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Dritte Startbahn bei Bürgerversammlung Thema

OB warnt: „Gefährliche Rechnung“

Achering - Geteilte Meinung über Horst Seehofers Pro-Startbahn-Kurs, Verärgerung über den Stadtentwicklungsplan: Bei der Bürgerversammlung in Achering gingen die Emotionen auseinander.

Die Ankündigung von Ministerpräsident Horst Seehofer, mittels eines Ratbegehrens in München jetzt doch dem Bau der dritten Startbahn zum Erfolg zu verhelfen, trifft bei einem Teil der 206 Acheringer Bürger auf Zustimmung. „Jeder Flieger, der auf der dritten Startbahn startet, startet nicht hier“, so die Argumentation eines Teils derer, die unter der jetzigen Nordbahn zu leiden haben. Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher bezeichnete diese Einstellung, die bei der Bürgerversammlung am Mittwoch im Gasthaus Schredl geäußert wurde, als „gefährliche Rechnung“.

Eschenbacher verwies beispielsweise auf Folgelasten, die auch für die Acheringer „mehr Probleme bringen, als ihr jetzt glaubt“. Freilich: Viele Acheringer sind auch gegen die Startbahn, wie sie am Mittwoch kundtaten. Und sie teilen die Auffassung des OB, der sich über Seehofers Aussage „überrascht“ zeigte, der betonte, man könne bei den Flugbewegungen noch lange nicht von einer Trendwende sprechen, und man sei von den Zahlen des Jahres 2008 noch weit entfernt. Damals hatte man am Moos-Airport 433 000 Flüge abgewickelt, heuer dürften es bei einem Plus von drei Prozent gegenüber 2015 rund 390 000 Flugbewegungen werden. Sollte es zu einer neuerlichen Befragung der Münchner kommen, verlange das abermals „großen Einsatz von uns“, so der OB. Er sei zuversichtlich, dass man wie schon beim ersten Bürgerentscheid im Juni 2012 wieder gewinnen werde. Und dann wäre die Startbahn „endgültig gestorben“.

Und noch ein Zukunftsthema beschäftigte die Acheringer am Mittwoch: Dass es mit dem im Stadtentwicklungsplan STEP 2030 vorgesehenen Ortsteilentwicklungskonzept noch nicht losgegangen sei, verärgerte manche Bewohner. OB Eschenbacher sagte, die Verzögerung komme daher, dass der Förderbescheid der Regierung noch nicht vorliege, der Voraussetzung für den Beginn der Planungen (selbstverständlich zusammen mit den Acheringern) sei. Er rechne aber täglich mit der Förderzusage.

Was (nicht nur) die Acheringer ärgert, ist die phasenweise seltsame Schaltung der Ampel an der Schlüterbrücke: Ohne erkennbaren Grund dauere die Grünphase für die Pkw-Lenker, die von Achering nach Freising wollten, teilweise nur sechs Sekunden, was zu einem langen Rückstau führe. Eschenbacher versprach, der Angelegenheit nachzugehen und kündigte an, dass die Zahl der Fahrten des Anrufsammeltaxis (AST) ab Dezember von jetzt drei auf dann sieben erhöht werde.

In seinem Bericht hatte Eschenbacher nicht nur die zahlreichen Bebauungspläne erläutert, mit denen man in Freising derzeit versuche, Wohnraum zu schaffen, sondern auch wichtige (und teure) Projekte aufgezählt. Noch in diesem Jahr werde man den „Tunnelanstich“ für die Westtangente vollziehen können. Weil am Dienstag, 4. Oktober, im Beisein des bayerischen und des deutschen Verkehrsministers der Spatenstich für die B 301-Nordostumfahrung erfolgt, „befürchte ich aber fast, dass uns der Freistaat da überholen wird“, scherzte Eschenbacher über das andere große Straßenbauprojekt in Freising, das wie die Westtangente 2020 oder 2021 fertig sein soll.

Nichts sagen durfte der OB zum Thema Transgourmet. Er müsse da „aufpassen“, dürfe als Stadt keine Tendenzen erkennen lassen und keine Empfehlungen abgeben. Grund: Am 9. Oktober entscheiden bekanntlich die Freisinger Bürger, ob sie Transgourmet in den Clemensängern wollen oder nicht. Ein Bürgerentscheid also – in Freising, nicht in München.

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