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Eine neue Variante tut sich im Fall der Abseits-Rettung auf: Die Stadt Freising soll das Areal kaufen und dann dem Verein in Erbpacht übergeben. Deswegen wurde am Donnerstagabend  im Stadtrat die geplante Abstimmung über die Zukunft der Kultkneipe noch einmal vertagt. 

Abseits: Habermeyer (Grüne) legt neuen Plan im Stadtrat vor

Mut zeigen und kaufen

Freising – „Wagen wir es!“ Sebastian Habermeyer (Grüne) forderte seine Stadtratskollegen auf, Mut zu zeigen – Mut, das denkmalgeschützte Deutsche Haus in Neustift zu kaufen und so die Kultkneipe und die Kulturstätte Abseits zu retten.

Weil die Stadträte durchaus mutig sein wollen, man aber zur Vorbereitung dieses völlig neuen Vorschlags Zeit benötigt, wurde am Donnerstagabend im Stadtrat die Entscheidung über die Hilfe der Stadt für den Abseitsverein abermals vertagt. Für das Abseits und seine zahlreichen Anhänger, die am Donnerstag auch zur Stadtratssitzung gekommen waren, geht die Zitterpartie also weiter – jetzt freilich unter günstigeren Vorzeichen. 

Die im Finanzausschuss beschlossene und dem Stadtrat empfohlene sogenannte 10 plus 10-Förderung hätte, so machte Habermeyer klar, dem Verein, der sich die Rettung des Abseits auf die Fahnen geschrieben hat, nicht gereicht. Ein Zuschuss in Höhe von zehn Prozent und ein zinsloses Darlehen ebenfalls in Höhe von zehn Prozent – jeweils bezogen nur auf den Teil des Abseits, der der Kultur zugeschrieben werden könne – wäre ganz klar zu wenig gewesen. Habermeyer, der auf die Historie des Abseits-Ensembles als ein Stück Identität von Freising verwies, und der betonte, dass es „keine Saufbude für 20-Jährige“ sei, wie das manchmal behauptet werde, brachte stattdessen überraschend einen anderen Vorschlag vor: Die Stadt kauft von Graf Guy von Moy das Abseits und überlässt es dem Verein auf Erbpachtbasis, der es dann nach und nach saniert und sowohl den Kneipen- als auch den Kulturbetrieb aufrecht erhält. Denn dieser Verein sei stark, habe viele Mitglieder, in kurzer Zeit 40 000 Euro aufgetrieben und sei „kein Hamperlverein“. 

Freilich: Stadt und Graf von Moy müssten sich über die Höhe des Kaufpreises einigen. Wenn das nicht gelinge, dann müsse man das akzeptieren und dann könne es sein, dass es aus der Rettung des Abseits doch nichts wird. Weil es also neue Ideen gebe, so Reinhard Fiedler (FSM), die „im Hintergrund“ vorbereitet würden und noch etwas Zeit bräuchten, sollte man den Beschluss über das Engagement der Stadt zur Rettung des Abseits vertagen – ein Vorschlag, der einstimmig angenommen wurde. Vorher aber bekräftigte Kulturreferent Hubert Hierl (CSU) den Vorstoß Habermeyers: „Ich kann das nur voll unterschreiben.“ Es sei nicht alltäglich, dass eine Kulturstätte so große Unterstützung von der Öffentlichkeit erfahre, sagte Hierl. Und noch etwas spreche dafür, die Kulturkneipe zu erhalten: „Wir sind Kulturstadt.“ Auch Guido Hoyer (Linke) war überzeugt davon, dass die Stadt diese Kulturstätte brauche, und Finanzreferent Ulrich Vogl (ÖDP) fand den Vorschlag, das Abseits zu kaufen, „bestechend“. 

Monika Schwind (FSM) hingegen formuliert: „Nicht um jeden Preis!“ Und auch Rudolf Schwaiger (CSU) forderte, dass man Augenmerk auf die finanzielle Seite lege. Insofern war Birgit Mooser-Niefanger (Grüne) mit ihrem Wunsch, dass vielleicht noch in der letzten Sitzung des Stadtrats 2016 der Kauf beschlossen werden und man den Freisingern „eine große Weihnachtsüberraschung“ machen könnte, etwas zu optimistisch. Vielleicht, so OB Tobias Eschenbacher, könne man in der Dezember-Sitzung beschließen, dass er und die Verwaltung beauftragt würden, Verhandlungen mit Graf Guy von Moy aufzunehmen.

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