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Viele Interessierte waren zum ÖDP Stammtisch gekommen, um sich die Situation der Asylbewerber im Containerdorf erläutern zu lassen.

ÖDP-Abend: Asylhelfer erzählen von ihrer Arbeit

Ohne jede Beschäftigung „wird es kritisch“

Landkreis - 210 ehrenamtliche Helfer sind es, die sich um die rund 500 Asylbewerber im Containerdorf an der Wippenhauser Straße kümmern. Wie es läuft im „Camp“, davon haben sie jetzt berichtet.

Angesichts dessen, wie viele verschiedene Nationalitäten an der Wippenhauser Straße untergebracht seien, wie viele unterschiedliche Kulturkreise im Containerdorf vertreten seien, wie verschieden die Bildungsniveaus seien, „dafür läuft es gut“. Das ist so etwas wie die Quintessenz des Berichts aus dem „Camp“, den Luise Eidel und Sabine Berenbold-Dieck vom Helferkreis Wippenhauser Straße (www.fluechtlinge-willkommen-in-freising.de) am Mittwoch beim Stammtisch der ÖDP gaben. 

Diverse Arbeitskreise habe man gebildet, organisiere auf diese Weise Deutschkurse, kümmere sich um Frauen und Familien, aber auch um Fahrräder, die man herrichte und an die Flüchtlinge verkaufe. Praktisch „aufgegeben“ habe man laut Eidel den Arbeitskreis „Arbeit und Beruf“. Grund: Es sei „schwierig“, ja „frustrierend“, zu versuchen, Flüchtlingen Arbeit zu verschaffen. Ganz anders bei den Deutschkursen: Da hätten bereits zwei Wochen nach Bezug der Containersiedlung acht Deutschkurse begonnen. Ein Problem sehen die Helfer darin, dass Integrationskurse erst nach der Anerkennung als Flüchtling möglich seien. Eidel sprach von einem „Dilemma“. Denn nach einem Jahr ohne jede Beschäftigung und Aufgabe im Lager „wird es kritisch“. Und noch ein Problem: Rund 70 jugendliche Flüchtlinge habe man für das Berufsintegrationsjahr an der Freisinger Berufsschule angemeldet. Nur fünf hätten Plätze bekommen, erzählte Berenbold-Dieck. „Bedauerlich“ sei, dass die Security nicht 24 Stunden vor Ort sei, sondern nur an den Wochentagen von 16 bis 8 Uhr und an den Wochenenden. Eine Präsenz der Sicherheitskräfte rund um die Uhr, das wäre gut „für das Klima und um des Friedens und der Sicherheit willen“, so Eidel. 

Das Duo aus dem Organisationsteam des Helferkreises beklagte sich auch darüber, dass die Kirchen „im Camp“ zu wenig präsent seien. Nachfragen der rund 15 interessierten Zuhörer konnten Eidel und Berenbold-Dieck nicht alle beantworten. Denn auch die Helfer bekämen aus Datenschutzgründen keine Infos über die Flüchtlinge, die sie da tagaus, tagein betreuen. So könne man die Verteilung der Nationalitäten nicht genau benennen, wisse auch nicht genau, wie viele der Flüchtlinge abgeschoben werden und wie viele exakt bereits anerkannt seien. Man wisse von zweien, die aber weiter im „Camp“ wohnten, weil sie in Freising keine Wohnung fänden. Den Helfern, so Eidel, sei es egal, wer von den Asylbewerbern Aussicht auf Anerkennung habe: „Das ist nicht unser Thema.“ Denn auch wer kaum Chancen habe, bleiben zu dürfen, sei da. Und zwar lange.

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