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Zufälle schreiben seine Romane

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Meinolf Heppekausen
schreibt gerade an einem neuen Roman. f: fkn
Meinolf Heppekausen schreibt gerade an einem neuen Roman. f: fkn

Eichenried - Ein Dutzend Kriminal- und Abendteuerromane aus der Feder von Meinolf Heppekausen sind bereits erschienen. Derzeit arbeitet der Eichenrieder an einem neuen Werk.

Es reicht eine Schlagzeile, ein Foto, ein Besuch an einem historischen Ort - und schon hat Meinolf Heppekausen die Lust gepackt. Die Lust, eine Geschichte über das Gesehene zu ersinnen. Und die Lust, diese aufzuschreiben. Zahlreiche Male ist das dem 67-jährigen Eichenrieder schon passiert. Herausgekommen sind bis heute ein Dutzend Kriminal- und Abendteuerromane.

Die Manuskripte dafür schreibt er zunächst handschriftlich - auch, wenn sie 500 Seiten und mehr umfassen. „In der Handschrift ist meine Seele drin. Das fühlt sich einfach anders an, als beim Schreiben am PC“, erklärt Heppekausen. Zwei neue Werke - der historische Abenteuerroman „Schwarzenraben“ und „Herbstzeitlose“, die Geschichte eines todkranken Dirigenten, der noch einmal die Orte seiner großen Erfolge besucht - liegen momentan bei einigen Verlagen. Kein Grund für den gebürtigen Bochumer, die Feder ruhen zu lassen: Gerade schreibt er wieder an einem Roman.

Diesmal geht es um einen Mann, der das Foto einer exotischen Schönheit findet, als er in einer Bibliothek ein Buch öffnet. Der Mann macht sich auf die Suche nach der Unbekannten. Die Idee dazu ist Heppekausen in der Bücherei quasi entgegengefallen: „Als ich in einem französischen Gedichtband blättern wollte, fiel ein Foto raus. Schon hatte ich das Grundgerüst im Kopf.“ 556 Seiten umfasst der noch titellose Roman schon - hundert Seiten mehr sollen es noch werden. „Ich schreibe einfach leidenschaftlich gern“, sagt der Autor, der diese Leidenschaft schon als Jugendlicher entdeckt hat. „Die Girondisten“ heißt sein Erstwerk, das er im Alter von 18 Jahren geschrieben hat. Das Drama, das zur Zeit der Französischen Revolution spielt, wurde in den Kammerspielen Bochum aufgeführt. Die Begeisterung für Geschichte zieht sich seitdem durch seine Romane.

Die Ideen kommen Heppekausen quasi im Alltag. Oft sind es Zeitungsartikel, aus denen er seine Inspiration nimmt. So baut „Das Gebet im Moos“ auf einer kurzen Meldung über das Wesobrunner Gebet und einen verschollenen Klosterschatz auf. Oder die Inspiration schlägt an historischen Orten zu - im elsässischen Kloster Weißenburg zum Beispiel. Dort entdeckte er einst einen Schriftzug, der übersetzt „Hier ist es geschehen“ bedeutet. „Da fängt es bei mir gleich an zu rattern. Was ist hier geschehen? Und wann? Daraus muss ich einfach eine Geschichte stricken“, sagt Heppekausen. Neben den historischen Stoffen haben es ihm auch Kriminalromane angetan. Sein erster Krimi erschien 1985. „Der Mann hieß Schronske“ sei so eingeschlagen, dass ihn rund 20 Zeitungen als Fortsetzungsroman gedruckt haben, erzählt der Autor stolz. „In meinen Krimis taucht absichtlich keine Leiche auf“, sagt er. Es ermittelt auch kein kauziger Kommissar. Stattdessen sind seine Protagonisten ausschließlich in anderen Berufen tätig, und geraten durch kuriose Verwicklungen in verzwickte, psychologische Fälle.

Vor 16 Jahren haben Heppekausen Privatleben und Beruf - er war Journalist, lange Jahre Regionalleiter eines internationalen Fremdsprachenverlages und Lehrer für Deutsch als Fremdsprache - nach Eichenried verschlagen. Seiner neuen Heimat hat der Autor sogar mehrere Fortsetzungsromane gewidmet, die in Erding, Freising und im Moos spielen. Leben könne er von den Veröffentlichungen aber nicht. „Da hätte ich schon Harry Potter erfinden müssen“, sagt er lachend.

Vroni Macht

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