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Premiere bei der Hopfenrundfahrt feierten MdB Alois Gerig und die frisch gewählte Hopfenkönigin Sabrina Schmalhofer (v. r.).

Hopfenrundfahrt

Hallertau: Hopfenbauern fahren "ertragreiche Ernte" ein

Hallertau - Die Hopfenbauern erwarten heuer eine "überdurchschnittliche Ernte". Das sorgte bei der traditionellen Hopfenrundfahrt am Donnerstag für entspannte Gesichter.

Das Wetter hatte sich den guten Neuigkeiten angepasst. Bei strahlendem Sonnenschein versammelten sich die geladenen Gäste am Donnerstag vor dem Hopfenmuseum in Wolnzach. Mit Kaffee, Kuchen und Kaltgetränken wurden die positiven Zahlen diskutiert, die der Verband Deutscher Hopfenpflanzer kurz zuvor herausgegeben hatte. Dabei durfte ein kühles Bier natürlich nicht fehlen. „Es freut mich, dass wir gerade in diesem Jahr, in dem auch 500 Jahre Reinheitsgebot gefeiert werden, so eine ertragreiche Ernte einfahren können“, begrüßte Vorsitzender Johann Pichlmaier die Gäste.

Ein ständiges Auf und Ab sei man laut Pichlmaier bei der Hopfenernte bereits gewöhnt, „in den letzten Jahren bewegte sich die Hopfenschaukel aber ganz besonders heftig“. 2013 verzeichnete die Branche eine sehr schlechte Ernte, das Jahr darauf verlief sehr gut. 2015 war für die Landwirte wiederum ein regelrechtes Verlustjahr. Für dieses Jahr prophezeien offizielle Vorschätzungen in den einzelnen Anbaugebieten eine überdurchschnittliche Ernte. „Dabei hat es in den relativ kühlen Monaten Mai und Juni noch nicht unbedingt danach ausgesehen“, berichtete der Vorsitzende. „Aber die entscheidenden Monate Juli und August waren witterungsmäßig nahezu ideal.“ Die Kombination von ausreichenden Niederschlägen und nur wenige Hitzetage haben dem „grünen Gold“ noch einmal einen ordentlichen Schub gegeben.

Für das Anbaugebiet Hallertau könne demnach mit einer Hopfenmenge von 35 600 Tonnen gerechnet werden – ein Plus von 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Pichlmeier ist sich sicher: Dies ist nicht nur für die Landwirte, sondern auch die Brauereien und Handelsunternehmen Grund zum Durchatmen. „Aufgrund der deutlich geschrumpften Vorräte wäre es bei einer schlechten Ernte sicher sehr eng geworden.“

Das erste Mal an einer Hopfenfahrt teilnehmen durfte Alois Gerig, Vorsitzender des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft im Bundestag. Für ihn sei das „Grüne Gold“ die Seele des Bieres und für die Hallertau das wichtigste Agrarprodukt. „Der Hopfen ist das ökonomische, soziale und kulturelle Rückgrat der Region.“ Zwar habe die USA im letzten Jahr den ersten Platz als größter Hopfenerzeuger eingenommen, „dies liegt aber größtenteils an der Produktion von Craft Beer“. Auch hierzulande haben sich die Brauereien dem Trend angenommen und „züchten“ immer mehr neue Sorten. Für den Abgeordneten ein positiver Schritt: „Für das Craft Beer wird die zehnfache Hopfenmenge benötigt.“

Pilzkrankheiten und Spinnmilben bereiten große Sorgen

Trotz der tollen Zahlen wurde auch leise Kritik in Richtung Politik geäußert. Alle Beteiligten sprachen sich klar für einen integrierten Pflanzenschutz aus. „Gerade in diesem Jahr haben uns Pilzkrankheiten und zum teil auch Spinnmilben große Sorgen bereitet“, erklärte Pichlmaier. Eine anständige Behandlung werde jedoch immer schwieriger. „Ein integrierter Pflanzenschutz wird dauerhaft scheitern, wenn man Tabularasa macht bei den Wirkstoffen im Bereich des chemischen Pflanzenschutzes.“ Vor allem auf EU-Ebene werden vermehrt Wirkstoffe gestrichen, die die Landwirte aktuell zur Bekämpfung verwenden. Der Stimmung tat dies jedoch keinen Abbruch: Nach dem Empfang verteilten sich die Gäste auf die wartenden Busse, und die Hopfenrundfahrt durch die Hallertau konnte beginnen, bei der das Hopfenforschungszentrum in Hüll sowie ein Hopfenbaubetrieb in Oberpindhart besichtigt wurden.

Anna Schledzinski

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