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Modenschau mal anders: So rückten die Johanniter damals, vor 50 Jahren, zu Einsätzen aus.

50 Jahre Johanniter Oberbayern

"Wir sollen ein Segen sein"

Allershausen - „In jedem von uns steckt ein kleiner Engel.“ Das hat Pfarrer Heinz Winkler am Sonntag vor vielen helfenden Engeln gesagt: Seit 50 Jahren gibt es die Johanniter in Oberbayern. Gefeiert wurde in Allershausen – dort, wo alles begann.

Man saß im Zimmer eines Privatmanns in Allershausen und wartete. Wartete auf einen Anruf oder eine Nachricht. Ein kleiner Rettungswagen stand vor der Tür, mit dem man im Fall des Falles ausrückte. Das war vor 50 Jahren, das waren 1966 die Anfänge der Johanniter Unfallhilfe in Allershausen. Und heute?

Man hat eine 1982 errichtete, inzwischen schon wieder viel zu kleine Unterkunft, man nimmt neben dem Rettungsdienst viele soziale Aufgaben wahr, man hat einen großen Fuhrpark und in ganz Oberbayern rund 300 haupt- und über 660 ehrenamtlich Kräfte im Einsatz. 50 Jahre also, die es wert waren, am Sonntag in der „Keimzelle“ der Johanniter Oberbayern in Allershausen zu feiern. Pfarrer Winkler betonte bei dem Gottesdienst, das sei ja „mehr als Weihnachten“, denn den 50. Geburtstag gebe es nur einmal. Ulrich-Joachim Müller, der ehrenamtliche Vorstand der Johanniter Oberbayern, formulierte als Aufgabe der Johanniter Unfallhilfe, ein Werk des evangelischen Johanniter-Ordens, so: „Wir sollen ein Segen sein.“ Allershausens Bürgermeister und Schirmherr Rupert Popp sprach von einem „stolzen und freudigen Ereignis“ und betonte, dass die Johanniter trotz mancher Meinungsverschiedenheiten „aus dem Gemeindeleben nicht mehr wegzudenken“ seien. Noch ein Rückblick auf 50 Jahre Johanniter in Allershausen kam von Jürgen Wanat (Landesvorstand der Johanniter Bayern): Er erinnerte an Zeiten ohne Leitstellen, oft ohne Funk und selbstverständlich ohne Handy und Smartphone, an Zeiten, als die Johanniter in den 70er Jahren eine Wohnung im alten Rathaus bezogen, als 1974 der erste hauptamtliche Mitarbeiter eingestellt wurde, als man 1990 den ambulanten Pflegedienst ins Leben rief und 1997 den ersten Hort in Allershausen eröffnete. Nach all dem konnte und wollte Erich Wall, einer der Gründungsväter der Johanniter Oberbayern und ein Mann der ersten Stunde, nichts mehr sagen, was noch nicht gesagt worden sei.

Aber es gab nicht nur etwas zu hören aus alten Zeiten, es gab auch etwas zu sehen: Manche Teilnehmer hatten sich in historische Einsatzkleidung gewandet und erinnerten mit dieser ganz besonderen Modenschau an die Gründungszeiten, dazu gab es eine umfangreiche und informative Ausstellung zur Historie der Johanniter. Am Nachmittag war dann das Gelände an der Schroßlacher Straße für die Bevölkerung geöffnet: Eine Rettungsschau und eine Vorführung der Rettungshundestaffel, dazu die Besichtigung des Geländes – das alles war bei dieser Zeitreise am Sonntagnachmittag geboten. Und was sei laut Pfarrer Winkler in Bayern das größte Lob für Frauen und Männer? Wenn sie „eine gute Seele“ und er „ein braver Mo“ sei. Möge der Herr geben, dass die Johanniter in Allershausen noch ganz lange gute Seelen und brave Männer sein können, bat der evangelische Pfarrer.

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