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In jungen Jahren sind Biber noch klein und putzig. Doch ausgewachsene Tiere werden bis zu 1,3 Meter lang - und richten immer wieder massive Schäden an.

Im Bereich Seysdorf

An der Abens: Der Biber macht ständig Ärger

Au/Hallertau - Seit Jahren bereitet der Biber entlang der Abens, vor allem nahe Seysdorf, Ärger. Und obwohl die Dämme ständig entfernt werden, wird die Gemeinde Au dem Problem nicht Herr.

„Der Biber macht massiven Ärger“, fasste Gerhard Stock, FWG-Gemeinderat und zugleich Geschäftsführer des BBV Freising, die Lage in Au zusammen. Im Bereich von Seysdorf, insbesondere südlich und nördlich der Ortschaft, kommt es seit Jahren wegen Biberdämmen zu Gewässerstauungen. Die Folge sind überflutete Wiesen und Grundstücke. „Es besteht dringender Handlungsbedarf“, forderte Stock deshalb. Doch wie genau man gegen das Nagetier vorgehen will, darüber herrschte am Dienstag im Gemeinderat Au – wie auch schon vor einem Jahr – Ratlosigkeit. 

„Einen natürlichen Feind schaffen“, brachte Heiner Barth (FWG) ins Spiel, wohlwissend, „dass wir den nicht erzeugen können“. Michael Hagl (GoL) würde „nicht lang rumtun“ und „den Abschuss beantragen“. Doch damit kann sich unter anderem Beatrix Sebald (FWG) nicht anfreunden: „Ein Abschuss ist die allerletzte Möglichkeit. Es kann nicht sein, dass man den Biber erst einsetzt und schützt, und kaum gibt’s Probleme, darf man ihn abschießen.“

Ganz Arbeit geleistet hat der Biber an der Abens im Bereich Seysdorf: Jede Menge Gehölz müssen die Bauhof-Mitarbeiter alljährlich beseitigen.

Da der Biber „unter Naturschutz steht“ und damit ein „absolutes Zugriffsverbot“ besteht (siehe unten), wie Bürgermeister Karl Ecker erklärte, sei es ohnehin nicht so leicht möglich, das Tier wieder los zu werden. Dabei weiß auch der Rathauschef, dass dringend etwas getan werden muss – allein aus finanziellen Gründen. In den vergangenen zwei Jahren waren die Bauhof-Mitarbeiter 289 Stunden im Einsatz, um die vom Biber errichteten Dämme zu entfernen. „Da sind 8000 bis 10.000 Euro im Feuer“, berichtete Ecker. Mehr noch: Für einen weniger zugänglichen Bereich in Höhe des Grundstücks Abenstalstraße 5 und 7 in Seysdorf seien die Dämme von einer Landschaftsbaufirma beseitigt worden – für zirka 1800 Euro, so Ecker.

Groll auf "Schreibtischtäter"

Heiner Barth (FWG) hegt einen Groll auf die „Schreibtischtäter“ in den zuständigen Behörden, „die sich über die Folgen keine Gedanken gemacht haben“. Denn: Wie man der Biber-Problematik Herr werden kann, „da hat’s vom Landratsamt nichts Konkretes ergeben“, hatte der Bürgermeister zuvor angemerkt.

Klaus Stuhlreiter (GoL) plädierte nach einigem Hin und Her schließlich dafür, sich ein Bild vor Ort zu machen und zu „schaun, was der Biber so anstellt“. Doch darauf ging niemand näher ein. Vielmehr will man sich in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen einen Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde einladen, um vor einem möglichen Abschuss-Antrag offene Fragen zu klären – etwa die nach der Anzahl der aktiven Biber im Bereich der Abens. Auch über mögliche Biber-Lebensräume im Landkreis fernab von Seysdorf und die Vorgehensweise bei einer möglichen Entnahme des fleißigen Nagetiers will man Informationen.

Schnelles Wissen: Der Biber

Der Biber ist das zweitgrößte Nagetier der Erde: Er kann bis zu 1,3 Meter lang und 30 Kilogramm schwer werden. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist der Biber, der 12 bis 14 Jahre alt wird, besonders geschützt. Das bedeutet, es ist verboten, ihm nachzustellen, ihn zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Genauso ist es verboten, den Biber zu stören, seine Baue und Dämme zu beschädigen oder zu zerstören.

„Wenn man das Tier fangen und anschließend schießen möchte, benötigt man eine Erlaubnis der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt“, teilte Eva Dörpinghaus, Pressesprecherin des Landratsamts Freising, auf FT-Nachfrage mit. Ein Abschuss werde jedoch nur zugelassen, „wenn es sich um einen ungeeigneten Biberlebensraum handelt oder die Schäden besonders groß sind – und unter der Voraussetzung, dass die Population nicht beeinträchtigt wird“. Es handle sich immer um eine Einzelfallgenehmigung, die nur für den Zeitraum vom 1. September bis 15. März erteilt werden kann, berichtete die Pressesprecherin.

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