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Francesco Melcarne (31) ist zweiter Geschäftsführer der Ran-Tankstelle in Freising und sieht den Preissturz gelassen: „Es wird etwas mehr getankt, dafür ist aber der Umsatz im Shop leicht rückläufig. Und an der Kasse gibt es kaum mehr Sprüche wegen unverschämt hoher Spritpreise. Anfangs wurden unsere Zapfsäulen gestürmt, wenn der Preis nachließ. Inzwischen hat sich das aber gelegt, weil es sich offensichtlich um Dauertiefpreise handelt.“

Sprit im Dauertief

Das sparen Busunternehmer und Spediteure 

Autofahrern bleibt die Freude am Tanken wohl noch länger erhalten. Der Preis für Benzin und Diesel sank in den ersten Wochen des neuen Jahres weiter. Und mit ihm stieg auch im Landkreis die Freude. Besonders natürlich bei Chefs, zu deren Firmen und Organisationen größere Fuhrparks gehören.

„Das hat selbstverständlich positive Auswirkungen auf Teile unseres Preisgefüges“, freut sich Thomas Berlinger, Inhaber und Geschäftsführer der Spedition Weber in Freising: „Vor allem bei Fernstrecken macht sich der billigere Sprit in der Preiskalkulation bemerkbar. Denn da setzt sich der Preis pro Auftrag aus verschiedenen individuellen Positionen zusammen: „Und eine davon ist der Spritpreis.“ Im Nahbereich, also innerhalb kürzerer Strecken, schlägt der billige Diesel für den Kunden weniger zu Buche: „Da haben wir feste Sätze für Umzüge.“ Trotzdem hat Thomas Berlinger, auf dessen Betriebshof sechs Lkw und Lieferwagen sowie vier Pkw stehen, bereits den Taschenrechner gezückt, und kann daher die monatliche Entlastung für seinen Betrieb beziffern: „Die Ersparnis bei den Dieselkosten beträgt derzeit zwischen 800 und 1000 Euro im Monat.“ Bei Dorothea Hadersdorfer sorgt es derzeit auch immer für gute Laune, wenn sie an einer Tankstelle vorbeikommt und die niedrigen Spritpreise sieht. „Natürlich freut einen das“, sagt sie. In ihrem Fall wird nicht nur der private Geldbeutel entlastet. Auch als Chefin des Busunternehmens Hadersdorfer spürt sie den Treibstoff-Tiefpreis. Mit knapp über 100 Bussen ist die Moosburger Firma in ihrer Heimatstadt, in Freising, in München und Landshut unterwegs. Klar, dass sich da der günstige Sprit im Budget bemerkbar macht. Wie viel das Moosburger Busunternehmen derzeit einspart, konnte Dorothea Hadersdorfer aber nicht sagen. Die Firmenchefin betonte allerdings, dass dies von der jeweiligen Vereinbarung mit den Kunden abhängt, zu denen etwa die Stadtwerke Freising und die Münchner Verkehrsgesellschaft gehören. Es gebe Verträge mit fixen Treibstoffkosten. In diesem Fall seien die niedrigen Realpreise von Vorteil. In anderen Kontrakten würden sich die Abgaben hingegen an der realen Entwicklung orientieren. Rund 3000 Euro macht die Ersparnis dank des billigen Treibstoffs im Etat von BRK-Kreisgeschäftsführer Albert Söhl aus: „Wir haben rund 40 Fahrzeuge täglich im Einsatz“. Zwölf davon, die Einsatzfahrzeuge, belasten Söhls Etat von jährlich 100 000 Euro nicht: „Die werden von den Kassen bezahlt“. Der Rest hingegen muss der Kreisverband tragen: „Und da tut jeder Cent gut, den wir nicht für Sprit zahlen müssen und dafür in anderen Bereichen verwenden können“. Denn wegen der steigenden Kosten in allen Bereichen der Hilfsorganisation müsse der Kreis-Chef nach eigenen Angaben ohnehin straff kalkulieren. „Uns wird derzeit nichts geschenkt. Da bin ich nicht unglücklich, wenn ich wenigstens beim Diesel einmal einige Prozent einsparen kann.“

Gut zu wissen Grund für die günstigen Preise an den Zapfsäulen sind die sinkenden Rohölpreise – unter anderem weil Öl-Mächte wie Saudi-Arabien den Markt weiterhin mit dem Rohstoff fluteten und die USA die Produktion kräftig hochgefahren hat.

Manuel Eser

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