Neuer Ärger um die neue Ortsmitte Allershausen 

Wer hat die Gemeinde angeschwärzt?

Allershausen - Im Gemeinderat Allershausen geht die Angst vor einem Maulwurf um – wegen eines Briefs an den Bund der Steuerzahler. In dem wird die Kostensteigerung im Bereich der neuen Ortsmitte angeprangert.

Und das auch noch garniert mit Infos, die eigentlich nur aus den eigenen Reihen stammen können. In der jüngsten Sitzung war deshalb von „Vertrauensbruch“ die Rede.

Bürgermeister Rupert Popp traute wohl seinen Augen nicht, als er den blauen Brief des Bundes der Steuerzahler in Händen hielt. Darin monierte Vizepräsidentin Maria Ritch, dass der Bau der neuen Ortsmitte um 470 000 Euro teurer geraten war als ursprünglich veranschlagt. Ursache: Man hatte (wie berichtet) im Boden Altlasten entdeckt. Es handelte sich dabei um 6000 Tonnen mit Teer belastetes Material, das es aufwändig zu entsorgen galt. Kritisiert wurde seitens des Bundes für Steuerzahler aber auch generell, dass man bei dem Projekt keine Kosten-Nutzen-Analyse angestellt habe.

Popp wies die Vorwürfe in einem Antwortschreiben in aller Deutlichkeit zurück. Dass es keine Kosten-Nutzen-Analyse gegeben hatte, räumte er zwar ein. Er betonte aber, dass die Baukosten von insgesamt 1 350 000 Euro durchaus im Verhältnis stünden. Die nue Ortsmitte mit den Glonnterrassen würden mit Sicherheit einen deutlichen Anstieg des Freizeitwerts für alle Bürger darstellen. Er machte die Rechnung auf, dass das Projekt umgerechnet am Ende nicht mehr als 245 Euro pro Einwohner kosten würde.

Als Hauptargument für die Baumaßnahme nannte der Rathauschef die hohe Verkehrsbelastung und den Mangel an öffentlichen Grünflächen. Von einer Verschwendung von Steuergeldern könne also keine Rede sein. Popp betonte auch, dass die Beschlüsse im Ratsgremium weitgehend einvernehmlich getroffenen worden seien. Es habe lediglich eine Gegenstimme gegeben.

Verwundert zeigte er sich über die detaillierten Informationen, die dem Bund der Steuerzahler vorlagen. Er vermutete, dass es sich um einen „Insider“, etwa um einen Maulwurf aus dem Gemeinderat handeln müsse.

Wer da aus der Schule geplaudert hat, das weiß niemand zu sagen – zumindest nicht offiziell. Eine große Debatte darüber wollte Popp in der Sitzung aber nicht führen. Er verwies lediglich auf den Schriftverkehr. Der lag dem Gremium in Gänze vor.

„Vertrauensbruch“ - „Ich war das nicht“

Unabhängig davon sprach Ursula Kopp (PFW) von „Vertrauensbruch“ – gesetzt den Fall, dass es jemand aus dem Gremium war, der sich da beschwert hatte. Sie habe niemand zu nahe treten wollen, erklärte Kopp auf Nachfrage des FT. „Aber, dass das inkognito gemacht worden ist, das hat mich geärgert“, sagte sie und merkte an: „Wir sind fast geschlossen hinter dem Projekt gestanden. Bis auf eine Person.“

Eigentlich kann es sich bei dieser „Person“ nur um den CSU-Gemeinderat Leonhard Held handeln. Der hatte mehrfach gegen Beschlüsse im Zusammenhang mit dem Bau der Glonnterrassen gestimmt. Und er steht auch dazu, wie er jetzt mitteilte. Den Verdacht, er könnte den Brief geschrieben haben, weist Held aber weit von sich. „Ich war das mit Sicherheit nicht. Wenn ich etwas zu sagen habe, dann sage ich das auch. Dann wende ich mich nicht da hin“, stellte Held klar. Im übrigen sei er ja nicht gegen die neue Ortsmitte, sondern nur gegen die Aufweitung der Glonn. Er überlege, ob er Popp nicht eine Vollmacht erteile, dass der sich beim Bund der Steuerzahler bestätigen lässt, dass es sich bei dem Beschwerdeführer nicht um ihn handelt.

Nach Auskunft von Popp werde Ritch aber wahrscheinlich nicht sagen, „wer da der Informant ist“. Er räumte aber ein, dass es sich um eine „unangenehme Geschichte“ handelt. Konsequenzen stünden aufgrund des Schreibens zwar nicht zu befürchten. „Die können uns nur ins Schwarzbuch setzen“ – frei nach dem Motto „die böse Gemeinde Allershausen“ habe Geld verschleudert. Eigentlich „lächerlich“, wie der Rathauschef findet. Andererseits sprach er von einem „gewaltigen Imageschaden“.

Die vom Bund der Steuerzahler monierten Mehrkosten wären nach dem Verständnis von Popp in jedem Fall entstanden – selbst, wenn man die Pläne für die neue Ortsmitte komplett verworfen hätte. „Wir wären dazu verpflichtet gewesen das Erdreich zu entsorgen“. Heißt: Ist der Schaden erst einmal festgestellt, kommt man um die Entsorgung nicht herum.

Josef Lerchl, Sprecher der SPD-Fraktion, versteht die Aufregung nur bedingt. „So einen Brief an den Bund der Steuerzahlen zu schreiben, das ist legitim. Aber wenn, dann muss ich schon Ross und Reiter nennen.“

Auch interessant

<center>Honigschlehe</center>

Honigschlehe

Honigschlehe
<center>Bayerische Crossover-Tapas</center>

Bayerische Crossover-Tapas

Bayerische Crossover-Tapas
<center>Die Knödel-Revolution</center>

Die Knödel-Revolution

Die Knödel-Revolution
<center>Brot-Zeit! Backgeheimnisse der Müllermeisterin</center>

Brot-Zeit! Backgeheimnisse der Müllermeisterin

Brot-Zeit! Backgeheimnisse der Müllermeisterin

Meistgelesene Artikel

Das Norovirus schleicht sich an

Landkreis – 50 Fälle von Norovirus legten in Ingolstadt das Klinikum lahm. In Erding fiel an einer Schule der Unterricht aus – aufgrund einer Welle grippaler Infekte. …
Das Norovirus schleicht sich an

Schon wieder brennen Autos in Freising: Polizei fahndet nach Brandstifter

Freising – Die Kripo sucht in Freising nach einem Brandstifter. Schon Ende Oktober war ein Mercedes an der Altenhauser Straße in Flammen aufgegangen, und in Vötting …
Schon wieder brennen Autos in Freising: Polizei fahndet nach Brandstifter

Mehr Geburten, höhere Personalkosten im Freisinger Klinikum

Freising – Das Klinikum Freising wird 2016 wieder „ein ausgeglichenes Ergebnis“ einfahren. Das war eine Botschaft des Berichts, den Geschäftsführer Andreas Holzner im …
Mehr Geburten, höhere Personalkosten im Freisinger Klinikum

Acht Spuren zum Flughafen

Landkreis - Dass die Straßenverkehrsinfrastruktur in der Flughafenregion überlastet ist, ist nichts Neues. Umso wichtiger ist das, was nun nach dem Beschluss des …
Acht Spuren zum Flughafen

Kommentare