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Kraftvoll hat Eva-Maria Bischof-Kaupp Tulpen (hinten) und Rosen auf Leinwand gebannt.

Eva-Maria Bischof-Kaupp stellt im Alten Gefängnis aus

Die Faszination kraftvoller Farben und schneller Striche

Freising - Filigrane Mohnblumen aus Papier, die scheinbar schwerelos im Raum schweben und Aktzeichnungen der etwas anderen Art: Das alles gibt es momentan bei der Ausstellung „Zeichnung und Malerei im Alten Gefängnis“ zu sehen.

Von Mohnblumen über Dahlien, von Rosen über Tulpen: die Flora hat es Künstlerin Eva-Maria Bischof-Kaupp sichtbar angetan. Von der Pracht der Blumen auf der Leinwand können sich Kunstinteressierte noch bis Sonntag, 10. Juli selbst überzeugen. Die Räumlichkeiten des Alten Gefängnisses bieten den perfekten Raum für die verschiedenen Themen, die die Neufahrnerin in ihren Bildern interpretiert. So findet man gleich am Eingang der Ausstellung die sogenannten Mohngeschichten. Bilder, die über das Leben, die Liebe und Vergänglichkeit erzählen.

 Zu sehen sind Grafit- und Bleistiftzeichnungen von Mohnblumen auf einer vorher bearbeiteten Leinwand. Diese besonderen Leinwände ziehen sich wie ein roter Faden durch die gesamte Ausstellung. „Oft verwende ich Kaffeesäcke, die ich auf Leinwand fixiere und dann mit Acrylfarben bemale. Schließlich bin ich in einer Kaffeerösterei groß geworden“, sagt die Künstlerin schmunzelnd. Doch auch andere Materialien, die Eva-Maria Bischof-Kaup verwendet, machen die etwa 120 Bilder, die in den vergangenen drei Jahren entstanden, zu etwas Besonderem. 

Auf dem Bild „Familie“ sind beispielsweise verschiedene detailgetreu gemalte Mohnblumen auf einem Naturpapier mit Rosé-Blattgold-Applikationen zu sehen. „Schon zu Zeiten, als ich noch Goldschmiedin war, habe ich gerne Blumen als Motiv für meine Arbeiten gewählt“, erzählt die Künstlerin. Im Gegensatz zu den Mohnblumen stehen die Rosenbilder in kräftige Orange-, Gelb- und Pinktönen. 

Weiterer Höhepunkt der Ausstellung ist der „Mensch als Tänzer und Aktmodell“: Die Werke, geprägt durch ihre schwungvolle Linienführung, drücken Tanz, aber auch Bewegung ganz allgemein aus. Vom Aktzeichnen ist die Künstlerin seit ihrem Schmuck- und Gerätdesign-Studium fasziniert. „Mir geht es darum, die Haltung, Situation und Stimmung einzufangen“, erklärt sie. Am liebsten sind ihr die schnellen Sitzungen, wo das Aktmodell nur einige Minuten lang in einer Position verweilt: „So fange ich mit schnellen Strichen die prägendsten Konturen des Körpers ein.“

Victoria Stettner

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