Einigkeit im Rat: Breitbandversorgung für alle

Hallbergmoos - Im Auftrag der Gemeinde hat die Unternehmensberatung Corwese eine Markterkundung für die Verbesserung der Breitbandversorgung durchgeführt. Michael Räbiger stellte nun die Ergebnisse vor, auf Grund derer wird eine Ausschreibung erfolgen. Nach Möglichkeit sollen alle heutigen Gebäude im Gemeindebereich erfasst werden - auch die am äußersten Rand. Die Kosten belaufen sich auf bis zu 750 000 Euro, allerdings gibt es auch 600 000 Euro an Fördergeld.

Laut Räbiger ist der Datendurst der Deutschen unerschöpflich. „Alle 20 Monate verdoppelt sich der Bedarf, daher müssen die Leitungen und Netze immer schneller werden.“ Die Staatsregierung will bis 2018 ein flächendeckendes Hochgeschwindigkeits-Netz für Datenübertragung schaffen. Mit dem Förderprogramm für Breitbandausbau strebt der Freistaat Übertragungsraten von mindestens 50 Mbit/s im Download und mindestens 2 Mbit/s im Upstream an. „Hallbergmoos ist größtenteils schon sehr gut versorgt. In großen Teilen der Gemeinde ist ein schneller Zugang mit 200 Mbit über Kabel Deutschland möglich, im südlichen Teil von Goldach hat mnet 2014 schnelle Zugänge bis 50 Mbit geschaffen“, so der Experte. Auch die Telekom stelle bis Ende 2018 selbstständig in großen Teilen des Gemeindegebiets den schnellen Internetzugang her, ohne dass die Gemeinde etwas bezahlen muss“, führte Räbiger aus. Trotzdem gebe es immer noch Straßen und Viertel, wo es eben nicht mehr als vier, fünf Mbit gebe.

Auch diese Haushalte sollen jetzt die Möglichkeit zum schnellen Breitband erhalten, wobei zu klären sei, ob über Kupferkabel oder über Glasfaser. „Der Kupfer-Anschluss an ein Haus kostet rund 1000 Euro, Glasfaser hingegen 4000 bis zu 10 000 Euro“, so Räbiger. Auf Wunsch der Gemeinde soll der Sport-/Freizeitpark Glasfaser erhalten. Die Möglichkeit über Funk und LTE sei laut Räbiger nur ein Notbehelf, da diese Verbindungen nicht stabil seien und je nach Anzahl der Nutzer in ihrer Datengeschwindigkeit deutlich sinken.

Würden alle Häuser bis auf zehn, die am absoluten Rand des Gemeindegebiets liegen, mit Breitband versorgt, entstünden für die Gemeinde kosten von rund 400 000 Euro, so Räbiger. Werden auch diese zehn Anwesen angeschlossen, koste das zusätzlich 300 000 Euro, für einen bereits genehmigten Aussiedlerhof ganz im Süden weitere 30 000 bis 50 000 Euro. „Wir müssen uns nur beeilen. Denn Fördergelder, von denen Hallbergmoos rund 600 000 Euro erwarten darf, gibt es nur bis Ende 2018“, warnte Räbiger.

Josef Fischer (FW) betonte, dass es für seine Fraktion sehr wichtig sei, „dass keine Zwei-Klassen-Gesellschaft aufgebaut werde. 400 000 Euro sollten es uns schon wert sein, dass alle in den Genuss kommen!“ Dem stimmte Sabina Brosch (Grüne) zu: „Für uns gibt es nur gleiches Recht und gleiche Möglichkeiten für alle!“ Marcus Mey (CSU) widersprach: „Aus meiner Sicht ist Internet nicht eine Grundversorgung wie Wasser oder Strom, sondern eine freiwillige Leistung mit Steuergeldern.“ Einstimmig einigte sich der Gemeinderat darauf, dass alle heute bestehenden und genehmigten Gebäude mit Breitband versorgt werden. Eine Ausschreibung in mehreren Los-Schritten wird eine Obergrenze der Kosten enthalten, die die Gemeinde bereit ist zu bezahlen. „Wird die überschritten, werden wir eben nicht jedes Haus anschließen oder Kupfer statt Glasfaser einsetzen“, so Bürgermeister Harald Reents.

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