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Trügerische Idylle: Am Echinger See wurden am Sonntag zwei Frauen von einem Brummifahrer belästigt. Der Mann onanierte vor ihnen.

Polizei schnappt Täter schnell

Zwei Frauen am Echinger See sexuell belästigt - Lkw-Fahrer festgenommen

Eching - Eine Zwangspause hat ein Lkw-Fahrer (54) zu einem Abstecher an den Echinger See genutzt. Anstatt sich zu erfrischen, belästigt er zwei Frauen. Die ergreifen die richtigen Maßnahmen.

Wie viele seiner Kollegen musste ein 54-jähriger türkischer Berufskraftfahrer aufgrund des Sonntagsfahrverbotes eine Zwangspause einlegen. Wie die Polizei Neufahrn berichtet, werden bei diesen Gelegenheiten regelmäßig die Parkmöglichkeiten im Bereich der Gewerbegebiete Eching und Neufahrn genutzt. „Es ist ein buntes Völkchen aus aller Welt, mit welchem sich aus polizeilicher Sicht auch selten Probleme ergeben“, berichtet Polizeihauptkommissar Thomas Wiedmann. „Die örtlichen Gewerbetreibenden profitieren von ihren Einkäufen, und die Fahrer verbringen ihre Pausenzeiten in der Regel in den Fahrerkabinen, um Geld zu sparen.“

Dies genügt einem türkischen Lkw-Fahrer am Sonntag ganz offensichtlich nicht. Ausgestattet mit vier Flaschen Bier und Papiertaschentüchern macht sich der 54-Jährige am Vormittag zu Fuß auf den Weg an den Echinger See. Gegen 11 Uhr entdeckt er eine 28-jährige Krankenschwester und eine Studentin gleichen Alters. Die beiden Frauen sind dort gerade damit beschäftigt, eine größere Luftmatratze aufzupumpen. Der Lkw-Fahrer bietet seine Hilfe an. Er habe sympathisch und hilfsbereit gewirkt, berichten die beiden später. Allerdings fällt einer der beiden bereits auf, dass sie von dem Mann doch sehr aufmerksam gemustert wird.

Da die Situation zunehmend unangenehmer wird, begeben sich die Frauen mit ihrer Matratze ins Wasser. „Da hat der 'freundliche Helfer' sein wahres Gesicht gezeigt“, berichtet Wiedmann. „Er hat vor den Frauen onaniert.“ Nachdem sich der Lkw-Fahrer befriedigt fühlt, entfernt er sich.

Die beiden Frauen sind geschockt, beschließen aber, am See zu bleiben – und sehen den Mann gegen 14.30 Uhr erneut auf sich zukommen. Dieses Mal reagieren sie sofort und informieren die Polizei. Wiedmann zollt den Frauen für ihre „gezeigte Zivilcourage“ seinen Respekt: „Den jungen Frauen gebührt großes Lob für ihr weiteres Vorgehen. Eine der Beiden hat die weitere Beobachtung des Täters übernommen, während die andere der Polizei eine prägnante Örtlichkeit am See beschrieben hat, wo sie das Eintreffen der Beamten abgewartet hat.“

Mit Hilfe der Frauen gelingt es der Streifenbesatzung rasch, den Täter festzunehmen. Nach erkennungsdienstlicher Behandlung und Zahlung einer Sicherheitsleistung im dreistelligen Euro-Bereich, die von der Staatsanwaltschaft Landshut angeordnet wurde, darf der Täter wieder auf freien Fuß. Im Rahmen dieser exhibitionistischen Handlung untersucht die Kripo Erding nun, ob der Mann auch für weitere begangene Taten in Frage kommt.

„Die dargestellte Vorgehensweise des Mannes zeigt, wie es gerade Sexualtäter immer wieder schaffen, Situationen zu antizipieren“, resümiert Wiedmann. „Sie erkennen sofort geeignete Möglichkeiten, einen Kontakt zu potentiellen Opfern herzustellen und manipulieren diese. Hierbei wirken sie zunächst aufgeschlossen und freundlich.“ Frauen, die in solche Situationen kommen, werden von der Polizei angehalten, sofort Anzeige zu erstatten.

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