbesucher zum Gottesdienst zu rufen, ist sanierungstechnisch vielleicht für ein halbes Jahrhundert Ruhe. „Man rechnt bei Kirchen mit Sanierungszyklen von 40 bis 50 Jahren“, weiß Schletter.

von Vroni Vogel

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