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„Wir sind 13.500 Team-Mitglieder – und jeder kann ein Tor schießen!“

Neuer Krones-Chef Klenk: Steinecker ist für den Konzern sehr wichtig

Seit Anfang des Jahres hat die Krones AG, Weltmarktführer bei Anlagen für die Abfüllung und Verpackung von Getränken und flüssigen Nahrungsmitteln, einen neuen Chef. Christoph Klenk (52) ist aber kein Neuer, sondern bereits seit 20 Jahren im Konzern.

Daher kennt er selbstverständlich auch „Steinecker“ sehr gut, das Freisinger Krones Werk, das seit 1994 zum Konzern gehört. „Steinecker spielt mit seiner Kompetenz und als Lieferant von Brautechnologie für Krones eine enorm wichtige Rolle und hat in Freising, mit der Nähe zum Wissenschaftszentrum Weihenstephan und seinem renommierten Lehrstuhl für Brauwesen und Getränketechnologie, den perfekten Standort“, betont Klenk.

Maschinen für viele Gewerke

Schon lange gibt es keinen mehr, der Steinecker heißt in der 1875 von Anton Steinecker mit 29 Jahren gegründeten Brauerei- und Mälzereimaschinen-Fabrik. Der Sohn einer wohlhabenden Ziegeleibesitzer-Familie war technisch und unternehmerisch begabt, durfte Maschinenbau studieren und begann in der elterlichen Werkstatt Maschinen zu entwickeln. Schnell spezialisierte man sich auf die Brauer und Mälzer, konstruierte und baute an der Münchner Straße komplette Brauereien. Immer wieder musste die Firma erweitert werden, eine Erfindung nach der anderen wurde patentiert und die Anlagen verbessert. Dabei suchte Anton Steinecker die Zusammenarbeit mit den Wissenschaftlern vor Ort. Er kooperierte eng mit der „Landwirtschaftlichen Centralschule“, aus ihr ging später die Technische Universität Weihenstephan hervor. Genießen konnte er seinen wirtschaftlichen Erfolg allerdings nicht, er starb im Dezember 1899 mit nur 54 Jahren.

Auch zwei Kriege stoppten Steinecker nicht

Nach Steineckers Tod im Jahr 1899 übernahm Eugen Lehmann, wurde der Erste Weltkrieg fast unbeschadet überstand, schlug die Weltwirtschaftskrise ein, 1932 musste Konkurs angemeldet werden, erst mit Conrad Lenz ging es ab 1939 wieder aufwärts. Am 18. April 1945, kurz vor Kriegsende, wurde das Werk bei einem Luftangriff komplett zerstört, 28 Mitarbeiter getötet. Erst 1948 konnten wieder die ersten Brauereianlagen gefertigt werden. Dann aber mit gleichem Schwung wie vor dem Krieg! Zwei Jahre später wurde sogar das 75. Firmenjubiläum begangen. 1953 hatte Steinecker wieder 180 Mitarbeiter und präsentierte seine Anlagen auf internationalen Messen. Aus der AG wurde 1956 eine GmbH mit Conrad Lenz als Geschäftsführer. 1967 erhielt sein Sohn August Lenz Prokura und unterstützte mit seinem Bruder Bernhard den Vater in der Geschäftsführung. 1975 schieden die Brüder Lenz auf eigenen Wunsch wieder aus und stiegen bei der Firma Huppmann in Kitzingen ein. Im gleichen Jahr, beim 100. Firmenjubiläum von Steinecker, feierten wieder 330 Beschäftigte mit.

Die Ära Kronseder beginnt

Im Jahr 1983 stieg die Familie Kronseder in das Unternehmen in Freising ein. Innerhalb weniger Jahre vervielfachte sich der Umsatz. 1991 brauchte das Werk mal wieder mehr Platz und zog gleich komplett an die Raiffeisenstraße im Gewerbegebiet Attaching. Drei Jahre später übernahm Krones die Firma komplett. Heute arbeiten bei Steinecker 498 Mitarbeiter, das sind fast 100 mehr als noch vor zehn Jahren. Auf einer Fläche von 41.356 Quadratmetern werden in fünf gewaltigen Hallen Behälter aus Chromnickelstahl in den unterschiedlichsten Größen produziert - von 0,5 bis zu unbeschreiblichen Dimensionen von 14 Metern im Durchmesser. Diese müssen oft nach der Produktion und den Funktionstests wieder zerteilt und verpackt werden, denn solche unglaublichen Behälter kann man auf keiner Straße – weder aus Asphalt noch Wasser – transportieren.

