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„Ist das nicht wundervoll?“: Rektorin Heike Sch midborn und Adolf Huber (90) inmitten von 238 Schülern. Die hatten ein Ständchen einstudiert, um den Freisinger Senior nach knapp 20 Jahren Dienst als Schülerlotse zu verabschieden.

Adolf Huber (90) hat als Schülerlotse aufgehört 

Ständchen für einen Schutzengel

Freising - Er bekam den wohl größten Geburtstagschor Freisings: Adolf Huber. Der agile Senior, der am Donnerstag seinen Neunz’ger feierte, war 18 Jahre lang Schülerlotse vor der Grundschule St. Korbinian. Und weil er jetzt damit aufgehört hat, wünschten ihm über 200 Schüler „viel Glück und viel Segen“.

„Ich hab’ mit viel gerechnet, aber mit soviel nicht“, nahm Jubilar Adolf Huber am Donnerstag sichtlich gerührt und glücklich die (geheim geplanten) Ovationen entgegen. Insgesamt 238 Schüler und die Lehrerschaft mit Rektorin Heike Schmidtborn an der Spitze hatten sich an „seinem“ Zebrastreifen vor der Grundschule St, Korbinian an der Unteren Hauptstraße versammelt, um ihrem Schutzengel Adolf Huber mit einem Ständchen Lebewohl zu sagen. „Viel Glück und viel Segen auf all’ Deinen Wegen“ klang es über die Straße. Und diese Liedzeile war gut gewählt. Beschreibt sie doch kurz und treffend Hubers Engagement. Bei Wind und Wetter hielt der Rentner die Stellung: „Ich hab’ das fast 20 Jahre lang gemacht. Und hab’ keinen Tag bereut.“

Mit seiner Kelle, auf der in Großbuchstaben „Vorsicht Kinder!“ zu lesen ist, stoppte der Ur-Freisinger mit der leuchtend gelben Uniform und seinem markanten Trachtenhut jahrein, jahraus Autos und Radler, damit die Schulkinder sicher über die Untere Hauptstraße in ihre Schule kommen. Bis zu seinem Abschied am Donnerstag war er voller Leidenschaft dabei. „Ich hatte Spaß, die Kinder waren nett, genauso wie die Eltern und die Autofahrer. Man kannte sich“, sagte Huber lächelnd.

Angefangen hatte alles 1998, als der „Nachbar“ der Grundschule, die Sparkassen-Hauptstelle, umgebaut wurden. Da brauchte man jemanden, der aufpasste, dass die Kleinen trotz Baustelle sicher über die Straße bei der Baustelle kommen. Weil Adolf Huber auch Mitglied des Kinderschutzbunds war (und übrigens bis heute ist), stand es für ihn damals außer Frage, sich als Lotse für die Kinder zu engagieren: „Ohne meine Arbeit wäre ich wahrscheinlich viel früher alt und grau geworden“, meinte der Rentner einmal in einem Interview. Er könne nur jedem, der Kinder mag, zu der Tätigkeit raten: „Schulweghelfer werden immer gebraucht.“ Und nach einer speziellen Einweisung durch die Polizei könne auch jeder Interessierte – ab 18 Jahren und mit genügend Verantwortungsbewusstsein – als solcher arbeiten.

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge ging der Huber Adi am Donnerstag als Schutzengel in Pension, denn: „Das war mein schönstes Hobby“. Aber er ist sich auch sicher: „Wenn man im Leben viel Gutes tut, dann, bekommt man das auch irgendwann zurück.“ 

Victoria Stettner/Wolfgang Schnetz

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