Das Profil der Freien Wähler schärfen will der Vorstand, der bei Jahrestreffen bestätigt wurde (v.l.): Karsten Schulze (Kasse) Dr. Georg Schu (Stellvertreter), Josef Fischer (1. Vorsitzender), Andreas Junghans (Schriftführer) und Markus Streitberger (Stellv.). Foto: ev

Freie Wähler präsentieren sich selbstkritisch

Hallbergmoos - Die Freien Wähler wollen und müssen ihr Profil schärfen: Selbstkritisch ging der Hallbergmooser Ortsverband nun beim Jahrestreffen mit sich ins Gericht. Man will auf der politischen Bühne wieder stärkere Akzente und junge Bevölkerungsgruppen erreichen, so die Maßgabe.

„Wir müssen zeigen, dass wir Freie Wähler aktiv sind und dies in bürgernaher Arbeit kommunizieren“, verwies Ortschef Josef Fischer auf geplante (Diskussions-)Veranstaltungen und politische Frühschoppen. Die Gemeinde stehe gut da, die Zusammenarbeit im Gemeinderat funktioniere reibungslos und es gebe nur wenig strittige Themen, so Fischer weiter. Das fällt die Abgrenzung zu anderen Fraktionen einigermaßen schwer: „Wir können ja auch nicht künstlich streiten.“ Außerdem habe man Mühe, wie Kassier Karsten Schulze betonte, Themen zu finden, mit denen man junge Leute für politisches Engagement begeistern kann. „Wenn das so weitergeht, sterben wir aus“, warnte er mit Blick auf das Durchschnittsalter der FW von 60 Jahren. „Wenn wir es nicht aus unserer Profilosigkeit heraus schaffen und Themen weiterentwickeln, wird es bei der nächsten Wahl nicht gut für uns aussehen.“

In dieselbe Kerbe stieß auch Altbürgermeister Klaus Stallmeister: „Der Gemeinderat schafft an, der Bürgermeister hat nur eine Stimme“, machte er deutlich. Verbunden mit dem Hinweis, dass es in der Hand des Rats liege, Prioritäten zu setzen. Dessen Leistung werden auch daran gemessen, wie lange es dauert, eine Straßenlaterne aufzustellen oder ein Bushäuschen zu reparieren, so Stallmeister. In seinen Augen reicht es nicht aus, die Personaldecke im Rathaus aufzustocken. Man müsse den Bediensteten, die ja sehr gut ausgebildet sind, auch eigenständiges Arbeiten zutrauen und mit dem entsprechenden Vertrauen ausstatten. Seit Jahren in der Verwaltung liegende Anträge wie beispielsweise der Ideenwettbewerb für Rathausplatz und Bürgerhaus, müssen laut Schulze dringend forciert werden.

Weitere Schwerpunkte sind nach den Worten von Fraktionschef Heinrich Lemer die Ausweisung von Baugebieten, der kommunalen Wohnungsbau und der Munich Airport Business Park, aus dem das Gros der Gewerbesteuern in die Gemeindekasse fließt. Generell lobte Lemer die gute Zusammenarbeit der politischen Kräfte im Rat. Dass es heute so wenig Probleme gebe, so Lemer, sei letztlich der guten Vorarbeit während Stallmeisters 18-jähriger Amtszeit zu verdanken.

Das Hauptaugenmerk will der Ortsverein, dessen Vorstand nach den Neuwahlen unverändert bleibt, auf die Mitgliederwerbung legen: Nach einigen Austritten, darunter auch der langjährige Gemeinderat Karl-Heinz Zenker, ist die Mitgliederzahl auf 98 gesunken. An die vorbildliche Partei- und Öffentlichkeit, die vor rund 20 Jahren massive Zuwächse bescherte, will man nun wieder anknüpfen. „Davon sind wir heute weit entfernt“, musste Fischer einräumen.

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