So groß soll das Gebäude werden.

Daten und Fakten

Zum Bürgerentscheid: Transgourmet in Freising-Lerchenfeld - was Sie wissen müssen

Freising - Nur wenige Projekte sorgen für so viel Diskussionsstoff: Der geplante Bau des Großlogistikers Transgourmet scheidet die Geister. Wir haben die Daten und Fakten vor dem Bürgerentscheid am 9. Oktober anhand der Veröffentlichungen der Stadt Freising für Sie zusammengefasst. 

Dienstag, 4. Oktober: Paukenschlag - Transgourmet nimmt Abstand vom Bau in den Clemensängern.

Der Lebensmittellogistiker Transgourmet will eine große Halle in das Gewerbegebiet Clemensänger bauen. Am 9. Oktober findet der Bürgerentscheid statt. Hier finden Sie einen Überblick über das Großprojekt. Die Daten ergeben sich auf der Basis der Veröffentlichungen der Stadt Freising. Die Bilder (mit Ausnahme der Diagramme) wurden uns ebenso freundlicherweise von der Stadt Freising zur Verfügung gestellt. Die weiterführenden Links am Ende des Artikels wurden aktualisiert (26. September). Achtung: Die Veröffentlichungen zu den Gutachten sind nicht mehr einsehbar - sie wurden zur frühzeitigen Bürgerbeteiligung zur Verfügung gestellt. 

Größe

Transgourmet in Lerchenfeld könnte ein gigantisches Projekt werden. Das Grundstück, das der Großlogistiker kaufen würde, hat eine Fläche von 60.000 Quadratmeter. Der Bau soll in zwei Stufen erfolgen. Nach Ausbaustufe 1 (in der der Betrieb bereits aufgenommen wird) ist die Halle 225x90 Meter groß. Im Endausbau sind die Maße bei 275x90 Meter. Die Firsthöhe des Gebäudes betrage dann 16,25 Meter. Zum Vergleich: Das Hartl-Gebäude an der Münchner Straße ist rund 14 Meter hoch, auf einer Fläche von 180x50 Meter.

Gliederung des Gebäudes

Laut Betriebsbeschreibung der OHG Transgourmet GmbH & Co. teilt sich das Gebäude wie folgt auf: 

  • Trockensortiment Lager
  • Frischdienst- und Tiefkühllager
  • Obst- und Gemüselager
  • Warenausgang
  • Entsorgung
  • Obergeschoss: Büros, Kantine, Sozialräume, Flächen für zentrale Gebäudetechnik
  • Außenanlagen: Neue Verkehrswege für Lkw-Verkehr, Pkw-Stellplatz, geplant sind eine betriebseigene Tankstelle, eine Lkw-Waschhalle und eine Schneeabräumstelle

Geplante Betriebsabläufe

  • Der Pkw-Verkehr wird über den Clemensänger-Ring abgewickelt - der Lkw-Verkehr wird über den Kreisverkehr der Südtangente erfolgen.
  • Anlieferungen montags bis freitags, Frischware auch sonntags. Genauere Auflistung siehe Punkt "Lkw-Aufkommen nach Ausbaustufen". 
  • Für Anlieferungen in der Nachtzeit plant Transgourmet eine eingehauste Andockstation für drei bis fünf Lkw
  • Vier bis sechs Andockstationen sind für den ungekühlten Bereich geplant, vier Andockstationen für den gekühlten

Lärm

  • Darstellung Transgourmet: 
    Die Kälteanlage soll im 1. OG installiert werden. Auf dem Dach sollen laut Planung und Transgourmet-Angaben sechs Aggregate für die Rückkühlung stehen - Schallpegel: 85 dB. In den Nachstunden soll dieser Pegel um mindestens acht dB reduziert werden.
    Der Schallleistungspegel für die Lkws wird gemäß der bayerischen Parkplatzstudie von 2007 mit 97 dB angesetzt. Dieser Wert kann durch die Kühlung der Lkws im Elektrobetrieb um sechs dB reduziert werden. Transgourmet geht somit von 91 dB aus.
  • Darstellung Lärmschutzgutachten:
    Bezogen auf das Wohngebiet an der Carl-Orff-Straße (Immissionsort Hausnummer 30) liefert das Lärmschutzgutachten folgende Ergebnisse. Im Gutachten steht, dass Transgourmet die lauteren Auslieferungsrampen mit dem nächtlichen Auslieferungsverkehr auf die Südseite des Gebäudes geplant hat. Dadurch wirke das Gebäude abschirmend - und der Lärm werde in der Wohnsiedlung nicht mehr zu hören sein. Im Lärmgutachten wird auch die Notwendigkeit einer Einhausung einiger Andockstationen dargestellt. Diese Einhausung ist von Transgourmet eingeplant.
    Zusätzlich zeigt das Lärmgutachten auf, dass die Belastung an der Wohnbebauung tagsüber nahezu unverändert bleibt und nachts um zirka ein dB höher wird.  Es wird ausdrücklich darauf verwiesen, dass die Verkehrsgeräuschimmissionen keinen relevanten Anteil an der bereits vorhanden Geräuschkulisse auf den angrenzenden Straßen verursacht. Aus schalltechnischer Sicht bestehen somit keine Bedenken.

Verkehrsaufkommen nach Ausbaustufen

Eigen-Lkw-Verteilung in Ausbaustufe 1.