Der Standort Deutschland auch für Welt-Konzern wichtig

„Mittlerweile machen wir bei Krones 90 Prozent unseres Umsatzes im Ausland, trotzdem halten wir an unseren deutschen Standorten Neutraubling, Rosenheim, Nittenau, Flensburg und natürlich Freising fest! Was uns auszeichnet ist unsere Zuverlässigkeit, Liefertreue und natürlich unsere Kompetenz. Die Grundlage dafür ist der Standort Deutschland. Hier finden wir sehr gut ausgebildete und hochmotivierte Mitarbeiter sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen, mit denen wir einen nachhaltigen Austausch pflegen. Und außerdem: Wir liefern unsere Produkte innerhalb eines Jahres in mehr als 150 Länder. Wo gibt es vergleichbare Rahmenbedingungen, um diese Länder optimal erreichen und bedienen zu können?“, unterstreicht Vorstands-Chef Klenk. Bei Steinecker werden jedes Jahr über 1.300 Behälter und Tanks für Sudhäuser, Hefe-, Gär- und Lagerkeller sowie Drucktankkeller und sonstige Bereiche der Prozesstechnik hergestellt. „Wir stemmen jedes Jahr sechs bis sieben Großprojekte weltweit, das sind dann meist komplette Brauereien, Mineralwasser- oder Softdrink- Abfüllungen in für Deutschland kaum bekannten Dimensionen. Die Zufriedenheit unserer Kunden mit den Anlagen von Steinecker ist oft auch ein Grund dafür, dass sie uns die Aufträge für die komplette Abfüllung, Verpackung und Logistik geben!“ Jede dieser Anlagen, die Steinecker liefert, ist maßgeschneidert.

Der Team-Spieler

20 Jahre ist der sportliche Schwabe Klenk bereits bei Krones. Begonnen hatte er als Regionalleiter Asien/Pazifik und Marketing, von 2003 bis 2011 verantwortete er die Vorstandsressorts Forschung und Entwicklung sowie Konstruktion und Sparten. Es folgten vier Jahre als Finanzvorstand bevor er am 1. Januar 2016 den Vorstandsvorsitz bei Krones übernahm. Er gilt als absoluter Team-Player, kann gut zuhören, lässt sich von Argumenten überzeugen und passt so perfekt auf den Krones-Chef-Sessel. „Wir müssen uns natürlich immer wieder an den weltweiten Märkten ausrichten und daher auch bei unseren Werken regelmäßig Anpassungen vornehmen. Unsere generelle Ausrichtung wird sich aber durch mich nicht ändern! Wir sind bei Krones gute 13.500 Team-Mitglieder und jedes kann und darf ein Tor schießen!“ Die nach wie vor üppigen Gewinne des Krones-Konzerns werden fast komplett wieder ins Unternehmen reinvestiert, jedes Jahr steckt man fünf Prozent des Jahresumsatzes in Forschung und Entwicklung. Mittlerweile hält Krones 4.450 Patente und Gebrauchsmuster – ein absoluter Spitzenwert im deutschen Maschinenbau!

Immer weniger Bierkonsum in Deutschland

Als Ergebnis des weltweiten Wettbewerbsdrucks wird Krones künftig die mechanische Fertigung von einfacheren Teilgewerken bei Steinecker nicht mehr fortführen. Diese werden dann vor Ort beim Kunden produziert. „Unser Know-How bleibt aber in Deutschland, ebenso werden wir weiterhin hier die komplexen Krones-Produkte produzieren!“, so Klenk. Auch den wachsenden Ansprüchen und Anforderungen der Kunden wird nach wie vor entsprochen: „Jeder bekommt von Krones genau die Anlage, die er gerne hätte!“

Nur wenige Länder sind Krones-frei

Geographisch gesehen gibt es so gut wie keine Region, in der Krones nicht vertreten ist. „Wir liefern jedes Jahr in 150 Länder der Erde und sind in 190 vertreten – ich glaube, nur in den Vatikan, nach Andorra und Monte Carlo haben wir noch nicht geliefert, sonst überallhin. Dazu zählen auch Anlagen im Himalaya auf 5000 Meter Höhe zur Abfüllung von Gletscherwasser oder im Mekong-Delta ebenso wie in Afrika oder Südamerika – folglich haben wir auch Mitarbeiter aus unterschiedlichster Nationen in unseren über 80 internationalen Vertriebs- und Service-Niederlassungen“, berichtet Klenk.

Neuer Leiter Business Line Breweries bei Steinecker

Der Umsatz im Krones Konzern 2015 war mit 3,173 Milliarden Euro wieder mal ein Rekord und Steinecker steuerte mit seinem Brauereiequipment gut dazu bei. „Ab Juli werden wir in Attaching auch einen neuen Leiter Business Line Breweries haben, nachdem die Stelle vorübergehend nur kommissarisch besetzt war. Heiko Feuring wird diese Aufgabe übernehmen.

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