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Bei einem Wildkatzen-Monitoring wurden im vergangenen Jahr rund 600 Tiere gezählt, wie der Bund Naturschutz (BN) am Samstag in Freising bekannt gab. Auf dem Bild unten sind zu sehen: (v. l.) Hubert Bittlmayer, Amtschef im Agrarministerium, der BN-Vorsitzende Hubert Weiger, Ulrike Geise, die das Projekt Wildkatze koordiniert, Markus Kölbl von den Staatsforsten und Kai Frobel, Artenschutzreferent Bund Naturschutz in Bayern.

600 Wildkatzen in Bayern 

Rückkehr eines „echten Wüterichs“

Freising - Die Wildkatze wurde lange Zeit rücksichtslos gejagt – und galt in Bayern als ausgestorben. Aber nun kehrt sie langsam zurück. Laut Bund Naturschutz leben hierzulande wieder rund 600 Tiere. Stück für Stück kämpfen sie sich auch in den Süden des Freistaats vor.

Sie ist wieder da. Auf leisen Pfoten, aber nicht unbemerkt erobert die Wildkatze Bayern wieder zurück. Noch bis weit ins 20. Jahrhundert hinein wurde sie als „echter Wüterich“ verfolgt und verleumdet und um 1900 im Freistaat ausgerottet. Inzwischen gibt es hierzulande wieder etwa 600 Wildkatzen, wie der Bund Naturschutz (BN) am Samstag in Freising bekannt gab. Und langsam, aber sicher breitet sie sich auch in den Süden Bayerns aus.

Für den BN ist das ein Grund zur Freude. Seit 30 Jahren bemühen sich die Naturschützer darum, die Wildkatze wieder im Freistaat anzusiedeln. In der Hochschule Weihenstephan gab es am Samstag einen kurzen Überblick über die intensive Arbeit in dieser Zeit. Drei Zahlen waren es schließlich, die zeigten, dass hinter den schönen Worten auch echte Tatsachen stecken.

Im Jahr 2002 gab es lediglich zwei sichere Nachweise über Wildkatzen in Bayern, 2008 waren es schon 37. Im vergangenen Jahr wurde erneut gezählt: 889 sichere Sichtungen von Wildkatzen konnte man registrieren, berichtet Kai Frobel, Artenschutzreferent und Koordinator des Wildkatzenteams beim BN. Er sagt deutlich: „Ja, sie ist wieder da.“

Das ist alles andere als selbstverständlich: Die Wildkatze wurde noch 1890 in Brehms Tierleben als „echter Wüterich“ bezeichnet und lange Zeit als „Jagdschädling“ gnadenlos verfolgt. 1984 startete der BN langsam das Projekt, die Wildkatze in Bayern wieder anzusiedeln. Vor 25 Jahren wurden dann die ersten, in Zuchtstationen aufgezogenen Wildkatzen in die Freiheit entlassen – bis zum Jahr 2009 waren es insgesamt rund 600.

Vor allem im nördlichen Bayern, und hier besonders im Spessart, wurden die Samtpfoten ausgewildert. Es folgten zahlreiche Hilfsprogramme, die den Nachweis der Wildkatze in der freien Natur erbringen und die Wildkatze außerdem auch in anderen Bundesländern wieder heimisch machen sollten. Wildkatzenkorridore wurden angelegt, seit 2001 versucht man, eine Gendatenbank aufzubauen. 2010 rief das Bayerische Landwirtschaftsministerium einen Aktionsplan ins Leben, 2015 vereinigten sich zehn Landesverbände des Bund Naturschutz für das 5,4 Millionen Euro teure Projekt „Wildkatzensprung“.

Dabei stellte sich immer dasselbe Problem, sagt Frobel: „Wie kann man eine Art erfassen, die sich nicht erfassen lassen will?“ Die Lösung: Holzpflöcke im Wald aufstellen, mit Baldrian besprühen und schon tapsen die Wildkatzen, vom unwiderstehlichen Geruch angelockt, in die Fotofalle.

Und das, so hat ein erstmals 2015 auch in Südbayern durchgeführtes Wildkatzenmonitoring ergeben, immer öfter auch im Süden des Freistaats. Zwischen Augsburg und Ulm, aber auch in den Landkreisen Eichstätt, Dillingen, Kelheim und Freyung-Grafenau wurden Wildkatzen nachgewiesen, außerdem im Unterallgäu. Bis in die Alpen haben sich die Samtpfoten aber noch nicht vorgewagt und auch Niederbayern ist noch ein weißer Fleck. Man braucht Geduld, bis eine ausgerottete Art wieder überall Fuß gefasst hat. Aber Frobel und Co. sind sich sicher: Es wird gelingen.

Andreas Beschorner

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