Das Lkw-Aufkommen ist grundsätzlich nach Ausbaustufen aufgeteilt. In der Ausbaustufe 1 starten 40 Lkw aus dem Gewerbegebiet Clemensänger. Davon fahren sechs Fahrzeuge über den Südring zur Autobahnausfahrt Freising-Ost, einer in die Stadt, um die ortsansässigen Kunden zu beliefern, und 33 Lkw über die Ismaninger Straße zur Autobahnausfahrt Freisinger-Mitte. Die 33 Lkw können noch weiter untergliedert werden: Sechs davon fahren über die B301 zum Flughafen, beziehungsweise München-Ost, 27 über die A92 bis zum Autobahnkreuz Neufahrn. Diese Fahrzeuge kommen am Nachmittag wieder an. Es fallen also 80 eigene Lkw-Bewegungen in der Ausbaustufe 1 an.  

Eigen-Lkw-Verteilung in Ausbaustufe 2.

In der Ausbaustufe 2 werden es insgesamt zehn Lkw mehr. Die verteilen sich wie folgt: Nach wie vor fährt einer in die Stadt, aber sieben (also einer mehr) über den Südring zur Ausfahrt Freising-Ost. 42 fahren über die Ismaninger Straße bis zur Ausfahrt Freising-Mitte (neun mehr). Das heißt, die eigenen Lkw-Bewegungen steigen an einem Tag auf 100 (Ab- und erneute Anfahrt). 

Dazu kommen laut der Verkehrstabelle von Transgourmet 70 Lkw, die wochentags Waren anliefern. Am Wochenende stellt sich die Situation allerdings anders dar: Am Samstag kommt keine Ware an, es finden aber 20 Auslieferungen statt. Sonntags kommen 20 Anlieferungen, allerdings wird nichts ausgeliefert. 

Lkw-Zuwachs nach Ausbaustufen.

Unter dem Strich stehen also wochentags 240 Lkw-Bewegungen, die zum aktuellen Verkehrsaufkommen zusätzlich hinzugezählt werden. Die Mitarbeiter müssen auch hinzugezählt werden. Transgourmet plant im Endausbau einen Dreischichtbetrieb mit 300 Mitarbeitern. Der "Worst Case" ist, wenn jeder Mitarbeiter mit dem eigenen Auto kommt. Das würde 600 zusätzliche Fahrzeugbewegungen bedeuten. 

Für zu früh ankommende Lkw gibt es im östlichen Teil des Geländes drei Parkplätze. Wenn Laster von weiter her kommen, können sie dort parken. Laut OB Tobias Eschenbacher ist die Situation so geklärt, dass parkende Lkws in den Wohngebieten ausgeschlossen werden können. 

Aktuelle Verkehrssituation

Im Herbst 2015 fand eine Verkehrszählung statt. So fahren täglich rund 19.000 Fahrzeuge über den Südring, davon knapp 740 Schwerlast-Fahrzeuge. Rechnet man nun die Mitarbeiter-Pkws und Lkws zusammen, kommt man auf 840 zusätzliche Bewegungen. Das entspräche einer Steigerung von 4,4 Prozent. Der Schwerlastverkehr steigere sich allerdings um 32,4 Prozent. 

Verkehrsgutachten

Eine Planskizze aus der Betriebsbeschreibung.

Aus dem Verkehrsgutachten geht hervor, dass eine Bebauung gemäß dem derzeitigen Bebauungsplan mehr Verkehr hervorruft als die Ansiedlung von Transgourmet. Das hat die ausführende Firma Transver GmbH festgestellt. Gemäß der Betriebsbeschreibung sorgt Transgourmet auch für nur marginal relevanten, zusätzlichen Verkehr zu den Spitzenzeiten. In der Rush Hour (6 bis 9 Uhr) sind es 20 Lkws, abends ab 16 Uhr kommen gar keine mehr an. Grundsätzlich stützt sich das Verkehrsgutachten auf die Betriebsbeschreibung von Transgourmet. Sollte sich etwas im Betriebsablauf ändern (gerade zu den Spitzenzeiten), können sich die Ergebnisse der Berechnungen natürlich ändern. 

Artenschutzgutachten

Blick von der Autobahn.

Das Artenschutzgutachten schließt eine Betroffenheit der in Frage kommenden geschützten Arten vorerst aus. Die Angaben entsprechen einer vorläufigen Einschätzung. Das tatsächliche "Arteninventar", wie es im Gutachten genannt wird, muss aber erst noch faunistisch erfasst werden. Dies ist der Stand des Gutachtens von 16. März.

Die Diskussion

Um das Projekt Transgourmet ist eine große Diskussion entbrannt. Anwohner in Lerchenfeld stellen sich gegen das Projekt. Ihre Meinungen und Kritikpunkte können Sie unter folgendem Link aufrufen: Klick mich

Die amtlichen Bekanntmachungen der Stadt finden Sie zudem hier: Klick mich.

Der Bürgerentscheid

Am 9. Oktober findet der Bürgerentscheid zum Thema statt. Die Fragestellung lautet: „Sind Sie dafür, dass der Beschluss zur Änderung des Bebauungsplans 71 a – Clemensänger Ost II aufgehoben und das Verfahren eingestellt wird?“ Das bedeutet: Sind Sie FÜR Transgourmet, müssen Sie NEIN ankreuzen. Sind Sie GEGEN Transgourmet, kreuzen Sie JA an.

Weiterführende Links (chronologisch sortiert)

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