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Rechtfertigten sich im Gemeinderat: (v. r.) Petra Hobmeier (2. Vorsitzende SpVgg Attenkirchen) und Erik Shenton (Vorsitzender) räumten im Beisein von Wolfgang Braun (BG), Eugen Altmann (VG Zolling) und Bürgermeister Martin Bormann mit Gerüchten auf.

SpVgg-Vorsitzende beziehen Stellung

Schluss mit den Gerüchten: Aussprache im Attenkirchener Gemeinderat

Attenkirchen - Die Emotionen kochten hoch - zumindest bei den Gästen: Im Gemeinderat nahm der Vorstand der SpVgg Attenkirchen Stellung zur Situation des Vereins. Dem Gerücht, man hätte Geld unterschlagen, wollten Erik Shenton und Petra Hobmeier ein für alle Mal eine Ende setzen.

Der Abend begann zunächst in harmonischer Atmosphäre: Es wurde gelacht und gescherzt. Bürgermeister Martin Bormann trat mit der Bitte an die Presse heran, noch einmal das Gewicht des Ochsen vom Bierfestival zu nennen. „Es wird auch jetzt noch danach gefragt. Es handelte sich immer um den selben Ochsen, dieser hatte ein Gewicht von 1177 Kilo.“

Neuer Parkplatz für 31.000 Euro

Dann wurden Bauanträge genehmigt und der Bürgermeister verkündete, dass die in der vergangenen Sitzung beschlossene Parkplatzerweiterung unterhalb der Bäckerei Schindele vom Attenkirchener Architekten Thilo Mittag realisiert werde. Auf dem Parkplatz im nördlichen Ortsbereich sollen 20 Stellflächen entstehen, die Kosten belaufen sich dabei auf 31.000 Euro.

Gutachten hat nicht nur Unterstützer

Die Mitglieder des Gemeinderats diskutierten als nächstes über die Beteiligung Attenkirchens an dem Mobilitätskonzept „Mittlere Isarregion & Ampertal“, das von Professor Gebhard Wulfhorst von der TU München vorgestellt wurde. Dabei handelt es sich um ein Gutachten, das Vorschläge und Angebote für eine bessere Vernetzung der Kommunen, insbesondere bei den Verkehrswegen, prüfen soll. Für Bürgermeister Bormann eine positive Sache: „Ich verspreche mir davon sinnvolle Antworten, beispielsweise wo ein P&R-Platz notwendig ist, oder auch wie unsere Zubringerstraßen und der öffentliche Nahverkehr optimiert werden können.“ 18 Monate nach Auftragserteilung könnten die Gemeinden mit den Ergebnissen rechnen.

Dennoch standen einige dem Konzept skeptisch gegenüber. „Die Kosten erscheinen mir schon relativ hoch“, argumentierte Eva-Maria Richter von der UWG. Zwar soll es einen Zuschuss von 50 Prozent geben, es hätten sich dennoch alle 17 Kommunen an den Kosten zu beteiligen. „Laut der ersten Kostenschätzung müsste Attenkirchen pro Einwohner einen Betrag zwischen 90 Cent und 1,30 Euro beisteuern“, so Bormann. Dies entspreche einem Gesamtbetrag zwischen 2307 und maximal 3332 Euro. Eine Summe, die der Bürgermeister bereit ist, zu zahlen. „Das Geld sollte in die Hand genommen werden. Mit solch einem Konzept können wir mehr bewegen und als Gemeinschaft mit den Nachbarn eine Optimierung angehen.“ Diese Meinung teilte die Mehrheit der Anwesenden, die Beschlussvorlage wurde mit nur zwei Gegenstimmen genehmigt.

Erik Shenton ist "maßlos enttäuscht"

Emotional wurde es schließlich zum Ende der Sitzung: Der Gemeinderat bat Erik Shenton (Vorsitzender) sowie Petra Hobmeier (2. Vorsitzende) der Spielvereinigung Attenkirchen um eine persönliche Stellungnahme. Hintergrund: Zur Errichtung neuer Sportanlagen war der SpVgg 1999 eine Vorfinanzierung in Höhe von 320 700 DM (163 971 Euro) gewährt worden. Diese Summe wurde bei der letzten Sitzung des Gemeinderats im April 2016 in einen Zuschuss umgewandelt. Doch das sorgte im Ort für reichlich Gesprächsstoff, Shenton und Hobmeier wurden der Unterschlagung bezichtigt. „Ich bin maßlos enttäuscht“, machte sich der Vorsitzende Luft. „Man kann sich nicht vorstellen, was wir uns in den letzten drei Monaten anhören mussten.“

Für Shenton wurden zwei voneinander losgelöste Themen vermischt. Zum einen der Rücktritt von Shenton und Hobmeier im März und zum anderen die Umwandlung der Finanzierung in einen Zuschuss. Nach Bekanntgabe dieses Schrittes brodelte die Gerüchteküche in der Kommune – und die beiden Vorsitzenden wurden laut eigenen Angaben seither von allen Seiten auf dieses Thema angesprochen – und teils auch wüst beschimpft. Für Shenton zu viel des Guten: „Nicht nur wir als Personen, auch das Ehrenamt wird auf diese Weise beschmutzt, das ist wirklich unterste Schublade“.

Von einem Rücktritt des Rücktritts konnte der Gemeinderat die beiden Attenkirchener nicht überreden. Dennoch lobte man das Engagement sowie die stets korrekte und ordentliche Arbeit des Duos. Laut Bürgermeister Bormann müsse jetzt dringend ein Nachfolger gefunden werden. „Was wir brauchen, ist ein neuer Häuptling. Der Verein funktioniert, das haben wir der hervorragenden Führung der beiden zu verdanken. Jetzt muss jemand her, der sich der Sache annimmt, vorzugsweise bereits erste Erfahrungen mitbringt und den Verein weiter führen wird.“ Dabei könnten sich potenzielle Nachfolger auf die Hilfe von allen Abteilungsleitern sowie von Shenton und Hobmeier verlassen: beide haben ihre Unterstützung zugesichert.

von Anna Schledzinski

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