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Tonnenweise Hornkraut und Algen wurden mit einem Mähboot aus dem Wiflinger Weiher entfernt. Per Kran ging’s ans Ufer.

Wiflinger Weiher

Mit dem Mähboot gegen den Wildwuchs

Wifling – Großreinemachen im Wiflinger Weiher: Nach Ende der Badesaison wurde das Gewässer von überschüssigem Pflanzenmaterial befreit – und zwar mit schwerem Gerät. Ein Mähboot war zwei Tage im Einsatz, um mehrere Tonnen Hornkraut zu entfernen.

Unschön war sie anzusehen, die grün-braune Masse, die da über den Wiflinger Weiher gewabert ist. Eine Masse aus Wasserpflanzen und Algen, die neben der unappetitlichen Optik auch noch eine Gefahr für das Gewässer birgt: Nimmt die Biomasse überhand, droht der Weiher umzukippen.

Florian Siegl weiß, woran das liegt. „Der Wiflinger Weiher wird sehr stark vom Grundwasser durchströmt. Dadurch hat er immer eine sehr hohe Wasserqualität, da sich Schadstoffe nicht ansammeln, sondern ausgeschwemmt werden“, erklärt der Leiter der Wasserwachtsortsgruppe Wörth. „Im Laufe des Sommers gibt es aber durch den Badebetrieb, und heuer zusätzlich durch die Witterung, einen sehr starken Nährstoffeintrag in den Weiher.“

Dieser werde noch erhöht durch die Düngung der landwirtschaftlichen Felder rund um das Gewässer. Dies führe in regelmäßigen Abständen dazu, dass Algen und Wasserpflanzen explosionsartig wachsen. „Gerade das Hornkraut vermehrt sich hier exponentiell, bricht sehr leicht ab und schwimmt dann als verrottender ,Algenteppich‘ im Weiher“, sagt Siegl. Hinzu kämen im Herbst noch die vielen Blätter von den umliegenden Bäumen.

Siegl: „Diese übermäßige Biomasse schadet dem Ökosystem des Weihers, weil der ,Algenteppich‘ irgendwann im Herbst absinkt und am Boden zu noch mehr Nährstoffüberschuss führt.“ Die Folge: Irgendwann droht der Weiher umzukippen, weil das Ökosystem das viele verrottende Pflanzenmaterial nicht selbst verarbeiten kann.

Genau dagegen ist die Gemeinde in Absprache mit der Wasserwacht Wörth nun vorgegangen. „Wir haben uns kurzfristig mit der Gemeinde besprochen und Maßnahmen erörtert“, berichtet Siegl. Auch beim Landratsamt hat man Erkundigungen eingeholt. Schließlich wurde die Firma Wurzer Umwelt beauftragt, die Biomasse aus dem Weiher zu fischen, um das Ökosystem zu entlasten. Dazu kam ein Mähboot zum Einsatz, das in einer Tiefe von bis zu vier Metern den übermäßigen Pflanzenbewuchs abmähen kann.

Das Mähgut und der komplette Algenteppich wurden anschließend mittels eines Förderbands am Boot abgefischt und zusammengepresst, damit es mit einem Kran ans Ufer gehoben werden konnte. Zwei volle Tage war das Boot im Einsatz, um mehrere Tonnen Hornkraut und Algen zu entfernen. „Der Weiher hat nun über den Winter eine Regenerationsphase. Das Wasser steht sehr ruhig, dadurch werden viele Nährstoffe abgebaut. Im Frühjahr steht der Weiher dann wieder mit kristallklarem Wasser und hervorragenden Werten für die Badesaison bereit“, sagt Siegl.

Eine derart große Aktion wie dieser Tage sei aber nicht immer notwendig, erklärt er. Über viele Jahre reichen der natürliche Nährstoffzyklus und vor allem die Regeneration über den Winter aus, um eine gleichbleibend hohe Wasserqualität beizubehalten. „Aber alle paar Jahre kommen einfach mehrere negative Faktoren wie die Wetterlage, eine starke und lange Badesaison sowie starke Düngung durch die Landwirtschaft zusammen. Dann muss man dem Ökosystem Weiher einfach helfen“, erklärt der Wasserwachtschef.

Seine Organisation und die Gemeinde arbeiten seit vielen Jahren eng zusammen, um das Naherholungsgebiet am Baggerweiher regelmäßig zu pflegen. Besonders im Frühjahr werden etwa die Einstiege überarbeitet und aufgekiest, die Liegewiese und die Parkplätze hergerichtet und die Bepflanzung behutsam zugeschnitten. „Jetzt gönnen wir unserem Weiher den verdienten Winterschlaf und freuen uns auf die Badesaison 2017“, sagt Siegl.

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