Neue Ortsmitte Allershausen

Die unberechenbare Baustelle

Allershausen - Die neue Ortsmitte Allershausens nimmt langsam Gestalt an. Doch auch die Kosten wachsen. Dennoch liegt das Projekt noch immer unter der Kostenschätzung – nimmt man das kontaminierte Erdreich aus der Berechnung heraus.

Der erste Bauabschnitt für die neue Ortsmitte von Allershausen hat es ganz schön in sich: Nicht nur wegen des kontaminierten Erdreichs und dessen Abtransports steigen die Kosten (wir haben berichtet). Auch die Firma Hagn, die den Erd-, Beton- und Wasserbau durchführt, hat noch zahlreiche weitere Nachträge an die Gemeinde gestellt. Allein an diesem Dienstag ging es im Gemeinderat um rund 125 000 Euro zusätzliche Kosten.

Der größte Batzen waren knapp 92 000 Euro, die die Firma für Stillstandszeiten auf Grund von Behinderungen berechnet hatte: Kanalbauarbeiten waren beispielsweise noch nicht abgeschlossen und die Entdeckung des kontaminierten Erdreichs habe ebenfalls zu einem Baustopp geführt. Der Gemeinderat folgte allerdings der Empfehlung der Verwaltung, die Forderung grundsätzlich anzuerkennen, die Nachtragsforderung aber in dieser Höhe abzulehnen und nachzuverhandeln. Dieses und auch das demnächst noch folgende Nachtragsangebot für Stillstandszeiten (weitere 62 000 Euro) „werden wir so nicht zahlen“, versicherte Bürgermeister Rupert Popp.

Zahlen wird man hingegen die 27 800 Euro für den Blitzschutz an der Stützmauer. Der bestehe aus vielen Metern Edelstahl und zahlreichen Verbindungen, so die Begründung für die hohen Kosten, die Josef Kortus (CSU) bemängelt hatte. Noch mehr bemängelt wurde die Planerleistung des Büros Narr, Rist, Türk (NRT). Leonhard Held (CSU) schimpfte, dass das Büro da „nicht gründlich genug gearbeitet“ habe, wenn es eine solche Fülle von Nachträgen gebe. Dietmar Narr sah das ganz anders: Er sei nach wie vor überzeugt, dass man da „ein gutes Projekt und eine tolle Sache für Allershausen“ realisiere. Und: „Ich freue mich nach wie vor, wenn ich durch Allershausen fahre.“ Vor allem: Die meisten dieser Nachträge seien ganz einfach nicht vorhersehbar gewesen – beispielsweise, dass die Arbeiten an der A 9 zur Standstreifenfreigabe um ein Jahr verschoben wurden oder auch dass man kontaminiertes Erdreich gefunden hat. Und was den Blitzschutz an der Stützmauer betreffe, so erkläre sich das daher, dass zunächst eine Natursteinmauer geplant war, dann aber die Ausführung in Beratungen mit dem Arbeitskreis so geändert wurde, dass eben jetzt ein Blitzschutz notwendig sei. Und nehme man die Kosten für den Austausch des kontaminierten Erdreichs aus, so liege man noch immer unter der Kostenberechnung, betonte Narr. Denn 950 000 Euro hatte man für Bauabschnitt 1 angesetzt, dann die Arbeiten aber für 700 000 Euro vergeben können. Eine „Ersparnis“ konnte auch Popp ankündigen – sofern man, so Popp, geringere Mehrausgaben als Ersparnis bezeichnen könne: Statt 6000 Tonnen kontaminierten Erdreichs müssen wohl nur 4600 Tonnen abtransportiert und entsorgt werden. Damit dürften die Mehrausgaben um 100 000 Euro geringer ausfallen als ursprünglich veranschlagt.

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