Bürgerversammlung im Zeichen des Wachstumsdrucks

Hallbergmoos - Wie geht’s der Gemeinde? Was ist erledigt? Was geplant? Antworten auf diese Fragen gab Rathauschef Harald Reents bei der Bürgerversammlung. Fazit: Die Kommune ist finanziell sehr gut aufgestellt und investiert fleißig in Wohnungsbau und Infrastruktur, um dem „Wachstumsdruck“ zu begegnen.

„Zum zweijährigen Miteinander von uns allen“ konnte Reents etwa 45 Zuhörer im Gemeindesaal begrüßen. In seinem Vortrag zeigte er die kommunalen Eckdaten auf: 11 231 Einwohner lebten zum Stichtag (31. Dezember 2015) mit Haupt- und Nebenwohnsitz in der Kommune. Das sind 682 mehr als im Vorjahr. Die größten Zuwächse verzeichnet man bei den Erwerbstätigen (8278), der Anteil der Einwohner im Rentenalter (1094) ist nur geringfügig gestiegen. Mit einem Durchschnittsalter von 38,88 Jahren (2014: 38,4) und einem Geburtenzuwachs (2014: 97; 2015: 118) bleibt man eine junge Gemeinde mit 1599 Kindern (2014: 1542), für die es 861 Betreuungsplätze gibt.

Wegen des Fachkräftemangels, so Reents, mussten Kindertagesstätten Gruppen schließen. Der Deckungsgrad von 54 Prozent sei allerdings immer noch „sehr gut“.

Mit 86 registrierten Nationalitäten ist die Gemeinde, so Reents, zudem recht „bunt“. Die Statistik führen rumänische und türkische Staatsangehörige an. Der Ausländeranteil beträgt 17 Prozent. Dank des Engagements von Helferkreis und Bürgern sind auch 140 Asylbewerber aus 14 Nationen - 88 Männer, sieben Familien mit 15 Kindern und zehn Mütter mit 13 Kindern - in Hallbergmoos gut aufgenommen worden. Wenngleich nicht alles, wie Reents einräumte, „100-prozentig läuft“. Die größten Gruppen stellen Nigerianer (32) und Syrer (26). Hinzu kommen etwa 60 unbegleitete Minderjährige im Jugendwerk Birkeneck.

Weil man einige „Karteileichen“ aus dem Gewerberegister entfernte, sank die Zahl der Betriebe von 1357 auf 1332. Davon sind 213 im Munich Airport Business Park angesiedelt, der zu 66 % belegt ist. Wirtschaftsförderung und die Verbesserung von Standortfaktoren sind laut Reents „proaktive Maßnahmen“, die auch der Gemeindekasse zugute kommen.

Diese verbuchte 2015 Rekord-Gewerbesteuereinnahmen von 33,7 Millionen Euro, die das Finanzpolster auf 49 Mio. anwachsen ließ. Allerdings mahnt das Gemeindeoberhaupt zur Vorsicht - die weltwirtschaftliche Entwicklung, eine hohe Kreisumlage (2016: 15,5 Mio.; 2017: 17,4 Mio.) und den Trend von IT-Unternehmen - wie aktuell Cisco - in die Stadt abzuwandern, habe man im Blick. Die rosige Finanzlage erlaubt enorme Investitionen in (sozialen) Wohnungsbau, Sozialarbeit und Infrastruktur.

Zu den größten Projekten zählen die Kläranlagenerweiterung (7 Mio.), Bauhofneubau (2,6 Mio.), das kommunale Wohnhaus am Tassiloweg (1,4 Mio.), das Leichenhaus Goldach (1 Mio.) und die Ausweisung etlicher Wohnbaugebiete, darunter auch Flächen für Betreutes Wohnen und das 2016 anlaufende Einheimischen-Modell, für das 450 „Interessenbekundungen“ vorliegen. „Ob und wann“ das geplante Bürgerhaus gebaut wird, vermochte Reents noch nicht abzuschätzen: Denn das stehe„in Konkurrenz zu Pflichtaufgaben der Gemeinde“ wie der Schulhauserweiterung.

Dauern kann es mit dem behindertengerechten Zugang zum S-Bahnhof. „Bei der Deutschen Bahn kommen“, so Reents, „nicht nur die Züge etwas später.“ Bevor die Neufahrner Kurve nicht fertiggestellt ist, „tut sich auf der Linie der S 8 erst einmal nichts.“

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