Der Binser kommt zum zweiten Mal nach Kirchdorf.

Interview mit Helmut A. Binser

„Das Ampertal hat eine ausgeprägte Lachbereitschaft“

Er ist ein echtes Oberpfälzer Original und spielt mittlerweile sein drittes Programm – der 36-jährige Musikkabarettist Helmut A. Binser. Am 17. November kommt er in Schuhbauers Tenne in Kirchdorf. Thomas Lassonczyk sprach mit dem gebürtigen Rundinger über Alkohol auf der Bühne, die Vorteile seines Künstlernamens und warum er sich für seine Arbeit so gern bei einem Amateurfußballspiel inspirieren lässt.

-Es ist dein zweiter Auftritt in Kirchdorf. 300 Konzerte liegen dazwischen. Nervös?

Ein bisserl Respekt hab ich schon, aber ich hab dort schon mal ein Konzert gesehen, da hat „Da Huawa, da Meier und i“ gespielt, Und das hat damals voll gescheppert. Außerdem sagt die Erfahrung: Wenn mal was im Kleinen, also in der Wirtsstubn, funktioniert hat, dann klappt’s meistens auch im größeren Rahmen.

-Was macht Dich da so sicher?

Jede Region hat ja so ihre Lachbereitschaft, und die scheint im Ampertal recht ausgeprägt zu sein. So hab ich das damals zumindest empfunden. Deshalb glaub ich, dass das ein richtig guter Abend wird, ich jedenfalls freu mich sehr drauf.

-Da Huawa, da Meier und i, die D‘Raith-Schwestern, der Binser – ihr alle kommt aus dem gleichen Eck im oberpfälzisch-niederbayrischen Grenzgebiet. Ein Nährboden für gutes Kabarett?

Vielleicht kommt das von früher, als bei uns noch weniger Arbeit war, da haben wir halt Musik gespielt. Oder es liegt an der ländlichen Erziehung, die wie genossen haben, mit Kirche, Feuerwehr und dem ganzen Drumherum. Und es hat sicher auch was mit der Liederbühne Robinson zu tun, die damals von München nach Runding (liegt im Landkreis Cham, Anm. d. Red.) gezogen ist. Die hat den Huawa, D‘Raith-Schwestern und mich so ein bisserl in diese Kleinkunstszene hinauskatapultiert.

-Du trägst bei Deinen Auftritten stets Schwarz und Hut. Wieso?

Ich will halt, dass das lustige Wort im Vordergrund steht, deswegen kleide ich mich dezent. Und einen Hut hab ich auf, damit ich mir meine Frisur nicht richten muss.

-Stimmt es, dass Du während eines Auftritts mehrere Gläser Bier trinkst?

Das steht in meinem Wikipedia-Eintrag, da bin ich selber ganz erschrocken, als ich das gelesen hab. Also ich trink immer in der ersten Hälfte ein Bier, und in der zweiten eins. Ich vertrag natürlich auch was, ich wieg 115 Kilo. Sagen wir es so: Ich trink schon gern ein Bier, aber am liebsten hinterher „mit de Leit“.

-Helmut A. Binser ist ja Dein Künstlername, in Wirklichkeit heißt Du Martin Schönberger. Gefällt Dir der Name nicht?

Ich wollt das eigentlich gar nicht beruflich machen. Und bei meinem ersten Auftritt in meinem Heimatort Runding sollten die Leut im Dorf nicht wissen, dass ich des bin. Aber dann ist gleich in der Zeitung drin gestanden: Martin Schönberger als Helmut A. Binser. Da war’s dann auch wieder wurscht.

-Warum bist Du trotzdem der Binser geblieben?

Weil’s einfach praktisch ist. Denn Binser kann man viel größer aufs Plakat drauf schreiben. Und dann kann man den Namen schon aus 30 Meter Entfernung lesen.

-Dein neues Programm heißt „Wie im Himmel“. Wie bist Du auf den Titel gekommen?

Beim Wandern. Ich hab da einen Hausberg, den Haidstein. Da bin ich ungefähr in einer Stunde oben, wenn ich von meinem Wohnort losgehe. Oben am Gipfel ist mir die Idee dazu gekommen. Weil ich ja dort dem Himmel nahe – oder zumindest näher – war.

-Wo bekommst Du Deine Ideen her?

Aus meinem Umfeld, in dem Mikrokosmos, in dem ich lebe, vom Dorf hol ich mir viel Inspiration. Aber auch am Sportplatz. Ich bin mittlerweile ein großer Fan des Amateurfußballs. Der ehrliche Sport findet immer noch an der Basis statt. Letztes Mal war ich auf einem Spiel, ich glaub, es war Runding gegen Ottenzell, und was ich da für drei Euro gesehen hab, das wird mir jetzt in der Allianz Arena so nicht geboten.

Am Donnerstag in Kirchdorf

Am Donnerstag, 17. November, kommt Helmut A. Binser um 20 Uhr in Schuhbauers Tenne nach Kirchdorf. Einlass ist um 18.30 Uhr, Karten gibt es unter (0 81 66) 73 66. 

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