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Beste Stimmung herrschte beim Starkbierfest am Samstag in der Ampertalhalle.

Allershausen: Brave Fastenpredigt beim Starkbierfest

Allershausen - Starkbierfest in Allershausen – das war bisher Musik, Brotzeit und Bier. Starkbier. In diesem Jahr kam noch etwas dazu in der Ampertalhalle: die Fastenpredigt. Bruder Johann war da, um die Leviten zu lesen: „Salve, alle miteinander!“

„A Ruah is!“ Martin Vaas musste das Volk schon energisch zur Räson bringen, damit Bruder Johanns Auftritt auch entsprechend gewürdigt wurde. Man war grad schön in Feierlaune, hatte sich über die Mannen von Sauglocknläutn amüsiert und mal wieder – den verteilten Textheften sei Dank – bei einem Lied der Schlawiner kräftig mitgesungen, da kam er. Der Prediger. Der Mönch. Der Bruder Johann, der im wahren Leben Hans Holzner heißt und ein vor 42 Jahren nach Allershausen „Zuagroasta“ ist. Bei seinem ersten Auftritt gab sich Bruder Johann eher zurückhaltend.

Da wurde Bürgermeister Rupert Popp als „Sonnenkönig Rupert der Große“ tituliert, der mit seiner Mehrheit von Freien Wählern im Gemeinderat nach dem Motto regiere: „Wir brauchen keine Opposition, wir sind schon demokratisch.“ Da wurde Genosse Sepp Lerchl auch als „SPD-Rakete“ bezeichnet, in dessen rotem Feuerwehrhaus in Leonhardsbuch als einzigem in Deutschland ein Klavier stehe, obwohl die Floriansjünger viel lieber einen Kickerkasten gehabt hätten. Und „da oid Gamperl Hanse“ sei auch nur deshalb so beliebt als Auktionator bei Christbaumversteigerungen, weil er das ganze Zeug auf dem Wertstoffhof finde.

Bruder Johann spottete über das „sündteure Loch für den Maibaum“ genauso wie über „die Ferieninsel in unserem großen Strom, der Glonn“. Und auch die CSU bekam ihr Fett weg: Die Schwarzen kämen ihm beim Abstimmen so vor wie die Küchenhilfe im Film „Meuterei auf der Bounty“: Der habe den Finger in den Wind gehalten und dann die Küchenreste doch gegen den Wind geschüttet. Klausurtagungen des Gemeinderats würden deswegen „weit weg“ stattfinden, damit man nicht mitbekomme, „wie feucht es zugeht“, behauptete der Prediger. „Und wenn ein paar Tage später alle wieder auf 0,0 sind, dann haben sie alles wieder vergessen.“

Fasching in Allershausen? „Das sind ja bei jeder Beerdigung mehr Leut’, und beim Leichenschmaus ist bessere Stimmung“, beschrieb Bruder Johann die fünfte Jahreszeit in Allershausen. Wesentlich besser besucht sei da der Christkindlmarkt – auch wenn die Gemeinde da nach der Sanierung des Schulhofes vergessen habe, in die neuen Stromkästen auch wirklich Strom „reinzutun“. Als dann auch die anwesenden Ampertal-Bürgermeister durch den Kakao gezogen waren, konnte sich Bruder Johann die Freisinger vornehmen: Da habe doch tatsächlich ein Freisinger Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Bürgermeister Popp wegen dessen Verhaltens in Sachen Westtangente eingereicht. Damit das klar sei, so Bruder Johann: „Wenn wir den Rupp ärgern wollen, dann machen wir das selber!“ Am Samstag beim Starkbierfest musste sich Popp nicht ärgern. Dazu war Bruder Johann zu brav.

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